Ein Bild von einem Außenseiter

2. November 2010, 16:26
2 Postings

Trainerin Brand macht Neulengbach-Kickerinnen vor Spiel gegen Titelverteidiger Potsdam wenig Hoffnung: "Chancen stehen 1:99"

Potsdam/Neulengbach - Der SV Neulengbach geht am Mittwoch (14.00 Uhr) bei Turbine Potsdam als klarer Außenseiter ins Achtelfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League der Frauen. "Die Chancen stehen 1:99", sagte Neulengbach-Trainerin Sabine Brand vor dem Duell des österreichischen Serienmeisters mit dem Titelverteidiger, der zuvor den finnischen Vertreter Aland United mit dem Gesamtscore von 15:0 eliminiert hatte. Potsdam zählt seit Jahren zur absoluten Spitze im europäischen Frauenfußball. Die mit Teamspielerinnen gespickte Mannschaft zählt zwei Europapokalsiege und vier gesamtdeutschen Meisterschaften zu seinen größten Erfolgen.

"So ein Kaliber wie Turbine ist toll, das ist eine Herausforderung für die Mädchen", sagte Brand, die ihre Mannschaft (3:1 im Sechzehntel-Finale gegen Griechenlands Meister PAOK Saloniki) zwar auf einem guten Weg sieht, aber doch auch gewisse Limitierungen ortet. Der Grund dafür liege nicht zuletzt in der Dominanz in der heimischen Meisterschaft. "Wenn man in der Liga nicht wirklich gefordert wird, ist es schwer. Unsere Mädels sind seit acht Jahren vorne. Wir haben alles gewonnen, was es in Österreich zu gewinnen gibt", sagte Brand.

Die Turbinen sind in guter Verfassung und haben sich am Wochenende die Herbstmeisterschaft in der deutschen Bundesliga gesichert. Coach Bernd Schröter will die Favoritenrolle zwar nicht abstreiten, betont aber: "Wir nehmen den Gegner trotzdem sehr ernst. Jede Mannschaft im Achtelfinale ist gefährlich."' Der 12:1-Kantersieg, der aus dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams aus der UEFA-Cup-Saison 2005 zu Buche steht, sei heute "ein Muster ohne Wert".

Drei Spielerinnen von damals sind bei Neulengbach diesmal wieder mit dabei. Nina Burger, die bei jenem Spiel ihr internationales Debüt gab, kann sich noch gut erinnern: "Wir mussten bei diesem Spiel unsere komplette Abwehr umstellen, da wir drei aus der ersten Runde gesperrte Spielerinnen ersetzen mussten. Andererseits hoffen wir, das sich unsere Spielqualität in den letzten Jahren doch gesteigert hat, und wir werden sicherlich nicht nochmals den Fehler machen, mit Postdam mitspielen zu wollen".

Trainerin Brand verordnet dementsprechend eine strikte Defensivtaktik. Daniela Tasch kann dabei aufgrund ihrer Gelb-Roten Karte im Spiel gegen Saloniki allerdings nicht mitwirken. Da das Flutlicht im Karl Liebknecht Stadion in Potsdam derzeit nicht einsatzfähig ist, wird das Spiel bereits um 14.00 Uhr angepfiffen.

Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch im Neulengbacher Wienerwaldstadion statt (19.00 Uhr) und wird live auf Eurosport übertragen. (red)

  • Nina Burger trifft Potsdam zum zweiten Mal.

    Nina Burger trifft Potsdam zum zweiten Mal.

Share if you care.