Zahlreiche Mitarbeiter verlassen OpenOffice-Projekt

1. November 2010, 14:27
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Über 30 ehrenamtliche Mitarbeiter samt den Projektleitern der deutschsprachigen Sektion wechseln zu LibreOffice

Der Interessenskonflikt zwischen Hauptsponsor Oracle und den ehrenamtlichen Mitarbeitern des OpenOffice-Projekts spitzt sich immer mehr zu. Nun haben über 30 Helfer der deutschsprachigen Sektion bekannt gegeben, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, berichtet heise. Stattdessen wollen sie LibreOffice weiterentwickeln.

Gründung der Document Foundation

Der Rückzug der Mitglieder markiert einen weiteren Höhepunkt im Konflikt um die Organisation und Entwicklung der freien Bürosuite. Mehrere Projektmitglieder hatten zuvor die Gründung der unabhängigen Document Foundation angekündigt. Deren Ziel soll es sein, die Entwicklung der freien Office-Suite als LibreOffice voranzutreiben und die Community unabhängig von den Sponsoren zu vertreten. Oracle hatte daraufhin erklärt, OpenOffice wie bisher weiterzuentwickeln.

Entweder/Oder-Situation

"Daraus ergibt sich nun tatsächlich der in letzter Zeit postulierte Interessenkonflikt für diejenigen Community-Mitglieder in verantwortlichen Positionen des Projekts, denen es nicht ausreicht ‚wie bisher weiter zu arbeiten'", heißt es in einer Nachricht an die OpenOffice-Unterstützer. Betont werden positive Aspekte der Zusammenarbeit "in Bereichen Dokumentation, Qualitätssicherung und Übersetzung, gemeinsame Marketinganstrengungen sowie die Organisation von
Community-Events und Messeauftritten". Allerdings wird kritisiert, dass viele Ideen nicht verwirklicht werden konnten, weil sie nicht denen des Hauptsponsors entsprochen hätten.

Seitens Oracle habe es bisher kein Einlenken bezüglich der Frage nach der Projektorganisation und -führung gegeben. Daraus ergebe sich für viele Mitarbeiter eine Entweder/Oder-Frage. Oracle hatte LibreOffice-Mitarbeiter zuvor aufgefordert, das Community Council zu verlassen.

Führungspositionen verlassen

Die unterzeichnenden Community-Mitglieder wollen sich in Zukunft in der Document Foundation engagieren, um das Projekt unter dem Namen LibreOffice weiterzuentwickeln. Zu den Unterzeichnern gehören die Co-Leads Jacqueline Rahemipour und Marko Moeller, ebenso wie die für Marketing und Pressearbeit verantwortlichen Mitarbeiter Florian Effenberger und Thomas Krumbein. (red)

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