Wiener Ballgäste lassen die Millionen tanzen

1. November 2010, 10:20
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Die bevorstehende Ballsaison wird insgesamt rund 74 Millionen in die Kassen der Wiener Wirtschaft spülen

Wien - Alles Walzer, viel Geld: Die bevorstehende Ballsaison wird insgesamt rund 74 Mio. Euro in die Kassen der Wiener Wirtschaft spülen. So hoch ist laut einer Untersuchung der Wiener Wirtschaftskammer die Gesamtwertschöpfung des kommenden Ballgeschehens. Umfasst sind dabei unter anderem Ausgaben für Eintrittskarten, Kosmetik, neue Frisuren oder auch das Taxi. In den kommenden Monaten werden laut der Prognose übrigens so viele Gäste wie noch nie einen Ball besuchen - was nicht zuletzt daran liegt, dass die Saison sehr lang ist.

Rund 250.000 Wiener (Vorjahr: 235.000) werden sich laut Studie ins Ballgetümmel stürzen, dazu kommen rund 115.000 (80.000 in der vergangenen Saison) Tanzwütige aus den Bundesländern und aus dem Ausland. Nach Angaben von Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank würde dies einen Rekord an Eintritten bedeuten - zurückzuführen auf die lange Saison und auf den Aufschwung nach der Krise.

Das Angebot für Ballfreunde ist jedenfalls groß. 450 Bälle finden bis 8. März 2011 in der Bundeshauptstadt statt. Im Schnitt planen die Besucher Ausgaben in der Höhe von 220 Euro. Die größten finanziellen Brocken: Essen und Trinken, die Ballkarte und das Outfit. Insgesamt 38 Mio. Euro werden in Karten, Tischreservierungen sowie Speisen und Getränke am Ball investiert. Ballgarderobe, Schuhe, Schmuck und Accessoires schlagen mit insgesamt 22 Mio. Euro zu Buche.

Friseur und Co

Rund die Hälfte der Ballgeherinnen und -geher statten vorher dem Friseur einen Besuch ab, wobei der Trend bei den Damen von hochgesteckten Locken angeblich zum klassisch eleganten Look geht. Gefragt ist aber auch die Romantikvariante inklusive eingeflochtener Haarteile. Zehn Prozent der weiblichen Besucher planen zudem die Konsultation eines Kosmetiksalons.

Zumindest fünf Prozent der Befragten bereiten sich in Tanzkursen auf die Saison vor, wobei die Tanzschulen einen Trend zu lateinamerikanischen Schrittfolgen registrieren - dem Vernehmen nach ein Nebeneffekt der aktuellen Frida-Kahlo-Ausstellung.

Die Motive, eine abendliche Tanzveranstaltung zu besuchen, sind unterschiedlich: 75 Prozent der Befragten gaben an, einen schönen Abend mit ihrem Partner verbringen zu wollen. 70 Prozent wollen Flair und Ambiente genießen bzw. Freunde treffen.

Immerhin 65 Prozent gehen, um zu tanzen. Eher weit abgeschlagen liegen die quasi dienstlichen Beweggründe: 15 Prozent besuchen Bälle, um Geschäftspartner zu treffen. Genau so hoch ist der Anteil jener, die sich aufgrund gesellschaftlichen Verpflichtungen für einen Besuch entschließen. (APA)

  • Immerhin 65 Prozent der Ballgäste wollen das Tanzbein schwingen.
    foto: standard/cremer

    Immerhin 65 Prozent der Ballgäste wollen das Tanzbein schwingen.

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