Washington

200.000 bei Demo "zur Wiederherstellung der Vernunft"

31. Oktober 2010, 08:42

Demo des Polit-Komikers Jon Stewart in Washington

Washington - Endspurt im US-Kongresswahlkampf: Mit einer kämpferischen Rede in seiner Heimatstadt Chicago hat US-Präsident Barack Obama am Samstag versucht, ein drohendes Wahl-Desaster für die Demokraten am 2. November abzuwenden. Vor Tausenden Anhängern räumte er am Abend (Ortszeit) ein, dass die Wahl schwierig werde. "Aber wir müssen dieses Land voranbringen", beschwor er die Zuhörer. Die Kundgebung im Hyde Park war Obamas erster öffentlicher Auftritt in Chicago seit seiner Siegesfeier nach der Präsidentenwahl 2008.

Zuvor hatten nach einem der erbittertsten Kongress-Wahlkämpfe in der US-Geschichte in Washington Zehntausende Amerikaner in Volksfeststimmung für Vernunft und Toleranz demonstriert. Sie folgten einer Einladung des populären US-Politkomikers Jon Stewart, der zusammen mit seinem Kollegen Stephen Colbert eine farbenprächtige Satire-Show inszenierte und damit Humor in den Wahlkampf-Endspurt brachte. Unterstützt wurden sie durch Musik-Stars wie Cat Stevens, Ozzy Osbourne und Sheryl Crowe.

200.000 bei Demonstration

Nach mehreren Schätzungen waren es bis zu 200.000 Menschen, die zu der Großkundgebung "zur Wiederherstellung der Vernunft" auf die Museumszeile im Herzen der Bundeshauptstadt kamen. Die Veranstaltung des liberalen Gastgebers der "Daily Show" des Senders "Comedy Central" galt als Gegenstück zu einer "Rally zur Wiederherstellung der Ehre", die der erzkonservative Fox-News-Moderator Glen Beck im September abgehalten hatte.

Stewart hatte wiederholt betont, dass seine Kundgebung nicht politisch motiviert sei. Er wolle moderaten Bürgern aller politischer Richtungen ein Forum geben, ihre Frustration über den konfrontativen Stil im politischen Washington auszudrücken, sagte er.

"Seid Ihr bereit, die Vernunft wiederherzustellen?" rief Stewart zum Auftakt der Kundgebung nach dem Singen der Nationalhymne unter dem Jubel der Menschen aus. "Wir können Auseinandersetzungen haben, ohne Feinde zu sein", sagte er zum Abschluss in einem leidenschaftlichen Plädoyer gegen Polarisierung, für Toleranz und zivilen Umgangston in Politik und Gesellschaft.

Stärkung für Demokraten

Trotz dieser Neutralität galt die Veranstaltung so kurz vor der Kongresswahl zumindest indirekt als eine Rückenstärkung für die bedrängten Demokraten, denen nach Umfragen viele junge Wähler den Rücken zukehren. Obama selbst hat die Veranstaltung begrüßt, am vergangenen Mittwoch war er in der "Daily Show" zu Gast gewesen.

Am Samstag reiste Obama gleich in drei Bundesstaaten, um die Wähler zu mobilisieren. Nach Auftritten in Pennsylvania und Connecticut versuchte er dann - bereits heiser und sichtlich erschöpft, in Chicago (Illinois) die Aufbruchstimmung von 2008 wiederzubeleben. "Ich brauche, dass Ihr weiter kämpft", rief der Präsident unter dem Jubel der Zuhörer.

Obamas Demokraten müssen befürchten, dass sie am 2. November zumindest ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus verlieren. Die Republikaner werden nach Umfragen wahrscheinlich sogar mehr als die 39 Sitze hinzuzugewinnen, die sie zur Kontrolle dieser Kammer benötigen. Im Senat sieht das Rennen knapper aus. Dort müssten die Republikaner 10 Mandate hinzugewinnen, um das Ruder zu übernehmen. (APA)

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raymond a
80
1.11.2010, 10:17

bei der Anti-Teaparty Berichterstattung herrscht totale Harmonie zwischen Standard/ORF und der Kronen Zeitung:

http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/08/3... rarechten/

sunwalker2010
01
1.11.2010, 22:15

Wenn selbst die Kronen-Zeitung etwas "Ultrarechts" nennt..

chilli p.
01
1.11.2010, 16:12

nüchterne einschätzungen, eben.

(auch die krone ist dazu fähig, wenn sie will.)

sam simon1
01
1.11.2010, 08:16
funniest signs at the rally to restore sanity

http://www.huffingtonpost.com/2010/10/3... ml#s169716

evin
 
00
1.11.2010, 21:27

Hehe .. Bild 42 ist witzig, gehört zu meinen Lieblinkscharakteren aus FutuALL GLORY TO THE HYPNOTOAD!

Im Exil
10
1.11.2010, 13:09
erleuchtung finden

bedeutet nichts anderes, als aufzuhören nachzudenken.

und dafür sind sie der beste beweis.

der erleuchtete
191
31.10.2010, 18:21
karneval der unkulturen

man hat manchmal den eindruck, diese 'demonstranten' sind die gleichen, die auch für die teaparty reaktionäre ihre spässe treiben möchten... für ein paar dollar.
obama is eh der beste republikaner, den es je gegeben hat. noch waren die demokraten so feige und so rechts wie in den letzten zwei jahren

NotDarkYet
01
1.11.2010, 13:22

Was für ein Schwachsinn!!!

Lichtfreak
03
1.11.2010, 11:15
Mal dringend nachschauen!

Die Pfunzel in ihrem Innern ist durchgebrannt - eine Neue reinschrauben, dann leuchtet es vielleicht auch wieder!

Danke!

chilli p.
01
1.11.2010, 16:13

dafür lohnt sich aber höchstens eine energiesparlampe!

free spirit
02
1.11.2010, 09:42
witz

bold

TheMentat
28
31.10.2010, 21:27
Schon wieder besteigt mich

ganz kräftig das Gefühl, dass jene die glauben Erleuchtung erfahren zu haben, alles andere als "helle" sind.

Drizzle
 
01
31.10.2010, 19:23

eine meinung hast du von den leuten, das ist erschreckend. wie sieht es mit deinem selbstbild aus, ist das ähnlich schlecht gelagert?

Mark_Anton
42
31.10.2010, 16:17
Yusuf ein Vorbild für Linke/Liberale

Ist ein sozial extrem Konservativer Islamist wie Yusuf Islam ein geeignetes Aushängeschild für eine Rally to Restore Sanity?

Er sagt auf seiner Website nach wie vor, daß er die Todesstrafe für Rushdie im Grunde richtig fände. Muß man sich wundern wenn ein solcher Sharia-Fan von Linksliberalen gepusht wird, daß die Menschen schreiend weglaufen?

<http://forums.thedailyshow.com/?page=Thr... =33525>

Bundesministerium für Jenseitige Angelegenheiten
20
31.10.2010, 18:11

die haltung zur fatwa anno 1989 von ihm ist sicher kritisierenswert, aber über das was auf seiner webseite geschrieben steht, soll sich am besten jeder selbst ein bild machen:
www.yusufislam.com/faq/3ed8a... 0efc2f696/

Mark_Anton
00
31.10.2010, 19:16

er ist nicht für die Fatwa die die Ermordung Rushdies will, er will seinen Tod nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren wegen Gotteslästerung, das ist wirklich erfreulich und macht ihn zu einem echten Liberalen.

chilli p.
00
1.11.2010, 16:15

hören sie sich jon stewarts schlussrede an, und dann werden sie vielleicht kapieren, dass es gerade darum ging: vernünftige auseinandersetzung über divergierende ansichten. und eben nicht darum jemand auszugrenzen, weil ihnen seine religion grad nicht gefällt.

diskdusk
 
210
31.10.2010, 17:31

Man kann sich natürlich auf dieses kleine Detail konzentrieren und damit den wahren Grund für diese Demonstration verschleiern und verdrehen. Cat Stevens/Yusuf Islam hat die Kampagne unterstützt, Jon Stewart tat dies und 200.000 weitere auch. Ich will jetzt nicht von allen 200.000 wissen, auf welchem Bereich sie vielleicht etwas schräge und antiliberale Einstellungen haben, es tut auch nichts zur Sache. Wichtig ist, dass all diese Menschen gemeinsam eine Message unterstützen: Schluss mit dem geisteskranken "Krieg" um Stimmen, Amerikas Stärke (und Schwäche) war immer der Zusammenhalt. Diese Demo jetzt umdeuten zu wollen ist ein zweifelhaftes Unterfangen.

Mark_Anton
20
31.10.2010, 19:18

wer unkritisch diesen Islamisten als Vorbild präsentiert muß sich den auch anrechnen lassen. Er erklärt auf seiner Website, daß Schwule, außerehelicher Sex, Alkohol und noch ein Dutzend weitere Dinge Haram seien und deswegen auch in islamischen Ländern zu Recht bestraft würden.

http://www.mountainoflight.co.uk/spiritual... c_law.html

Gotteslästerung eben auch mit dem Tod. Wer sich den auf die Fahnen schreibt darf sich hinterher nicht zu sehr wundern...

Adam Markus
014
31.10.2010, 16:13

Es ist heute wie es in der Geschichte immer war. Nichts fürchten die Bösewichte mehr als die Satire.

Ob in der Antike, dem Mittelalter, oder dem Dritten Reich - Staire war schon immer das beste Mittel im Kampf gegen Autoritarismus und Unterdrückung.

fizzzzzz
 
12
31.10.2010, 16:06
Unterstützt wurden sie durch Musik-Stars wie Cat Stevens, ......

Wieso heisst denn der auf einmal wieder Cat Stevens?

(Ein Schelm, wer...) ;-)

Lars Jonka
127
31.10.2010, 15:56
Wenn die Amerikaner realisieren, daß Obama weder der Mann für "change" ist

noch der Anwalt der Bürger, sondern ein wallstreetknecht, der die Bush-politk in jedem Punkt nahtlos fortsetzt (Kriege, Verschuldung etc), der den Amerikanern BILLIONEN gestohlen hat um es seinen Auftraggebern an der wallstreet zu überweisen, damit die die Verluste aus ihren Spekulationen nicht tragen müssen und weiter ihre Maseratis fahren können, werden sie ihn aus seinem Büro hinaustragen.
(Die Schulden bleiben aber)
Ron Paul ist eine Alternative

chilli p.
00
1.11.2010, 16:16

jener ron paul, der die antirassismus-gesetzgebung der usa abschaffen möchte, weil sie die freiheiten von unternehmern zu sehr einschränkt. jaha!

X Y
12
1.11.2010, 02:33
Der ist doch ein fürchterliches Übel - nicht besser als die Tea-baggers.

Die Libertarians liegen in allen ihren Vorstellungen falsch. Die Abschaffung des Staates in fast allem bringt keinen Staat vorwärts, sondern nur noch zurück in die Steinzeit. Keine großen Staatsprojekte, die die Wirtschaft vorantreiben, Straßen im Privatbesitz, das Ende der staatlich finanzierten Forschung, das sind so die Tagträume der Libertarians.
Im Vergleich zu jedem, aber auch jedem, Republikaner und Libertarian ist Obama der überwältigend bessere Präsident, wenn er leider auch nicht einsehen will, dass die Republikaner einfach nicht kooperieren wollen und leider eben auch viel zu wenig liberal ist. 5 trillion mehr Staatshilfe, das hätten die USA gebraucht, und hätte wegen der Inflation (jetzt Deflation) auch nicht geschadet.

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