EU-Reform

Sind 12 Milliarden wichtig?

29. Oktober 2010, 22:00

Faymann wird erklären müssen, ob 12 Milliarden aus Steuermitteln uns "berühren"

So schnell kann's gehen: Vor zwei Jahren hat Werner Faymann via Kronen Zeitung eine Volksabstimmung über einen neuen EU-Vertrag angekündigt, sofern dieser "die österreichischen Interessen berührt" . Diese Aktion sorgte damals für Riesenaufregung und sprengte die SP-VP-Koalition. Sie war als Zugeständnis an die massive Anti-EU-Kampagne der Zeitung gedacht.

Insgeheim hofften die SPÖ-Granden inständig, dass der "Ernstfall" nie eintreten möge. Mit der Begründung hatten sie sich auf dünnes, populistisches Eis begeben. Bis dahin war geltende Lehre, dass ein Referendum stattfinden muss, wenn die Verfassung in ihrer Gesamtheit wesentlich verändert wird - wie beim EU-Beitritt 1994.

Wann aber ist etwas für Österreich wichtig oder nicht? Die Antwort wird Faymann - inzwischen Bundeskanzler - bald geben müssen. Sein Tag der Wahrheit wird spätestens Mitte Dezember sein, wenn die EU-Regierungschefs einen Rettungsfonds für in Not geratene Euro-Staaten fixieren - per EU-Vertragsänderung. Als Vorbild dient der 750-Milliarden-Hilfsfonds vom Mai, den die EU-Länder bilateral und freiwillig vereinbart haben. Österreich steht für 12,2 Milliarden Euro gerade. Wie gesagt, freiwillig. Wenn das aber EU-Recht ist, wird es verbindlich. Juristisch ist das kein Grund für eine Volksabstimmung, weil keine wesentliche Verfassungsänderung. Faymann wird aber erklären müssen, ob 12 Milliarden aus Steuermitteln uns "berühren". (Thomas Mayer/DER STANDARD, Printausgabe, 30./31.10./1.11.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
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Fraho
00
9.11.2010, 10:24
Der erste Rettungsversuch - als Probegalopp für künftige.

Die Regierung Irlands versucht jetzt zwar, ein Riesensparprogramm von 15 Milliarden Euro über 4 Jahre aufzulegen, mit allein 6 Milliarden im ersten Jahr, das sind 1500 Euro pro Kopf der Bevölkerung im Vergleich von nur 1000 Euro pro Kopf im Merkelschen
80 Milliarden Paket.
Aber das wird nicht funktionieren, denn nicht nur die Banken sind instabil und drehen an der Zinsschraube, um gerettet zu werden, es ist während der Zeit des keltischen Tigers auch zuviel gebaut und geborgt worden, überall stehen Bauruinen, die Leute, die gekauft haben sind überschuldet, aus den USA kommen keine Investitionen mehr, und sogar der
Tourismus ist eingebrochen.

Der Mann mit der Maske
10
2.11.2010, 12:29
das trauige ist das in ö keine politiker mit arsch sind die mal wirklich das volk fragen und dann auch volkesmeinung vertreten.

sind doch eh alles a. kriecher.

Traumpass - Spieler
11
2.11.2010, 16:41

politiker, die "das volk fragen" erledigen den job, für den sie bezahlt werden, nicht und sind somit als faul und unqualifiziert zu bewerten.

Der Mann mit der Maske
00
8.11.2010, 09:09
tja aber was ist eine volksverträter der nicht auf das volk hört? ein volksverräter!!

Seria
02
1.11.2010, 09:57

das Trauerspiel ist, daß in Ö keine Poltiker bekannt sind, durch die man sich wirklich vertreten lassen möchte

Bernhard Lassy
 
00
1.11.2010, 06:07
wer soll die Staatsorgane noch ernst nehmen

Es gibt genügend Anläße, ich kann mindestens einen aus persönlicher Erfahrung beschreiben. Was ist davon zu halten wenn ein vor der Pensionierung stehender Staatsanwalt wie Dr. Wilhelm Böhm es im Dezember 2005 schafft innerhalb kürzester Zeit (3 Wochen) eine Anzeige mit rund 80 Seiten technischer Dokumentation und einem Gutachten eines ger. beeideten Sachverständigen einzutellen, im Nachhinein Erhebungen durchführen lässt um Anzeige gegen den Anzeiger zu erstatten, dann aber nichts mehr passiert, nach dem die Unterlagen dies nicht zu ließen.

http://tinyurl.com/2vfqply

http://tinyurl.com/3732859

Bernhard Lassy
 
11
31.10.2010, 21:16
es interessiert keinen?

oder besser gesagt, die Betroffenen Beschuldigtenkönnen offenbar alles nieder halten. Wie kann es sein das Dr. Schüssel und sein Finanzminister Mag. Grasser mehr als 300 Mio. EUR ohne Rechenschaft im BRZ verbrennen, wie kann es sein, dass Mag. Kogler vom Rechnungshofaussschuß keine Antworten erhält. wie kann es sein. dass Dr. Fielder als Rechnungshofpräsident Mißtständen nicht nachgeht, aber heute als Mr. Antikorruption durchgeht - das ist Österreich

iohui
11
31.10.2010, 21:10
tja, wenn die politiker und beamten

mit ihrem einkommen bzw. privatvermögen für die 12 mrd. gradstehen wollen, sei ihnen das vergönnt.

ich will es mit meinem geld ganz sicher nicht.
ich will keine bank retten.
ich will auch kein durchnormiertes einheitseuropa und ich brauch keine harte währung (eine weiche wäre mir lieber).

ich gehöre im falle einer bankenrettung auch garantiert nicht zu den geretteten.

also hände weg von meinem geld! capito?

Joshuamadi
00
31.10.2010, 19:00

Milliarden- ich bin dagegen. Bei 650 Millionen muss Schluss sein!

Blockmalzmann
09
30.10.2010, 16:25
bleibts am teppich

wenn die 12 milliarden schlagend werden, werden insgesamt 750 milliarden schlagend - nämlich der ganze euro-rettungsschirm. dann werden auch die 100 milliarden des ö. bankenpakets schlagend, und europa würde auf zentralafrikanisches niveau fallen.
wer glaubt, dass sich dann die disskusion darum dreht, ob wir eine volksabstimmung hätten machen sollen, dem ist eh' nimmer zu helfen...

robinsons freitag
00
1.11.2010, 17:13
@ Blockmalzmann:

Der Rettungsschirm wird nie schlagend, weil es nie soweit kommen wird!
Europa ist too big to fail.

Advaita0
10
1.11.2010, 11:23
Genau!

dann kommt hoffentlich ein System ohne Zinsen, das die jetzige Ausbeutung ersetzt.

Wörgl läßt dann grüßen:

"Das Experiment war erfolgreich. Geldkreislauf und Wirtschaftstätigkeit wurden wiederbelebt, während das übrige Land tief in der Wirtschaftskrise steckte. Überall in Wörgl wurde gebaut und investiert. Noch heute zeugt unter anderem eine Straßenbrücke mit der Aufschrift „mit Freigeld erbaut“ davon. In den vierzehn Monaten des Experiments sank die Arbeitslosenquote in Wörgl von 21 auf 15 Prozent ab, während sie im übrigen Land weiter anstieg."

Traumpass - Spieler
00
2.11.2010, 16:44

und warum, glaubst du, hat das ganze nur 14 monate gehalten?

Blockmalzmann
00
1.11.2010, 14:47
schwundgeld

finde ich eh auch interessant, habe aber ehrlich gesagt auch keine ahnung.
es klingt aber schwer danach, dass das erst nach dem ende des daseins, so wie wir es kennen, passieren kann. es geht ja nur mehr weltweit, weil sich keine wirtschaftsregion vom gloablen kapitalismus so einfach lösen kann. sonst wär es ja vielleicht den chinesen eingefallen...

zimbo
 
127
30.10.2010, 12:07
Ein Austritt wäre wichtig.

Die Menschen sind schon verarmt genug, und Freiheit gibts auch nicht mehr.

Joshuamadi
11
31.10.2010, 19:01

Ne aber die Reichen werden dann vieleicht arm. Wär doch schon ein Anfang.

Advaita0
00
1.11.2010, 11:24
alle, die Geld auf der Bank haben sind es dann los

Walter Kaiser
01
31.10.2010, 10:11
Aha, und der Austritt macht Arme reich?

.MS.
21
31.10.2010, 15:30

Klar, die EU könnte uns dann nicht mehr verbieten:
- Besonders hohe Einkommen höher zu besteuern
- Vermögensbezogene Steuern für große Vermögen einzuführen
- Die Raifeisen für ihre Gewinne auch Steuern zahlen zu lassen
- mehr Geld in Schulen und Universitäten zu investieren
- geringe Einkommen steuerlich zu entlasten

achso tut sie jetzt schon nicht? *kopfkratz*

zimbo
 
10
31.10.2010, 12:17
Die können sich wenigstens erholen, haben eine Chance, die sie jetzt nicht haben.

leftjustified
01
31.10.2010, 15:22

Und welche Chance wäre das? Eine Währung zu haben, die defakto seit Jahrzehnten insgeheim an die D-Mark gekoppelt war? Die Chance beim nächsten Urlaub am Balaton an der Grenze schlange zu stehen? Die Chance doch nicht ein einfaches Auslandssemester für Studenten zu machen? Die Chance, dass das Unternehmen bei dem sie arbeiten zugrunde geht, weil es keinen gemeinsamen Binnenmarkt und Zollfreiheit gibt? Die Chance das wir überhaupt keinen Einfluss mehr auf die Gestaltung der EU Politik haben?
Ich vergass, wenn wir Austreten, die Grenzen inkl. Stacheldraht hochziehen wird alles besser und alle menschen werden Glücklich. ...

dasandere
10
1.11.2010, 16:30
Die Schwweiz macht doch vor

wies geht- Bündnis Alpistan jetzt!

Traumpass - Spieler
00
2.11.2010, 16:47

was macht die schweiz vor?

jährlich mehr als eine mrd nach brüssel zu überweisen, ohne was zurück zu bekommen?

nirgends mitreden dürfen?

eu-regelungen (schengen) durch mühsam ausverhandelte bilaterale verträge einführen?

etc etc.

schweiz-jubler zeichnen sich im allgemeinen durch sehr wenig wissen aus.

zimbo
 
10
1.11.2010, 10:11
Als die Mark mal schwächer wurde, sprach Schaumeier von einer Entkoppelung.

Nun zahlen wir aber die Uboote der Griechen.

jeffk
00
31.10.2010, 09:37

keine frage, es gibt (selbstverschuldet und nicht) arme menschen in AT
aber in summe geht es uns eigentlich verdammt gut!

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