Wien - In einigen Bundesländern, hat man darauf bereits reagiert: Weil die Schuhe der Verblichenen wegen des hohen Plastikanteils nicht oder nur schwer verrotten, werden die Leichen in der Regel ohne Schuhe in den Sarg gelegt. Dies fällt den Nachkommen meist gar nicht auf, weil im Gegensatz zum angloamerikanischen Raum hierzulande die Aufbahrung mit geschlossenem Sarg Usance ist. Ähnliche Probleme, so die Be- statter, gibt es mittlerweile mit vielen Kleidungsstücken. Krawatten, Anzüge, Strumpfhosen: Überall ist Kunststoff dabei, der nur schwer verwest.
Grundsätzlich dürfte der Umweltschutz ein großes Thema für die Branche werden. Eine Studie zum Thema Begräbnisse, durchgeführt vom Worldwatch Institute mit Sitz in Washington, bezeichnet die Erdbestattung als wenig ökologisch und ressourcenintensiv, besonders im angloamerikanischen Raum. Wegen der offenen Aufbahrung komme es zu einem hohen Grad kosmetischer Konservierung, beklagen die Worldwatch-Autoren. Auch bei den Särgen sei wenig öko, sind sie doch aus Kunststoff oder langsam wachsenden Hölzern gefertigt.
In Großbritannien hat sich bereits ein Gegentrend herausgebildet. Ein Institut bietet "grüne" Erdbestattungen an. Mit Karton-särgen aus recycliertem Papier oder aus Bambus, der aus Fair-Trade-Anbau stammt. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30./31.10.2010)