Vergessenes, neu arrangiert: Wiener Jüdischer Chor

29. Oktober 2010, 18:50
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Der Jüdische Chor Wien ist am Samstag im Musikverein zu hören

Vor 20 Jahren hat alles in einem Wiener Wohnzimmer begonnen, als private Liebhaberei, naturgemäß. Mittlerweile nimmt der Wiener Jüdische Chor mit seinen rund 50 – jüdischen wie nichtjüdischen – Mitgliedern einen fixen Platz in der Kulturszene der österreichischen Kapitale ein. Der 20. Geburtstag wurde letztes Jahr standesgemäß mit der Veröffentlichung der CD A bissele Glick begangen. Und mit dem aktuellen Programm "Fargesene Lider" ist man nun im Rahmen des unter dem Motto Humor – Weisheiten – Musik 2010 stehenden Jiddischen Kulturherbsts auch im Gläsernen Saal des Musikvereins präsent. Zu hören sind jiddische Lieder, die sich einst großer Beliebtheit erfreuten, dann aber – zumeist im Zuge der Shoah – in Vergessenheit geraten sind: Lieder aus dem osteuropäischen Schtetl, aus dem jiddischen Theater wie auch solche, die nach dem Krieg neuen Mut geben sollten. Roman Grinberg, seit 2002 amtierender Leiter des Wiener Jüdischen Chors, hat diese alten Gassenhauer gesammelt und neu arrangiert. Im Rahmen des samstägigen Konzerts werden zudem einige besondere Gäste ihren Teil beisteuern: Klarinettist Horst Hausleitner zeigt sich von seiner klezmeraffinen Seite, der aus Moskau stammende, seit Jahren in Wien lebende Violinist Aliosha Biz, bekannt u. a. aus Dobrek Bistro, ist ebenfalls mit von der Partie. Und auch "Trautmann" Wolfgang Böck wird an diesem Abend seine Stimme erheben. (felb, DER STANDARD – Printausgabe, 30./31. Oktober/1. November 2010)

30. 10., 20.00, Musikverein, Gläserner Saal, 01/505 81 90

  • Der Jüdische Chor Wien ist am Samstag im Musikverein zu hören.
    foto: privat

    Der Jüdische Chor Wien ist am Samstag im Musikverein zu hören.

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