Hochhaus von Jean Nouvel

Sofitel-Luxushotel eröffnet am Donaukanal

29. Oktober 2010 15:39
  • Artikelbild
    Foto: apa

    Das noch in Bau befindliche Hotel 'Sofitel' am Donaukanal in Wien, aufgenommen am Donnerstag, 28, Oktober 2010.

Luxushotel in Luxusbau: Nouvel schuf elegantes Hochhaus für Wien - Am 14. Dezember eröffnet Sofitel am Donaukanal

Wien - In der äußeren Gestalt zeigt sich das von Jean Nouvel entworfene Hochhaus am Wiener Donaukanal bereits in seiner kompletten Pracht. Im Inneren wird allerdings noch am letzten Feinschliff gearbeitet, damit am 14. Dezember offiziell das Sofitel-Luxushotel seine Eröffnung feiern kann. Mit dem 75 Meter hohen Bau an der Peripherie des Stadtzentrums hat Pritzker-Preisträger Nouvel einen der beeindruckendsten repräsentativen Bauten in der Bundeshauptstadt der vergangenen Jahre geschaffen.

Sein Neubau ersetzt das 2005 abgerissene einstige Bundesländer- und spätere UNIQA-Hochhaus aus 1962. Im geladenen Wettbewerb hatte sich Nouvel gegen renommierte Kollegen wie Hans Hollein oder Rafael Moneo durchgesetzt. Gemäß seiner Devise des "kontextuellen Bauens" beschäftigt sich der Franzose bei seinen Kreationen eingehend mit der umgebenden Struktur. "Ich beginne überall damit, mich umzusehen, wo ich mich befinde", umriss Nouvel im APA-Interview einst seine Arbeitsphilosophie. Die Folge: Die Bauten des Stararchitekten fungieren deshalb zwar weniger als bei vielen Kollegen als ikonenhafte Kunstwerke, die primär auf die Handschrift ihres Schöpfers verweisen. Dafür fügen sie sich organisch in ihr Umfeld ein, ohne dies als monolithischer Klotz, der letztlich überall auf der Welt stehen könnte, zu dominieren.

So weist der Kanal-Bau in Wien von jeder Blickachse eine andere Struktur auf. Dem gegenüberliegenden Media-Tower von Hans Hollein mit seinem charakteristisch gekippten Winkel neigt sich Nouvels Haus entgegen und bildet so gleichsam ein Portal. Die angrenzenden Altbauten in der Taborstraße nimmt der Neubau mit entsprechender Traufhöhe auf, bevor er sich sukzessive zu seiner Gesamthöhe aufschwingt. Und zur Großen Mohrengasse hin zitiert der Architekt in der vielfarbigen Fassadengestaltung das Kirchenschiffdach des Stephansdoms. Einzig die leuchtend farbigen, leicht infantilen Videodecken der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist konterkarieren die elegante Strenge des Entwurfs.

Genutzt wird der Bau künftig vom französischen Hotelkonzern Accor, der mit seiner 5-Sterne-Luxusmarke Sofitel einziehen wird - und den ob der Entfernung etwas irreführenden Namen "Sofitel Vienna Stephansdom" gewählt hat. 182 Zimmer wird die Nobelherberge haben, darunter einige Suiten. Im 18. und somit letzten Stock ist das freizugängliche Panoramarestaurant "Le Loft" samt Bar vorgesehen. Der Elsässer 3-Hauben-Koch Antoine Westermann soll hier ebenfalls ab dem 14. Dezember österreichische und französische Cuisine verbinden. Überdies ist ein Einkaufszentrum und eine Garage eingeplant.

Im Zuge des Neubaus wurde das bestehende Wiener Sofitel der Accorgruppe im Bezirk Landstraße in "Hotel am Konzerthaus" umbenannt und der Marke "MGallery Kollektion" zugeordnet. Insgesamt nennt die französische Gruppe samt Nouvel-Bau 18 Hotels in der Bundeshauptstadt ihr Eigen. Weltweit betreiben die Franzosen in 90 Ländern mehr als 4.100 Hotels der Marken Sofitel, Pullman, Novotel, MGallery, Mercure, Suite Novotel, Adagio, All Seasons, Orbis, Ibis, Etap, Thalassa, Barriere, Formule 1 und Motel 6. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Thor Freekicker
18.11.2010 08:32
Steht der Steffl am Kanal ?

Ich habe in einem Posting an Tripadvisor.com im Oktober darauf hingewiesen, dass die Hotelbezeichnung "beim Stephansdom" den Gästen letzlich doch eine weite Reise abverlangt, bis sie den Steffl wirklich erreichen.

Der Hotelleitung gelang es, dieses Posting als nicht sachbezogen abzudrehen, mit der Begründdung M. Nouvel war beigeistert, wie gut man von seinem Haus den Steffl sehen würde .....

Das ist Wien: erzähl a Gschichtl und nach einiger Zeit glauben alle das ist wahr.

klaus huber
12.11.2010 13:16
proportionen

wie kann man so einen bau genehmigen. passt von den proportionen überhaupt nicht in die gegen. der kubus ist viel zu groß u konspiriet in keinster weise mit der umgebung. die gegenüberliegenden häuser haben 4-5 stockwerke. aber die reifeisen lände muss sich scheinbar an keine bauordnungen halten.

shaki1
02.11.2010 21:22
Dritter Absatz

Der geschriebene Tanz über die Architektur...

window in the skies
02.11.2010 13:56
nouvels haus neigt sich entgegen

stimmt. vom schwedenplatz gesehen schaut es aus, als würds gerade umkippen. :)

aber jetzt
02.11.2010 12:21

und vom stilwerk sind auch schon 25% der flächen vermietet:)

01052004
02.11.2010 09:54
es tut mir leid, aber auf dem bild seh ich nur

einen hohen, auswechselbaren betonklotz

da schwingt sich nciht irgendein bauteil irgendwohin, da beugt sich kein anderer zu einem anderen haus. und von den infantilen ecken der schweizerin seh ich auch nix...

aber ich gebs zu: ich bin ein architekturbanause. mich interessiert an einem bauwerk zuerst die funktion, dann das verhältnis bauwerk-mensch...namen sind mir schall und rauch...

ich mag etwa the british library, london.
ich mag nicht: das neue akropolismuseum, athen...
und ich mag nicht die menschenfeindlichen "star"-hochhaus-neubauten in wien....jedes dieser klötze könnte irgendwoanders auch stehen: in einem chineischen oder amerikansichen suburb etwa...

Edain
03.11.2010 16:11

Das ist auch ein außergewöhnlich schlechtes Bild von diesem doch recht gelungenen Bau. Ich kann zwar durchaus verstehen, dass man in einer Stadt wie Wien keine solchen modernen Klötze haben will (da fehlt der Mut der Stadt, sich ihre Einzigartigkeit zu bewahren, lieber ist man um des Mitmachen Willens modern) - aber es hätte doch weit schlimmer kommen können als mit diesem Bau.

http://www.stilwerk.de/stilwerk/... 0px_04.jpg
Da sehen's übrigens die Deckenarbeit, von der im Artikel die Rede ist. Zieht sich fast über die ganze Decke der Lobby - ein wenig infantil in der Tat, andererseits angenehm anders als die üblichen gedeckten Erdtöne, die man so bekommt.

mens sana in corpore sano
02.11.2010 20:31
hingehen. anschauen.

Christoph Karl Steininger
02.11.2010 08:49
Ich würde lieber in einer Gartenlaube wohnen,

als in diesem schrecklichen Block!

Wieviel Luxus kann das schon sein? Klimaanlagen, Fenster die man nicht öffnen kann, Bäder ohne Tageslicht. Überall Teppichboden, standardisierte brandhemmende Möbel und Vorhänge. Eine Orgie in Grau und Beige!

Wenn man in einem solchen Kasten aufwacht weiß man zunächst nicht ob man in Singapore, Moskau oder Santjago de Chile ist. Es ist auch gleichgültig denn die Küche und das Service sind überall das Gleiche! Das geht bis zur standardisierten Liftmusik!

Austauschbare internationale Küche, Bordeaux und Burgunder, Perrier sprudelt im Wasserglas.
Furchtbar!

Anton Hammerschmidt
03.11.2010 13:26
Internationale Küche !

Statt unseres guten alten Schnitzels ! Bordeaux und Burgunder und kein Grüner Veltliner ! Sex und Drogen und Rock und Roll ! Und das alles klimatisiert auf grauen Teppichböden !
Sie haben recht: der Untergang des Abendlands ist nah. Ich flehe Sie an, mir in Ihrer Gartenlaube Asyl zu gewähren !

mens sana in corpore sano
02.11.2010 20:32
es ist zwar noch nicht fertig,

sie waren noch nicht drin, sie wissen aber schon, wie grausig es ist :-) das nenn ich wien!

ela vie
02.11.2010 09:28

das will die kundschaft aber offensichtlich, drum haben ja auch die fast food ketten so großen globalen erfolg. der mensch ist halt so, und wenn ich egal wo auf der welt in einer bestimmten kette absteig, dann weiss ich was ich bekomm.

h 90
02.11.2010 07:26
Das Bild?

mmhhh im modernen Schuhschachteldesign.
Das haet sogar ich designen koennen....

nichtkaefer
01.11.2010 18:08
elegantes Hochhaus für Wien ... In der äußeren Gestalt zeigt sich das von Jean Nouvel entworfene Hochhaus am Wiener Donaukanal bereits in seiner kompletten Pracht.

Von außen ist die "Pracht" leider nicht zu erkennen. Vielleicht erschließt sich ja das Grau-in-Grau bei näherer Betrachtung.

Max Bialystock
29.10.2010 16:56
Dank der genialen Stadtplanung kann der Bau jezt 24 Stunden ausgiebigst betrachtet werden.

Durch den Rückbau der Unteren Donaustraße von drei auf zwei Spuren staut es seit dem Sommer in einem nie dagewesenen Ausmaß über den ganzen Tag.

Da hier drei Verkehrsströme - vom Praterstern, von der Autobahn und aus Richtung Heumarkt über die Uraniabrücke - war der Rückbau eine Schnapsidee sondersgleichen.

Vorm neuen Sofitel wurden 30 Parkplätze vernichtet und dafür ein gepflasteter Hundescheißplatz geschaffen. Wieso die Fläche nicht begrünt wurde, weiß sicher nur Schicker zu beantworten ebenso was ihm zum Rückbau veranlasst hat.

büro-krater
25.11.2010 21:34

es hat dort immer schon gestaut, weil idiotischer kann man nicht kann den süd-ost und nordverkehr in eine stadt stadt reinführen wie in wien. am tag hunderte sich nicht zurechtfindende, den nordbahnhof suchende lkws, weil die route über den handelskai nicht beschildert und vorallem die einfahrtr in die schüttelstr nicht verboten ist. der handelskai ist sowieso nur unattraktiv weil die grüne welle ein fremdwort ist, und drittklassige einkaufszentren eigene abbiegespuren haben, somit die bundesstrasse immer wieder nur mehr einspurig ist. die lasalle str ist wegen der schlechten ampelschaltung eine qual ist. usw..

Hannes Kartnig
01.11.2010 15:25
die lösung: komplett weg mit den autobahnen entlang des donaukanals. alles begrünen. fertig.

büro-krater
25.11.2010 21:40

bitte nimm doch deine tabletten....

Hoerbis
01.11.2010 20:20
Danke! Sie sind der beste Beweis dafür, dass der Sticker den ich lange auf meinem Auto hatte, richtig war!

Aufschrift:
"Hängt die Grünen solange es noch Bäume gibt."

Aber immer Lack zerkratzen und Stern abbrechen, war auf die Dauer auch fad, und so habe ich mich schliesslich dem grünen Terrorismus gebeugt und das Pickerl entfernt - ab da wurde wenigstens "nur mehr" der Lack zerkratzt, falls ich mal AUF der gelben Linie stand und nicht exakt innerhalb des "ausgewiesenen Parkbereiches".

Grün = Blockwartmentalität & Brutalo-Egoismus, ... immer mehr kommen diese Grundeigenschaften ans Tageslicht.
(Nein, ich schmarotze nicht! Ich arbeite -hart- u.a. für meinen Fahrkomfort und ich beschädige nie mutwillig fremdes Eigentum.... ihr "gegendieeinbahnfahrendes-allestetsgefährdendes-Gsindl!"

altbürgermeister
26.11.2010 16:53
Oh oh...

... da hat aber einer heut Abend laaang Parkplatz suchen müssen.

El Bulli
01.11.2010 11:39

und das haben schon die roten allein geschafft. warten's mal auf rot-grün...

Heavyweather
01.11.2010 01:11

Ich find das geil.
Noch ein paar solche Interventionen und so Suderanten und Umweltverschmutzer wie du werden es sich überlegen in der Stadt mit dem Auto zu fahren.

Severin Luftensteiner
31.10.2010 13:50
dann fahrens halt öffentlich

die gegend ist unglaublich gut erschlossen...

El Bulli
01.11.2010 13:36
"dann fahrens halt öffentlich"

die typisch arrogante antwort eines grünen, dessen horizont grad bis zur nächsten bim-station reicht. "wir geben viel geld aus, um euch autofahrern das leben so schwer wie möglich zu machen. wär doch gelacht, wenn einer schneller und bequemer von a nach b kommt als wir im proletenschlauch." das manche leute ihr auto einfach brauchen (auch wenn das ein grüner nie verstehen wird), dass man vielleicht einen firmenwagen hat - egal. "fahrt's halt mit der bim!" die lösung auf alle verkehrsfragen...

Severin Luftensteiner
02.11.2010 17:53

wenn all jene, die's nicht brauchen, dort nicht fahren würden, dann wär für diejenigen, die's brauchen würden auf einmal richtig viel platz. gerade diejenigen, die wirklich auf das funktionieren des autoverkehrs angewiesen sind (und jeder, auch jeder grüne, weiß, dass es solche gibt), sollten sich dafür einsetzen, dass möglichst viele auf die öffis umsteigen...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.