Filmpiraterie

Verstärkt Massenabmahnungen in Filmbranche?

29. Oktober 2010, 14:01
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    foto: flickr.com/paul sapiano

    Kreative und Pädagogen fordern Aufklärung schon in jungen Jahren, statt Massenabmahnungen bei Filmpiraterie.

Die deutsche Filmbranche diskutierte in Berlin über Maßnahmen gegen illegales Filesharing

Massenabmahnungen sind in der Musikbranche bereits gang und gäbe. Nun denkt man auch in der Filmbranche über schärfere Maßnahmen gegen die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte nach. Auf dem Branchenforum der deutschen Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Berlin diskutierten Branchenvertreter mögliche Maßnahmen, wie heise berichtet.

Massenabmahnungen und "Verfolgungsdruck"

Für massenhafte Abmahnungen setze sich der Münchner Anwalt Johnannes Waldorf ein. Das sei bei den "massenhaften Verletzungen" notwendig. Mit dem zivilrechtlichen Auskunftsanspruche, der seit zwei Jahren besteht, könnten Rechteinhaber "im notwendigen Umfang" gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen. Der Jurist warne jedoch davor, dass mit den Abmahnungen auch "viel Schindluder" getrieben werde. Die sogenannte Three Strikes-Regel sei für ihn zwar ein "wunderbares Modell", das jedoch aus daten- und verbraucherschutzrechtlicher Sicht auch problematisch sei. Beim Three Strikes-Ansatz sollen Provider Nutzern nach dreimaliger Verwarnung bei Urheberrechtsverstößen den Internetzugang sperren.

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungsindustrie (BIU) setze statt auf Klagen eher auf technische Maßnahmen wie Software-Registrierung. Laut Geschäftsführer Olaf Wolters müsse ein "gewissen Verfolgungsdruck" bei Rechteverletzungen herrschen.

Weniger Massenanzeigen

Laut Marc Pollert von der Staatsanwaltschaft Stuttgart seien Massenanzeigen aufgrund des Auskunftsanspruchs zu seiner "Erleichterung" deutlich zurückgegangen. Ein Zivilrechtsverfahren habe einen abschreckenden Effekt. Bei der Polizei würden Verstöße gegen das Urheberrecht ernst genommen und Ermittlungen zügig durchgeführt. Pollert habe jedoch auch betont, dass die Ermittlungen neutral durchgeführt werden müssten und Mitglieder der GVU nicht als sachverständige Zeugen auftreten könnten.

Verbraucherschützer gegen Sperren

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) halte Massenklagen hingegen nicht für ein probates Mittel. Laut Cornelia Tausch, Mitglied der Geschäftsleitung beim vzbv, hätten Abmahnungen die Sympathie der Konsumenten für die Rechteinhaber nicht gefördert. Viele Kanzleien hätten sich einen entsprechenden Ruf eingehandelt und würden darauf setzen, dass Bürger eher zahlen, als sich selbst einen Anwalt zu nehmen. Auch das Three Strikes-System lehne sie ab. Der Internetzugang könne nicht verwehrt werden, wenn er als Grundversorgung angesehen werde. Kritik an möglichen Verschärfungen der Maßnahmen sei auch seitens der Kreativen und Pädagogen gekommen. Hier sei bereits eine frühe Aufklärung an den Schulen gefragt. (red)

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Nr.3645
00
8.11.2010, 16:51
wenn die weiterhin so spinnen, geh ich auch nicht mehr ins kino...

selten aber doch passiert das nämlich.
DVDs kaufe ich ohenhin nicht mehr, lieber warte ich bis die im TV sind oder borg sie mir notfalls als dvd aus.

knievel
01
2.11.2010, 16:13

erinnert an die super werbung
"du würdest dir ja auch kein auto downloaden"
sicher würde ich das, sogar zwei :-)

Lucius Vorenus
00
2.11.2010, 16:09

"Für massenhafte Abmahnungen setze sich der Münchner Anwalt Johnannes Waldorf ein. Das sei bei den "massenhaften Verletzungen" notwendig."

Das derartige Massenabmahnungen notwendig sind ist ja auch durchaus nachzuvollziehen, schließen kassieren und profitieren gerade die Rechtsanwälte daran. Eine gute Methode um selbst abzukassieren...

DDr.Klugscheisser
06
29.10.2010, 16:37
Ich werde es einfach nicht begreifen.

Natürlich verstehe ich das Urheberschutzgesetz.

Aber wenn ich mir etwas, was schon 3x im freeTV gelaufen ist, aus dem Netz ziehe (und häufig dadurch auch anderen anbiete)...wo ist das Problem?

Es war bereits mehrfach für alle verfügbar vorhanden, überall. Ich habe die Werbung in den Werbeblöcken bereits durch die Produkte bezahlt, egal, ob ich die Folge nun gesehen habe oder nicht.

Im Gegensatz zu den Abmahn-Anwälten verfolgen die meisten Piraten keine finanziellen Interessen. Sie wollen nur zeitversetzt Fernsehen, on-demand.

Wenn die Industrie das für ein angemessenes Entgelt mit oder ohne Werbung anbieten würde, bräuchten sie 90% der Abmahnungen nicht.

Aber sie wollen das ja nicht. Die haben ein Problem, aber kein urheberrechtliches.

Taran Seven
08
30.10.2010, 06:50
Hier geht es nicht um Urheberschutz... sondern darum, das die Massenabmahnungen teils mehr Geld einspielen als diese Produkte beim Verkauf bringen würden, weil eben nur wenige dafür wirklich Geld ausgeben würden.

Es ist was es ist: eine neue Einkommensquelle für Anwälte und Industrie. Vor allem, wenn man den Heise-Artikeln zufolge in D jeden der einen Internetanschluss hat abmahnen darf und er keine gesetzliche Einspruchsmögllichkeit hat (weil nur Beweise der Abmahner anerkannt werden) und zahlen muss selbst wenn er keinen PC hat sondern ne TV-Box.

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