Marktplatz und Elfenbeinturm

28. Oktober 2010, 18:11
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Vorarlberg hat nun ein eigenes Literaturhaus

Wo früher "d'Schanet", wie die Hohenemser die Wirtin des Gasthauses "Zur frohen Aussicht" nannten, ausschenkte, wird heute gelesen, diskutiert, philosophiert. In Erinnerung an die legendäre Wirtin Jeanette Landauer (1789-1867) und die jüdische Geschichte der Stadt heißt die jüngste Hohenemser Kultureinrichtung "Literaturhaus Schanett".

Das Haus Schweizerstraße 25, hinter der früheren Synagoge gelegen, wurde von der Besitzerin Elfriede Scheiderbauer und den Innenarchitektinnen Erika und Elisabeth Heidinger liebevoll restauriert. Eingezogen ist Anfang Oktober der Verein "literaturhaus schanett". Somit hat auch Vorarlberg ein Literaturhaus.

"Ein Ort, an dem geschrieben wird und gelesen, zugehört, geredet und gesungen" soll das Haus sein, sagt der Schriftsteller und Beiratsvorsitzende Peter Natter. Man will ein Forum für Literaturschaffende und -interessierte bieten, aber auch "die große und internationale Literatur zu Gast haben". Quasi Marktplatz und Elfenbeinturm. So reicht die Programmpalette vom Literaturcafé über den philosophischen Salon bis zum Poetry Slam. Auch die bildende Kunst hat ihren Platz. In der ersten Ausstellung zeigt Kirsten Helfrich Zeichnungen zur Geschichte des Hauses, seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Titel: "Draußen".

Öffnungszeiten außerhalb der Veranstaltungen: Mittwoch, Samstag und jeden Siebenten des Monats von 10 bis 20 Uhr geöffnet. (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 29. Oktober 2010)

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