Drogenbericht

Hohe Ausstiegsrate aus illegalem Drogenkonsum

28. Oktober 2010, 18:05
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    foto: apa/friso gentsch

    Dass es auch ohne Rauch geht, erkennen 38 Prozent aller Raucher. Bei Kiffern beträgt die Ausstiegsrate sogar 80 Prozent.

Acht von zehn Cannabis-Konsumenten in Österreich geben den Joint spätestens im reiferen Alter wieder auf

Acht von zehn Cannabis-Konsumenten in Österreich geben den Joint spätestens im reiferen Alter wieder auf. Die Ausstiegsrate ist bei illegalen Substanzen überhaupt wesentlich höher als bei Alkohol und Nikotin.

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Wien - Wer kifft, hört höchstwahrscheinlich damit auf. Wer säuft, eher nicht. Das geht aus dem neuen Bericht zur Drogensituation 2010 heraus, der am Donnerstag vom Österreichischen Bundes- instituts für Gesundheitswesen (ÖBIG) veröffentlicht wurde.

Demnach ist der Konsum von illegalen Suchtgiften zum überwiegenden Teil ein "Lebensabschnittsproblem". Während junge Erwachsene (20 bis 24 Jahre) derzeit die höchsten Raten an Erfahrungen mit illegalen Drogen (26 Prozent bei Cannabis) haben, sind es bei den 60- bis 69-Jährigen nur noch vier Prozent. Bei anderen illegalen Suchtgiften ist die Lebenszeitprävalenz (also ab jemand jemals Drogen genommen hat) weitaus geringer. Nur zwei bis vier Prozent aller Erwachsenen haben Erfahrungen mit Ecstasy, Kokain und Amphetaminen. Höchstens zwei von 100 haben schon zumindest einmal Heroin oder andere Opiate probiert.

Die Konsumausstiegsrate ist bei allen illegalen Substanzen erheblich höher als bei legalen: Bei Alkohol liegt sie bei zehn Prozent, bei Nikotin bei 38 Prozent. Aber acht von zehn Cannabis-Konsumenten lassen irgendwann die Finger vom Joint, bei LSD beträgt die Dropout-Rate 90 Prozent, bei Kokain rund 60 Prozent. "Dass belegt, dass der Konsum illegaler Substanzen im Lebenslauf der meisten Personen ein zeitlich - meist auf Jugend und Erwachsenenalter - begrenztes, vorübergehendes Phänomen ist", heißt es im Drogenreport.

Die Zahl der Menschen mit problematischem Opiatkonsum wird österreichweit auf 25.000 bis 37.000 geschätzt. Rund die Hälfte davon bevorzugt den intrave- nösen Konsum. Fünf Prozent der Bevölkerung haben hingegen ein gravierendes Alkoholproblem, das sind rund 350.000 Menschen.

Substitution abgewürgt

Der Report zeigt auch erstmals Probleme mit der Drogen-Substitutionsbehandlung in den Bundesländern auf. In den vergangenen drei Jahren stiegen offenbar viele niedergelassene Ärzte aus dem Bereich der Substitutionstherapie, die Patienten in ärztliche Betreuung bringen, sie vom illegalen Drogenmarkt abhalten und ihnen die Möglichkeit zu einer sozialen Stabilisierung bieten sollen, aus. In Niederösterreich seien nur noch 50 Ärztinnen und Ärzte zur Substitutionstherapie berechtigt, wovon einige jedoch keine Patientinnen und Patienten mehr übernehmen. "In machen Bezirken ist keine Versorgung mehr gegeben", warnt der Report. Auch in Oberösterreich ist die Zahl von Substitutions-Ärzten von 200 im Jahr 2007 auf 80 im Jahr 2010 zurückgegangen.

Ausschlaggebend für den Engpass sei eine Verordnung, die 2007 die damalige Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (VP) erlassen habe. Damals waren, wie der Standard berichtete, die Bedingungen für Ärzte und für Patienten verschärft worden. Teilweise wurden die Auflagen bereits wieder zurückgenommen, "doch vor allem die Drogenkranken sehen sich gegenwärtig immer noch mit entstandenen Defiziten konfrontiert", kritisieren die Autoren des ÖBIG-Reports. (simo/DER STANDARD, Printausgabe, 29. Oktober 2010)

Weitere Informationen

www.oebig.at

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 52
1 2
Abin_Sur
 
00
17.12.2010, 15:09
freilich

ist die verordnung der gesundheitsministerin der grund, aus dem es einen engpass bei den ärzten gibt.
es liegt nicht etwa daran, dass ein verantwortungsvoller arzt als arbeitgeber reagiert, wenn sich seine assistentinen wiederholt gefährlichen drohungen ausgesetzt sehen.
die substitutionstherapie scheitert in den meisten fällen. sie hält die patienten nicht davon ab, auch zu anderen drogen zu greifen. die patienten bleiben süchtig, und sind aufgrund ihrer meist eingeschränkten sozialen intelligenz nicht in die normale gesellschaft integrierbar.

springflower
00
2.11.2010, 12:54
Ich kenne jede Menge "Dinosaurier", die über 50 sind

und sich immer noch zum nostalgischen Kiffen im Wohnzimmer versammeln. Für einen Nichtkiffer wirken sie wie stehengeblieben und urfad. Habe diese Leute nie verstanden, denn sie entwickeln sich nicht weiter und sind so anregend wie abgetragene Socken.

rorschach
01
2.11.2010, 16:43
aha? und? wenn es für die leute passt ...

sie müssen ja nicht mitrauchen sie können sich ja auch einen alkopop aufmachen & vor die playstation setzen ....

springflower
00
3.11.2010, 13:20
Sie haben ja eine riesige Bandbreite von Ideen,

wie man sein Leben anregend gestalten könnte.
Na guate Nocht!

rorschach
01
3.11.2010, 16:17
freut mich das ich ihnen

helfen konnte

"mir fällt kein nick ein" ist schon vergeben
07
29.10.2010, 22:54

hm, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Konsum mit steigendem Alter relativ zum Alkohol massiv nachgelassen hat, weil:

- Mit dem Schef auf ein Bier: problemlos. Mit dem Schef auf einen Ofen: na jo.

- stoned fortgehen ist eher zach, betrunken hingegen meist ganz lustig.

- stoned überhaupt eher gedröhnt, wohingehend betrunken eher enthemmt.

Der Vorteil hingegen ist allerdings definitiv, dass man am nächsten Tag aufsteht, als ob nichts gewesen wäre, egal, wie dicht man war. Wennst aber ein paar Glaserln übern Durscht getrunken hast, dann ist (bei mir zumindest) die Hölle los in Kopf und Bauch am nächsten Tag. Von der Stoffwechselendproduktverflüssigung ganz zu schweigen :)

solandre
 
01
31.10.2010, 20:01

sieht so aus, als wär alk für sie hauptsächlich ein enthemmer. ist ok so, aber das ist vielleicht nicht, was viele wollen. das coole am cannabis oder auch meiner lieblingsdroge lsd ist, dass man eine extreme beusstseinserfahrung hat, dabei aber noch denken und sich kontrollieren kann.

crowfoot
30
30.10.2010, 11:09
ein grund könnte im massiven einsatz von gentechnisch und züchterisch

verändertem cannabis liegen, warum sie sich so stoned fühlen. wenn man sagt back in the old days so hat es durchaus seine berechtigung, weil hanf vor 20 jahren nicht so einen hohen thc gehalt aufgewiesen hat wie die ganzen indoor sorten von heute, mit all dem kunstdünger und wurzelboost scheiss. eine pflanze aus solch einer umgebung zu ernten und dann noch zu konsumieren muss zwangsläufig dazu führen dass einem die sicherungen durchbrennen, kann man nur hoffen das der oder die konsumentin und auch die produzenten erkennen und sich auf die guten alten tage rückbesinnen wo man auch mit seinem chef auf einen spliff gehen konnte, als das zeug noch eine relaxierende wirkung hatte.

trollvottel
07
31.10.2010, 11:53

Klar: Von Schnaps wird man viel, viel besoffener als von Wein, weil der Schnaps ist ja sooo hochgezüchtet ...

In Cheech-and-Chong-Filmen rauchen die Typen unterarmgroße Joints, und wenn man mit Althippies spricht, wars damals wohl üblich, 7-8 riesige Tüten hintereinander zu rauchen, damit der miese Stoff klescht.

Heute raucht man anscheinend eher 1-2 kleine Tüten und ist genau so high wie früher vom Inhalieren eines Viertelkilos. Die Dichtheit ist IMO gleich, man inhaliert aber viel weniger Teer und Dreck mit.

der am bass steht
00
31.10.2010, 10:53

yes! ein hoch auf old school genetics! ;)

Infowarrior
 
24
29.10.2010, 18:57

Nun wieder zurück zur Überschrift.

Hasch, Gras kann sehr wohl ein Einstieg für harte Drogen sein. Denn durch die illegale Beschaffung kommt man erst zum Kontakt mit der Halbwelt. Wenn dann auch noch so verfahren wird wie in unserem Fall mit opiiertem dope ist der Abstieg vorprogrammiert.

Der Unterschied von damals zu heute ist, dass es in unsere Jugendzeit keine Möglichkeit von home growing gab.

Jugend ist ungestümm, man fühlt sich unverletzbar, der Abstieg passiert schnell. Es ist nur ein kleiner Schritt um auf den Weg ins Verderben zu gelangen.

trollvottel
02
31.10.2010, 11:56

Dänemark macht's da spannend: Es gibt "Vereine", in denen Hasch verkauft werden darf. Alle paar Tage/Wochen/Monate kommt überraschend die Polizei und checkt die Regeln:
a) Jeder Anwesende muss mit richtigem Namen im Vereinsbuch stehen.
b) Wenn irgendwer eine Puffn oder harte Drogen dabei hat, wird der Laden dichtgemacht und ALLE Mitglieder kriegen richtig Stress.

Effekt: Die Kiffer halten sich panisch von den härteren G'schichtln fern und die Polizei kann sich auf die ernsthaft gefährlichen Drogen konzentrieren.

Slaveverwandler
01
2.12.2010, 21:06
Eine Frage hätt ich bei der Sache noch

gibt es für die Vereine eine Möglichkeit den Hash legal zu erwerben/herzustellen.

Infowarrior
 
01
29.10.2010, 18:50

Nacheiner mehrmonatigen Herointestphase gab es für kurze Zeit nichts aufzutreiben. In dieser Zeit lernten wir den Entzug kennen. Mitten in der Nacht wurde ich wach, das Leintuch war dermassen durchgeschwitzt, als hätte ich mich angebr**t. Kurz gschrieben, da läuteten bei mir die Alarmglocken, ein Moment der Vernunft und ab diesem Zeitpunkt liess ich das Zeug bleiben. Der Rest der Clique machte weiter. Da deren Nasen sowas von verstopft waren, fingen sie an das Zeug zu spritzen. Unsere Wege trennten sich Gott sei Dank. Heute sehe ich hin und wieder, immer seltener, einen von den damaligen Leuten, als ausgemergeltes Wrack am Karlsplatz. Nicht mehr viele, denn die meisten sind bereits verstorben.

.Z.
00
11.11.2010, 18:23

kommt mir bekannt vor.

solandre
 
01
31.10.2010, 20:05

mich würde interessieren, warum sie jemals heroin genommen haben? neugierde, gruppenzwang, das bedürfnis nach einem grösseren kick?

ich hab in der schule ausgiebigst gelernt und nachher gelesen und heroin ist keine "einmal geht schon" droge. wussten sie das damals nicht, oder wars ihnen egal?

ist ehrlich gemeint.

Infowarrior
 
00
29.10.2010, 18:46

Wir rauchten und rauchten und wir hatten absolut keinen kick. Wir waren von unserem Dealer sehr enttäuscht. Und dann kam er eines Tages und präsentierte uns ein kleines Briefchen. Er sagte:"Leute ich hab heut von meiner Connect Heroin bekommen und ich sage euch, durch die Nase gezogen, das fährt ab das ist der Wahnsinn". Wir, frustriert dachten, jung und unzerstörbar wie wir uns fühlten, "egal lass uns eine Nase ziehen". Dies war der Anfang vom Untergang. Wir snieften und snieften, hatten stets eine verstopfte Nase wie im Winter.

Infowarrior
 
01
29.10.2010, 18:39

Nun gut, werde dazu auch mal meinen Senf abgeben.
Kurz zu mir, ich bin 39, kiffe seit 24 Jahren.
Nun zum Thema dope als Einstiegsdroge.
Um bei leider nur 750 Satzzeichen zu sehr auszuschweifen, am Beginn lief alles ok. Wir waren eine Clique in der Großfeldsiedlung, kifften was das Zeug hergibt, hatten Spass mit Mädels, Disko usw. Wir hatten einen Dealer, der uns stets mit dope versorgte. wirklich gutes dope, bis zu dem Zeitpunkt, als er mit "Anderem" dope aufkreuzte. Dieses Zeug schoss dermassen, es war die "Jakobs-Krönung" des dopes(c)Aus dem Film "Lammbock" :D. Nur, dieses dope war opiiert. Wir waren alle so happy wegen unserer ach so guten Quelle. Dies lief ein paar Monate so, bis der Typ wieder nur normales Business-dope lieferte.

8uddh48r0t
14
29.10.2010, 19:24

hast du dir die Geschichte ganz allein ausgedacht?
ich mein opiiertes Dope und so,
wer soll das glauben?

Wappen hea
01
1.11.2010, 22:58

hab ich auch schon gehört, zuerst wird der Kit ewig gestreckt (Altöl, Sägespäne, Sand) und dann "ausfgemöbelt" mit Härterem. Hat mir die Freude an Kit vertan. Dann lieber den grünen Daumen ausgepackt und die Dünger als Bio gekauft. Selbst ist der Kluge, da spar ich mir auch schwere Schwermetallbelastungen, die irgendwem ein besseres Preis/Leistungsgewicht bringen könnten.

Infowarrior
 
00
29.10.2010, 20:00

Nein, mein ghostwriter hat mir das nahegelegt, damit es reisserischer wird und ich mit diesem post mehr Kohle verdiene!^^

Genau so war es. So wurden wir in die Hände der Heroinmafia getrieben.
Mit Heroin ist nun mal die Gewinnspanne höher.

Reisebegleiterin
00
30.10.2010, 16:44

das klingt ja erschreckend. davon hab ich noch nie gehört. ist das sehr geläufig?

rorschach
03
29.10.2010, 17:56
grenzgeniale erkenntnis

"Wer kifft, hört höchstwahrscheinlich damit auf. Wer säuft, eher nicht." hmm woran liegt das wohl?
und was für schlüße ziehen wir daraus? sicherlich die falschen ...

samanthadarko
31
29.10.2010, 09:49

Gut so. Zwar wahscheinlich aus finanziellen Gründen, aber immerhin. Ich verstehe es bis zu einem gewissen Grad, dass Menschen sich bei Krisen und auswegslosen Situationen am liebsten zudröhnen würden, aber Probleme werden dadurch nur unter den Teppich gekehrt.

TomSim67
03
31.10.2010, 12:10

Bei ausweglosen Situationen nützt der Verzicht auf Drogen aber auch nichts.

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