Meister sinnlosen Wissens

28. Oktober 2010, 17:53
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Ein Mann, sein Name ist Michael Holmes, fällt bei einem Fallschirmsprung in Neuseeland aus 4500 Meter Höhe in freiem Fall vom Himmel. Kein halsbrecherischer Selbstversuch, sondern ein Unfall: Der Hauptschirm lässt sich nicht öffnen. Was macht der geübte Medienmensch von heute? Er schaltet die Kamera am Helm ein. So geschehen 2007 in Neuseeland.

Gut für die Wissensleute von "Galileo X-perience", dass auch Freund Jonathan seine Kamera laufen ließ, als er den Gefallenen auf dem Festland sucht - und ihn lebend findet. Denn jetzt suchen alle gemeinsam nach einer Erklärung für das Wunder: Ein paar Knochenbrüche, mehr war nicht passiert.

Die Meisterschaft des sinnlosen Wissens treibt das Wissensmagazin seit elf Jahren tagtäglich im Vorabend von ProSieben um ein gutes Stück voran. Das neue "Magazin vom Überleben" (22.15 Uhr) orientiert sich nun an William Shatners "Weird or What?" des Discovery Channel mit ähnlichem Zugang: Physik und Medizin werden zu Rate gezogen, um das Unerklärliche nachvollziehbar zu machen. Mit welcher Geschwindigkeit schlug Michael auf? Welche Fliehkräfte waren im Spiel? Warum konnte er den Reserveschirm nicht öffnen? Die Frage, warum ging alles so glimpflich ausging, wird mit einem einfachen, aber effizienten Eiertest beantwortet.

Die Eiersache erinnert nebenbei an einen unterhaltsamen Höhepunkt in Geschichte des kreativen Magazins: Als über Wochen getestet wurde, ob auch Menschen Eier ausbrüten können und sorgfältigst gezeigt wurde, warum es nicht klappte. Bei "Galileo X-perience" wirken die Zuspielungen auf die Dauer ermüdend, da ginge sich leicht noch der eine oder andere Eiertest aus. (Doris Priesching/DER STANDARD, Printausgabe, 29.10.2010)

  • "Galileo X-perience" mit Aiman Abdallah
    foto: prosieben

    "Galileo X-perience" mit Aiman Abdallah

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