Welt-Psoriasis-Tag

Schuppenflechte kratzt am Selbstbewusstsein

29. Oktober 2010, 08:04
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    foto: apa/federico gambarini

    Verschiedene Therapiezentren bieten Psoriasispatienten eine Kangalfischbehandlung an.

Die unheilbare Hautkrankheit Psoriasis bringt Jugendliche oft in psychische Nöte - Behandlung muss regelmäßig gewechselt werden

Wien - Schuppenflechte stellt besonders für junge Menschen eine hohe psychische Belastung dar. Die auch als "Psoriasis" bezeichnete, nicht ansteckende Hauterkrankung schränkt für viele die Lebensqualität ein und führt oft sogar zum sozialen Rückzug. Das berichten Wiener Experten anlässlich des Welt-Psoriasis-Tages am heutigen 29. Oktober. Sie fordern mehr Augenmerk auf die seelische Situation der Patienten und fordern bessere psychologische Versorgung, jedoch auch gesellschaftliche Akzeptanz für die Krankheit.

Unheilbar und nicht ansteckend

Weltweit 250 Mio. Frauen und Männer - 170.000 davon alleine in Österreich - betrifft diese Autoimmunerkrankung, die teils auch genetisch bedingt ist. "Das Immunsystem reagiert dabei auf einen beschleunigten Lebenszyklus der Hautzellen mit Entzündung", erklärt Beatrix Volc-Platzer, Präsidentin der Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie. Das Ergebnis sind rötliche Hautstellen mit silbrig-weißlichen Schuppen, die in Schüben auftreten und oft Juckreiz, Spannungsgefühl oder Brennen auslösen. Häufig leiden Patienten zudem an Begleiterkrankungen wie am metabolischen Syndrom, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Depressionen.

Psoriasis ist nicht heilbar, es gibt jedoch sehr gute Lokaltherapien durch Salben oder Tabletten, berichtet Volc-Platzer. "Allerdings sollten Hautärzte den Patienten schon zu Beginn klar machen, dass keine Methode über einen längeren Zeitraum funktioniert. Da der Therapieeffekt nach einigen Monaten bis zu einem Jahr nachlässt, wechselt man regelmäßig die Behandlungsform, also etwa von Cortison auf Vitamin D3-Analogons und dann auf Cortison in anderen Verdünnungen als zuvor." Relativ neue Methoden sind die Bestrahlung mit UV-Licht oder hochwirksame Injektionen.

Sozialer Rückzug wegen der Haut

Wenig Beachtung fanden bisher die seelischen Leiden, die die Hautkrankheit auslösen kann. Dunkle Kleidung ist für viele Patienten ein Tabu, da sie Schuppen sichtbar macht. Friseur, Sport, Schwimmbad bis hin zum Sexualleben sind vielen Patienten eine Qual und sogar Berufswahl und -ausübung sind oft erschwert. "Scham und Ekel beeinflussen oft die persönlichen Beziehungen, zerstören die Selbstsicherheit und bewirken sozialen Rückzug", erklärt die Psychologin Eva Lehner-Baumgartner. Individuelle Hilfe sei somit oft auch aus psychischer Sicht nötig, derartige Angebote der Psychoedukation bieten jedoch erst wenige Spitäler. In Deutschland ist man dank des Psoriasis-Netzwerkes und einem Psoriasisregister schon weiter.

"Um gut mit Psoriasis umzugehen, muss ein Patient sie zuerst als Krankheit anerkennen, die zudem nicht heilbare ist", so Lehner-Baumgartner. Wichtig sei, das Selbstbewusstsein und Selbstbild nicht durch die Erkrankung bestimmen zu lassen. Präsent bleiben müsse sie dennoch, um sich so günstig als möglich zu verhalten. "Dazu gehört das gute Informiertsein über die Krankheit und je nach deren Ausprägung etwa die Verwendung von Handschuhen beim Reinigen, Alkohol- und Rauchverzicht und die Therapietreue, ohne der sich die Symptome verschlimmern", erklärt die Expertin.

Besser nachfragen als komisch schauen

Der Gesellschaft wünscht Lehner-Baumgartner mehr Toleranz und Anerkennung von Krankheiten allgemein. "Besonders Hauterkrankungen rufen oft Blicke hervor, die schlimmer sein können als das Leiden selbst. Besser wäre es in jedem Fall, nachzufragen, wenn man etwas nicht weiß, also etwa 'Was ist das?' oder 'Muss ich da vorsichtig sein?' Patienten können meist sehr gut darauf reagieren und kommen viel lieber ins Gespräch, als gemieden zu werden." (pte)

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Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Estereich
10
10.11.2010, 12:06
psoriasis und psychischer stress stehn in direkter verbindung! der leichte, angenehmere aber OFFENBAR auch falsche bzw. wenig befriedigende weg ist der griff zu medikamenten. da brauch ma ja sonsgt nix weiter tun.

"von nix kommt nix", pflegte bereits mein grossvater immer zu predigen.
an sich selbst und seiner lebenseinstellung arbeiten, stress zu beweltigen, seine ernährung sowie alkohol- und rauchgewohnheiten ändern, DAS IST NATÜRLICH HART, UNANGENEHM und daher unpopulär!
ob psoriasis nun wirklich unheilbar ist oder nicht sei dahingestellt. fakt ist, das man es unter berücksichtigung gewisser faktoren, erträglicher machen und die ausbreitung minimieren kann!

sy
00
3.12.2010, 09:03

Das Haut und Psyche in Wechselwirkung stehen ist bekannt. Das heißt nicht, das jemand ohne Stress, der sich gerade wohlfühlt etc, keine Hauterkrankung haben kann. Also auch von nix kann was kommen wenn körperlich bedingt.Besserung eventuell, aber zu sagen, ernähr dich richtig und dann ist alles weg..jojo.

Siegfried Steurer
01
8.11.2010, 09:13
homoeopathie

ist und bleibt esoterischer quatsch. Ich empfehle die Science Busters! Und http://www.esowatch.com/ge/index.... %B6opathie

auf den zweiten Blick
00
30.10.2010, 12:08

Und wenn die Fische groß sind essen wir sie. :-)

Kapitalismus Luege
153
30.10.2010, 00:22
mit homaeopatie wegbekommen

der Hautarzt hat nur gemeint: "das gibt's nicht" und nur so g'schaut.

Ist ihm ein jahrelanger Kunde abhandengekommen.

Ramadamadingdong
00
1.11.2010, 09:03

wie nur so gschaut? Hat er soo gschaut? oder vielleicht sooo?? - na wie jetzt! Bitte ein bissl mehr genauere Infos - und nicht nur in homöopatische Dosen!!!

Godesberg
212
31.10.2010, 09:44

Welches Mittel? Welche Potenz? Wie lange angewendet? Vorübergehende Heilung oder permanente?

Schuppenflechte ist eine Lieblingskrankheit der Homöopathen, weil die kommt und geht.

Da kann man den Kunden ein Mittel nach dem anderen verkaufen und wenn die Krankheit dann zufällig für ein paar Wochen/Monate verschwindet, war das letzte Mittel eben das richtige.

gärtner
02
30.10.2010, 14:25

jedem arzt die patienten die er verdient

EquinoxOmega
414
30.10.2010, 13:53

Trotz zahlreicher hochdotierter Preise ist es nicht gelungen einen Beweis zu erbringen, dass Homöopathie eine über den Plazeboeffekt hinausgehende Wirkung hat. Weiters ist es auch naturwissenschaftlich total unlogisch, dass Homöopathie funktionieren sollte, da in der Regel die Verdünnungsverhältnisse so hoch sind, dass in einer Dosis oft nur 1 Wirkstoffmolekül drin ist, was dann keinen Effekt auf einen Organismus haben kann.

Shrike
20
1.11.2010, 14:38

Keine Ahnung ob es solche Studien gibt oder nicht. Ich weiss nur, dass mir Homöopathie sehr oft geholfen hat. Allergische Beschwerden lassen sich zum Teil super weg kurieren. 5 Kügelchen genommen (Euphrasia) und kurz darauf ist der Juckreiz in den Augen weg. Wenn nur alle Medikamente so gut helfen würden.
Ist natürlich ärgerlich, dass die Präparate nur ein paar Euro kosten. Also nicht für mich, sondern für die Pharmafirmen. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum es keine Studien gibt. Denn wer ist bereit zig Millionen in die Erforschung von Medikamenten zu stecken, mit denen nur wenig Geld zu verdienen ist?

monoton
00
1.11.2010, 15:55

homeopathie ist ein placebo, dh wenn man daran glaubt, dann kann es auch helfen. und das macht es zu einer guten ergänzung der schulmedizin.
wenn nichts hilft, so schadet es wenigstens nicht (es sei denn man läßt eine ernste sache unbehandelt, im glauben das die homeopathie ein allheilmittel ist)

eze eze
 
21
1.11.2010, 08:43

Naja, naturwissenschaftlich kann man sicher auch nachweisen, dass ein kleines Stück bedrucktes Papier, das ich in Händen halte und ansehe, niemals irgendeinen nennenswerten Effekt auf meinen Organismus auslösen kann. Wenn da oben halt was draufsteht, das ich verstehen kann, und über das ich mich ärgere oder freue, dann weiß aber wohl jede/r hier, dass das Gedruckte dann auf dem Umweg über die Lektüre dann sehr wohl Effekte im Organismus auslösen kann. Sprich, wenn es um Auswirkungen von Information geht (was bei der Homöopathie postuliert wird), hat es wohl wenig Sinn, die Verteilungsdichte der Buchstaben auf dem Papier zu messen. Drei Wörter auf einem weißen Blatt können unter Umständen mehr bewirken als eine engbedruckte ganze Seite.

eze eze
 
17
30.10.2010, 02:54

Ich habe auch Psoriasis, hatte es aber immer nur recht begrenzt - in einer argen Stresssituation waren mal Ellbogen, Knie, Fußbereich, Stirn und Augenpartie befallen. Ich hatte damals die Wahl zwischen cortisonhältigen Mitteln und gar nichts tun. Ich hab mich - dazu brauchte ich nicht lang überlegen - für Letzteres entschieden und der Sache wenig bis gar keine Beachtung mehr. Etwa zeitgleich (hatte aber nicht direkt damit zu tun, weiß auch nicht, ob der eingetretene Erfolg damit zusammenhängt) hatte ich mich dann auch auf vegetarische Ernährung umgestellt. Seither hab ich außer minimalen Resten an den Ellbogen gar nichts mehr, und das sind immerhin ein paar Jahre, in denen auch vergleichbar stressige (und sogar stressigere) Phasen liegen.

Zarathustra
10
1.11.2010, 00:32
Ernährung schafft Wunder...

Zucker komplett weglassen, Milchprodukte weglassen, viel Obst und Gemüse essen, wenig bis gar kein Fleisch. Was auch sehr gut hilft sind Beruhigungs-Tees. Auch wenn es sich die meisten Neurodermitis-Erkrankten nicht eingestehen (bzw. so wie bei mir, gar nicht erst merken bis sie mal das Gefühl "kein Stress" kennen), aber sie sind innerlich meist extrem unter Stress (auch wenn dieser völlig unbegründet ist). Tees aus Baldrian, Hopfen, Melisse, Johanniskraut, etc. oder Natur-Tabletten mit Wirkstoffen, welche die Anspannung herunterfahren, wirken oft Wunder. Wenn ein größerer Schub folgt dann besser Protopic statt Cortison, weil letzteres beim Absetzen oft zu einen neuerlichen Schub führt, während es bei ersterem nur langsam wieder zurückkommt

eze eze
 
00
1.11.2010, 08:31

Neurodermitis hat zwar mit Psoriasis (Schuppenflechte) nicht den geringsten Zusammenhang (außer dass beide die Haut betreffen), aber dass sich Ernährung auf beide positiv auswirkt, mag schon sein. Der Stress in meinem Fall war nicht unbegründet, sondern begründet und objekiv vorhanden. Wie gesagt, ich war beim Hautarzt (Schulmediziner), der mich damals vor genau diese Wahl (cortisonhältige Salben/Tinkturen oder einfach nichts tun) stellte, und bislang hab ich meine Entscheidung nicht bereut.

Clemens Schwarz
114
29.10.2010, 23:41
unheilbar ist nur

die dummeit der mediziner und wissenschaftler die unheilbar schreien.

Alles was unheilbar ist kann nur lebenslang mit etwas behandelt werden, dass nicht zur heilung führt. damit erfüllt sich die prophezeiung, dass die krankheit unheilbar ist. wahrscheinlich ist sogar das medikament womöglich die aufrecht erhaltende bedingung.

phoenix x
11
30.10.2010, 22:47
Unheilbar nach dem momentanen Wissensstand ...

... und übrigens - wenn ein Medikament keine Wirkung zeigt, setzt man es normalerweise ab und behandelt nicht damit weiter. Bevor ich aber irgendein "Wunderwässerchen oder Wunderkügelchen" kaufe, nehme ich lieber nichts - das hat genau den selben Effekt, nur hab' ich mein Geld nicht für Aberglauben rausgeschmissen.

Zu "wahrscheinlich ist sogar das medikament womöglich die aufrecht erhaltende bedingung" fällt mir nur >Verschwörungstheoretiker< ein.

monoton
24
30.10.2010, 18:55

wollt ihr esotherischen nicht woanders spielen?

Clemens Schwarz
32
30.10.2010, 22:41
wenn sie mir sagen was an den worten oben esoterisch ist

selbsterfüllende prophezeiung ist etwas psychologisches. der blinde erkennt nicht und wirft alles was er nicht kennt in einen topf und weg. meist auch den eigenen verstand.

sorry, aber ich kann das wort esoterik als schimpfwort nicht mehr hören. sie könnte esoterik auch mit anderen schimpfworten ersetzen. vor 70 jahren gab es mal ein populäres das mit j. anfing. aber ich weiss jetzt nicht ob sie die zusammenhänge sehen können.
wenn sie das wort paradigmawechsle und prozesse um paradigmenwechsel verstehen, dann erscheint ein dümmlich aussage wie ihre verständlich.

sie dürfen meine worte nicht persönlich nehmen, sonder wörtlich und sollte ihnen als denkanstoss dienen.

Godesberg
03
1.11.2010, 09:03

"wenn sie mir sagen was an den worten oben esoterisch ist"

Substanzlose Laberei. Ihre Texte unterscheiden sich nur wenig von solchen:

"Wenn wir dagegen in Resonanz gehen mit “unserer” Schwingung, dann erinnern wir unser Körperland und jede einzelne Zelle an diese kosmische Einheit von “oben” und “unten”, von “innen” und “außen”. Das fühlt sich an wie Harmonie und Wohlbefinden, wie eine heilsame Heimkehr zu uns selbst.
Durch das Einschwingen von Planetenfrequenzen mittels Stimmgabeln aktivieren wir zudem unseren inneren Heiler und unsere Selbstheilungskräfte."

monoton
32
31.10.2010, 07:15

ach wie niedlich, ein esoherischer der versucht nicht zu denken indem er jeden mist glaubt vergleicht eine schmähung der homeopathie mit dem holokaust?
beeindruckend, sie scheinen beschränkter zu sein als vermutet.
und als letzter punkt, warum meinen sie an psoriasis leidenten damit zu verhöhnen, das sie sich selbstheilung nut einbilden zu müssen und dann wirds auch gleich besser?

tablespace65
02
29.10.2010, 22:26
Nicht nur Jugendliche leiden aufgrund ihrer Psoriasis unter psychischen Problemen!

Es ist für einen 30, 40 oder 50 Jahre alten Menschen genau so eine Belastung, wenn er aufgrund seiner harmlosen, aber leider halt recht "unästhetisch" aussehenden Hautschäden mehr oder weniger gezwungen ist, die betreffenden Hautstellen möglichst zu "verstecken".

Loonquawl
00
29.10.2010, 15:05

der klassische no-na Effekt tritt soeben ein

peu a peu
18
29.10.2010, 14:43
wunder, oh wunder!

ich war seit ca. meinem 15. lebensjahr psoriasis-Patient, hauptaechlich an knien, ellbogen und haenden. war nicht angenehm im sommer, wenn alle mit kurzen aermeln rumlaufen oder im bad. ich hab vieles ausprobiert: salben, salzwasser, PUVA-behandlung, usw. PUVA hat zwar gewirkt, aber obwohl die behandlung nicht schmerzhaft war, war die dauernde bestrahlung und dazu die pillen, welche die haut lichtempfindlicher machen sehr beschwerlich. konnte schon den komischen geschmack nicht mehr ausstehen, der von den pillen kommt.
ich hab daher alle behandlungen abgebrochen und viele jahre lang ueberhaupt nichts gemacht. vor einigen jahren ist die schuppenflechte dann verschwunden - hat wohl wirklich mit stress und psyche zu tun.

Zarathustra
10
1.11.2010, 00:37

Vor allem wenn Neurodermitis/Schuppenflechte/etc. erst später (wie bei Ihnen im 15.Lebensjahr) ausbricht, so hat das fast immer einen psychischen Grund....meistens hat es mit Trennung zu tun, die innerlichen Stress auslöst (bzw. ein Unwohlsein in einer neuen Situation oder Umgebung)...entweder Wohnortwechsel, Verlassen der Heimat, Freunde und Elternhaus, etc. Eine Therapie ist da nie verkehrt, neben sehr guten unterstützenden Maßnahmen wie Umstellung der Ernährung (kein Zucker, wenig Fleisch, keine Milchprodukte, viel Obst/Gemüse) und beruhigende Tees oder Tabletten (auf Naturbasis).

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