Premiere für neue Herzklappen-OP in Wien

Brustkorb des Patienten muss nicht eröffnet werden

Wien - Erstmals in Wien wurde an der Kardiologischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing eine "minimal invasive" Methode zur Behandlung einer undichten Herz-Mitralklappe erfolgreich durchgeführt. Bei dieser neuartigen Methode muss der Brustkorb des Patienten nicht eröffnet werden, berichtete der Krankenanstaltenverbund (KAV).

Bisher musste bei der Operation einer undichten Herzklappe durch den Herzchirurgen der Brustkorb eröffnet und die Klappe "repariert" werden. Nun wird lediglich über einen kleinen Schnitt in der Leiste eine Sonde zum linken Vorhof vorgeschoben. Danach wird die undichte Stelle in der Klappe mit einem Clip ("Klammer") fixiert und somit die Funktion der Klappe verbessert, hieß es in einer Aussendung des KAV.

OP am offenen Herz nicht mehr notwendig

Das innovative Verfahren kann demnach eine Operation am offenen Herzen ersetzen. Bei der Durchführung ist ein großes Expertenteam notwendig: drei Kardiologen und zwei OP-Schwestern, ein Anästhesie-Team und zwei medizinisch-technische Assistentinnen arbeiten zusammen.

Die Implantation des Clips wird mittels einer Herzultraschalluntersuchung über die Speiseröhre gesteuert und überwacht. Johannes Mikl, der leitende Operateur für Mitraclip, erklärte: "Die Klappe wird im schlagenden Herzen behandelt. Das heißt, dass an einer sich bewegenden Klappe gearbeitet wird. Dies erfordert große Präzision und Geschick des Kardiologen."

Die normale Funktion der erkrankten Mitralklappe kann in einem zwei bis dreistündigen Eingriff in Allgemeinnarkose wiederhergestellt werden. Nach einem Tag könne der Patient wieder schmerzfrei aufstehen und wenige Tage später das Krankenhaus wieder verlassen. (APA)

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