"Bittere Pillen", die Zweite

2. Mai 2003, 19:47
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Neuer Ratgeber als kritische Gebrauchsanweisung von häufig verwendeten Arzneimitteln - Autor: 84 sollten überhaupt verboten werden

Wien/Berlin - Um die Wirkungsweise von Medikamenten kennen zu lernen und deren Beipackzettel leichter zu verstehen, ist heute, Mittwoch, ein neuer Ratgeber in Berlin präsentiert worden, der Patienten eine leichtere Handhabe im medizinischen Dschungel bieten soll. Mit "3 x täglich" präsentiert Autor Hans Weiss, Mitverfasser des umstrittenen Erfolgs-Buches "Bittere Pillen", auf 1.187 Seiten eine kritische Gebrauchsanweisung von häufig verwendeten Arzneimitteln in Deutschland und Österreich. Kommende Woche wird das Buch in Wien vorgestellt.

In der neuen Publikation meint der Autor, dass 84 Arzneimittel sogar regelrecht verboten werden sollten. Er spricht von einigen Schmerzmitteln, einem Raucherentwöhnungsmedikament, einem Immunsystem stärkenden sowie einem homöopathischen Mittel.

Informationsüberflutet

In dem neuen Buch werden neben den homöopathischen auch pflanzliche und alternative Substanzen unter die Lupe genommen. Dabei möchte sich Weiss nach eigenen Aussagen auf das wirklich Wichtige beschränken, damit der Verbraucher "nicht mit unnötigen Informationen belastet wird". Beschrieben werden Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, wann Medikamente nicht genommen werden dürfen oder was zu tun ist, wenn man die Einnahme versäumt oder zu viel genommen hat.

Weiss hat sich bereits als Koautor von Medikamentenstudien einen Namen gemacht. Er ist der Meinung, dass zwar auch Arzt oder Apotheker gefragt werden sollte. Doch diese hätten "oft wenig Zeit oder sind nicht willens, Patienten jene Informationen mitzugeben, die einen sinnvollen Gebrauch erst ermöglichen", meinte der Autor. "3 x täglich" könne daher, genauso wie ein Medikament, bei richtiger Verwendung Leben retten oder zumindest die Lebensqualität verbessern, erklärte Weiss. (APA)

Hans Weiss, "3 x täglich - Kritische Gebrauchsinformationen zu 11.000 Arzneimitteln", Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2003
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