Hermann Broch und die Wiener Moderne

2. Mai 2003, 12:40
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Symposium in Wien zu Ehren eines "in Österreich verdrängten politischen Mahners"

Wien - Zum Thema "Hermann Broch und die Wiener Moderne" findet am 9. und 10. Mai in der Aula im Universitätscampus (Altes AKH) ein Internationales Symposion statt. Durch die Veranstaltung, eine Kooperation der Österreichischen Liga für Menschenrechte mit der Universität Wien, dem Verband Wiener Volksbildung, der Österreichischen UNESCO-Arbeitsgemeinschaft Wien und dem Slowenischen Wissenschaftsinstitut, soll der "zu Unrecht vergessene und in Österreich verdrängte politische Mahner Hermann Broch seiner Geltung gemäß kulturwissenschaftlich transdisziplinär beleuchtet werden", heißt es in einer Aussendung.

Broch, der neben Musil und Kafka wohl eindruckvollste Dichter und Denker der österreichischen Kultur- und Geistesgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, sei noch immer ein weitgehend Verkannter, so die Aussendung. So wurde er vom Österreichischen P.E.N. unter der Führung seines damaligen Präsidenten Franz Theodor Csokor, damals auch Funktionär der Österreichischen Liga für Menschenrechte, 1947 für den Nobelpreis vorgeschlagen. Doch das Vorhaben schlug fehl, weil der Dichterphilosoph, der aus Wien über England in die USA emigrieren musste, in einflussreichen US-Kreisen als Austromarxist denunziert wurde. Aber auch der Versuch, für ihn den Preis der Stadt Wien zu erwirken, wurde wegen zahlreicher Intrigen ein Misserfolg.

Referiert wird unter anderem über "Hermann Broch und die Menschenrechte" (Manfried Welan), über "Hermann Broch und die wissenschaftszentrierte Volksbildung" (Christian Stifter), "Die Brochbibliothek" (Klaus Amann), "Broch als Flüchtling" (Herbert Maurer), "Die Brochrezeption in Slowenien" (Mira Miladinovic Zalaznik) und "Broch lesen, wozu?" (Paul Michael Lützeler). (APA)

Symposium "Hermann Broch und die Wiener Moderne", am 9. und 10. Mai in der Aula des AAKH der Universität Wien, Spitalgasse 2, 1090 Wien; Informationen bei Elisabeth Ebner, Österreichische Liga für Menschenrechte, Hermanngasse 9/14, 1070 Wien, Tel. 01/990 04 23
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