USA verhaften drei weitere hohe Baath-Funktionäre

2. Mai 2003, 19:05
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Nr. 16, 41 und 42 der meistgesuchten Iraker sind in US-Haft. Präsident Bush hat den Irakkrieg erneut als wichtige Etappe im Antiterrorkampf dargestellt.

Washington/Bagdad - Sechs Wochen nach Beginn des Irakkriegs hat US-Präsident George W. Bush das Ende der Hauptkampfhandlungen verkündet. In einer Rede an Bord des Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" erklärte er in der Nacht auf Freitag zugleich, der Sturz des Regimes von Staatschef Saddam Hussein sei "ein Sieg in einem Krieg gegen den Terror, der am 11. September 2001 begann".

Dieser Krieg gehe jedoch weiter. Der Präsident vermied es, in dem TV-Auftritt einen umfassenden Sieg oder gar das Kriegsende zu verkünden. Dies hätte für die Vereinigten Staaten auch völkerrechtliche Folgen, sie müssten Kriegsgefangene so schnell wie möglich freilassen.

Die US-Truppen haben indes drei weitere hohe Baath-Funktionäre in Gewahrsam genommen: die Mitglieder des Revolutionären Kommandorates Taha Mohieddin Marouf, Misban Khader Hadi und Abdel Tawab Huwaish. Der Kurde Marouf war Vizepräsident, Huwaish Vizepremier. Auf der US-Liste der meistgesuchten Persönlichkeiten ist Huwaish Nr. 16, Hadi Nr. 41 und Marouf Nr. 42.

Bush will laut amerikanischen Medienberichten einen neuen Sonderbeauftragten ernennen, der die Arbeit des US-Verteidigungsministeriums im Irak beaufsichtigen soll. Für die Aufgabe sei der Terrorismusexperte Paul Bremer vorgesehen. Der 61-Jährige werde dem vom Pentagon ernannten Zivilverwalter, Exgeneral Jay Garner, übergeordnet sein, hieß es.

Am Donnerstagabend kam es in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu antiamerikanischen Protesten, als bei der Explosion eines Benzintanks drei Menschen getötet und 18 schwer verletzt wurden. Die christlichen Kirchen im Irak erwarten sich von der künftigen Verfassung des Landes indes die Anerkennung der Rechte der Christen. Diese müssten als "irakische Bürger in vollem Sinn" gelten, heißt es in einem gemeinsamen Appell aller Patriarchen und Bischöfe des Landes. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wollte am Freitag mit dem britischen Premier Tony Blair in London sprechen, während US-Außenminister Colin Powell für einen Besuch nach Damaskus flog. Zuvor hatte Bushs Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice Syrien erneut aufgefordert, die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah zu "zerschlagen". Washington fordere zudem von der syrischen Führung, "nicht mehr den Terrorismus zu unterstützen" und die "Hauptquartiere von Terrorgruppen" in Damaskus zu schließen, sagte Rice der israelischen Zeitung Yediot Aharonot. (DER STANDARD, Printausgabe, 3. und 4. 05. 2003)

  • Misban Khader Hadi
    foto: centcom

    Misban Khader Hadi

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