"Heute kann man noch mit 50 den Berufs-Jugendlichen spielen"

1. November 2010, 16:25
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    foto: apa/techt

    Ein Kinderzimmer bleibt auch als ehemaliges Kinderzimmer immer noch ein Kinderzimmer. Eltern-Kind-Strukturen sind schließlich auch erhalten, wenn die Kinder erwachsen sind.

Bequem und budgetschonend - Daheim wohnen gegen die Krise. Ein Treffen mit einem Gast im Hotel Mama

"Wenn ich Frauen kennenlerne, stelle ich mich grundsätzlich nicht so vor: Ja Hallo, ich heiße Markus, bin 29 und wohne bei meiner Mutter". Sagt Markus S., schmunzelt und knabbert weiter an seiner knusprigen Ente. Er ist Gast im Hotel Mama aber keine Made im Speck, also nicht frei von banalen Alltagsverantwortlichkeiten wie Kochen, Waschen und Putzen.

Niemand, wirklich niemand hat dem Menschen bestimmt, wann er erwachsen zu werden hat. Erwachsen sind Firmenchefs - oder Brückenkonstrukteure, vielleicht auch Lebensmittelprüfer oder irgendwelche Finanzexperten, die im Kaffeesatz Wege aus der Krise herauslesen. Nicht jeder hat es eilig. Dass das Hotel Mama aber ein Date-Killer sein kann, ist auch klar. "Meine Mutter klopft nicht an, wenn sie ins Zimmer kommt. Es ist ja ihre Wohnung", sagt Markus. Peinliche Momente? "Grundsätzlich kann ich schon jemanden mit heimbringen, in gewissen Augenblicken denke ich dann halt nicht dran. Wir reden nicht wirklich über Sex." 

Generation Bumerang

Markus ist Student und arbeitet Teilzeit. Nach der Trennung von seiner Freundin ist er aus der gemeinsamen Wohnung raus und hat Ende September, wo tausende junge Studenten kurz vor Semesterbeginn den Immobilien-Markt leerräumen, nichts Passendes gefunden. Zumindest nicht für 300 Euro "warm". Sein Budget sei klein, die Casting-Runden in den WGs mühsam, die Makler-Gebühren am privaten Sektor bereits eine unüberwindbare finanzielle Hürde.

Wenn das Elternhaus nicht die erste Option, eine Rückkehr in schweren Zeiten aber nicht ausgeschlossen ist: Die "Generation Bumerang" liegt im Trend. Sie sind jung, sie sind am Ende ihres Studiums angelangt, sie warten darauf, sich ins Berufsleben zu stürzen - und sind gerade wieder in ihr altes Kinderzimmer gezogen. Wissenschaftler nennen diese jungen Erwachsenen "Bumerang-Kinder": Diese kehren zurück ins Elternhaus - oft, nachdem sie bereits jahrelang in eigenen Wohnungen gelebt haben.

Überhaupt lieben junge Leute in Europa das Hotel Mama. Jeder zweite Mann und mehr als jede dritte volljährige Frau bis 34 Jahre wohnten 2008 noch zu Hause bei den Eltern. Das teilte das europäische Statistikamt Eurostat Anfang Oktober in Luxembourg mit. Bei jungen Studenten und Schülern bis 25 Jahre ist der Anteil besonders hoch. Drei Viertel von ihnen leben noch bei den Eltern. Danach geht die Zahl deutlich zurück, aber auch in der Altersgruppe bis 34 Jahre ist es immerhin noch jeder Vierte.

Über die Berufsjugend

Markus S. hat jetzt keinen genauen Zeitplan im Leben, fragt sich aber was Älter werden bedeutet, gerade in einer Gesellschaft, in der sich Statusübergänge (Heirat, Haushaltsgründung, Jobantritt) nach hinten verlagern. "Heutzutage kann es länger dauern. Schon das Studium auf der Uni kann man heute kaum mehr in Mindestzeit schaffen. Mittlerweile kann man mit 40 oder 50 noch den Berufsjugendlichen spielen, da brauch ich mir nur die Leute anschauen, die bei FM4 arbeiten. Die verhalten sich so als ob sie Mitte 20 wären. In diese jugendliche Twen-Schiene fällt man heute noch mit Mitte 30 hinein."

Älter werden kann man auch im Hotel Mama: Sei es wegen der Erziehung oder auch wegen rasant fallender Einstiegsgehälter. Sich das eigene süße Leben zu finanzieren wird schwieriger. Prekäre Arbeitsverhältnisse prägen die junge Generation. Und wenn man dann in Geldnot am Weg zum Supermarkt nur Muttis Kühlschrank öffnen muss, hat man schon die Antwort parat. Andererseits ignorieren manche Mütter beharrlich die Tatsache, dass die Nabelschnur zu ihren Söhnen gleich nach der Geburt gekappt wurde.

"Keine Orgien"

"Meine Mutter und ich sehen uns unter der Woche kaum, am Wochenende kann es aber Konflikte geben. Ich bin dann das Kind, das jederzeit zur Verfügung steht. Sie ruft mich wegen Kleinigkeiten - wenn die Glühbirne kaputt ist oder was ich etwa zum Essen haben will", sagt Markus. Er freue sich über einen vollen Teller, was drauf kommt sei ihm wurscht. Übel nimmt er ihr das nicht. Seine Eltern seien seit langem geschieden, zu seinem Vater bestehe kein Kontakt. "Meine Mutter hat mir viel ermöglicht. Ich will nicht sagen, dass ich in ihrer Schuld stehe, aber ich verdanke ihr sehr viel."

Gestritten werde vor allem um Zeit, die unterschiedlichen Lebensrhythmen machen Probleme. Die Wohnung ist 130 Quadratmeter groß, die Lebensbereiche könnten besser getrennt sein. Aber Markus‘ Mutter hätte Veränderungen nicht so gerne: "Es ist ihr gutes Recht. Sie geht früher schlafen als ich und steht auch früher auf. Ich kann halt nicht in der Nacht die Musik laut aufdrehen. Orgien gehen nicht." (Florian Vetter, derStandard.at)

 

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Posting 1 bis 25 von 88
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Sybil
00
23.11.2010, 17:38
Überhaupt lieben junge Leute in Europa das Hotel Mama

mir ist nicht verständlich warum immer a priori davon ausgegangen wird, menschen, die noch bei den eltern wohnen, wollten es nicht anders.
jeder der schon einmal vesucht hat am privaten markt eine wohnung um eur 300 zu bekommen wird anders urteilen.

damienduff
02
16.11.2010, 17:56
solche gschichterln kommen nur von

den immobilienmaklern. sie wollen die familien zerreisen, am besten soll jede/r einzeln in einer wohnung/haus wohnen. ich denke es ist nicht allzu schlimm zu zweit auf 130 qm zu wohnen.
falls doch empfehle ich mal eine niederschwellige sozialeinrichtung aufzusuchen um mal zu sehen wie 6 leute auf 12 qm schlafen müssen.

polypus
00
22.11.2010, 18:06

130qm... ein Paradies.
Ich kann mir gerade 30 leisten und ich wohne nicht
alleine.

/me
00
16.11.2010, 13:22
300 Euro "warm"

Dafür bekommt man in Wien problemlos eine Gemeindewohnung, dauert halt 1-2 Jahre.

Ich kann nicht verstehen wie jemand freiwillig bei seinen Eltern wohnt. Hab mich damals schon während der Schulzeit für eine Gemeindewohnung angemeldet.

Sybil
00
23.11.2010, 17:36
1-2 jahre

ist aber eine recht optimistische schätzung. ich habs mal kurz überschlagen und komme auf 6-7 jahre wartezeit.
glücklich jene, die entsprechend früh daran denken, sich anzumelden.

Rautha
01
15.11.2010, 16:31

"ja verdammt, meine eltern wohnen noch bei mir!"

(nicht wirklich)

Michail Lomonossov
00
15.11.2010, 09:06
In meinem Umfeld ein häufiges Phänomen

zum Themenkomplex "erwachsen werden": mit Mitte 30 unter Tags Anwalt, Diplomat, Lobbyist, Geschäftsmann, und am Abend/im Privatleben Benehmen wie "Berufsjugendlicher" FM4 style: Musikgeschmack, Kleidungsstil, Saufen, Feiern, Mädels. Ich find das eigentlich ganz OK.

marty fink
02
8.11.2010, 10:24
" Erwachsen sind Firmenchefs - oder Brückenkonstrukteure, vielleicht auch Lebensmittelprüfer oder irgendwelche Finanzexperten, die im Kaffeesatz Wege aus der Krise herauslesen."

Und alle die nicht aus dem Kaffeesatz lesen wohnen zuhause bei Mutti und sind Helden?

Was für ein Schüleraufsatz!

Got Your Noes!
00
7.11.2010, 18:21

ich wohne jetzt in innsbruck, und meine eltern sind auch nicht sehr erfreut darüber dass ich schon ausgezogen bin. unter anderem weil die katze jetzt ihre langeweile jetzt vermehrt am vater auslässt. fast alle meine freunde in wien wohnen noch bei den eltern, bei so manchem studium lässt sich eine eigene wohnung auch mit nebenjob und FBHnicht finanzieren. bis nach dem bachelor dürfte das noch ganz in ordnung sein, die frage ist wie lange man selbst nicht etwas ruhe vor den eltern haben will;)

Slaveverwandler
01
7.11.2010, 09:33
Großfamilie

Ist doch schön, wenn heute mehrere Generationen unter einem Dach miteinander leben wollen.

Experte für eeh alles
53
5.11.2010, 13:17

Waschlappen, Flachw........

censeo
06
4.11.2010, 14:00
Lebenssituationen ändern sich...

Man muß deswegen nicht abhängig sein, nur weil man mit Eltern oder einem Elternteil eine adäquate Wohnung teilt. Dies ist oft die Folge bei Geschiedenen und auch bei Menschen die ihre Arbeit verlieren oder krank sind.
Es ist die wirtschaftliche Situation die viele, die schon ihre eigene Bleibe hatten wieder ins elterliche "Nest" zurückführt.
Was soll daran schlecht sein, war ja auch schon zu früheren Zeiten bewährt. Es werden weniger Ressourcen verschwendet.

Oder ist es besser vom Sozialsystem abhängig zu sein? Für mich ein klares nein!

regen bringt segen
20
3.11.2010, 08:59
verstehe gar nicht

wer auf solche ideen kommt? schon mal was gehoert von auf eigenen beinen stehen?
also wenn's nicht uebergangsweise (ein paar wochen, monate) in einer notsituation wie trennung/wohnungsaufgabe ist, dann hat das gar keine berechtigung!

peinlich, peinlich sowas.

hagane
06
4.11.2010, 18:34

das einzige was hier peinlich ist, ist dein irrglaube, man wäre automatisch unfähig alleine zu leben nur wenn man zu hause wohnt und die eingeredete 0815 "nicht auf eigenen beinen stehen"-phrase.
gerade in diesem geschilderten fall ist die mutter, die ja alleine wohnt, sicher auch glücklich darüber, dass sie auf 130m² nicht alleine ist.
inwieweit man sich bedienen lässt muss jeder selber wissen. genausogut kann man mit seiner mutter zusammen kochen oder sich überhaupt abwechseln.
dass man sich zu hause an lebensmittel- und mietkosten beteiligt ist sowieso logisch, sofern dies angenommen wird.
ziemlich widerlich wenn man glaubt, es wäre der einzig richtige weg so schnell es geht seine familie zu verlassen.

Birgit 68
09
4.11.2010, 13:08
So?

Und wer sagt das?
Ich werde mich doch nicht wieder kopfüber in eine unsichere Beziehung stürzen, nur um mir als alleinerziehende Mutter eine Wohnung leisten zu können? Da wohne ich doch lieber wieder bei Papa, der sich auch noch gerne um meine Tochter kümmert, während ich arbeiten gehe.
Also, eine bessere Wohngemeinschaft könnte ich mir nicht vorstellen! Dabei zahle ich Miete und beteilige mich auch so an den Alltagsgeschäften. Ich bin übrigens 42 und habe mich vor sieben Jahren scheiden lassen.

torch
 
00
30.11.2010, 13:35

Das generationenübergreifende Leben macht halt in der Stadt mit den eher kleinen Wohnungen Pause. In Großwohnungen und gut angelegten Ein-/Zweifamilienhäusern ist das auch gut und OK. So lernen die Kinder eine Menge von den Generationen davor und Oma&Opa bekommen einen ganz anderen Stellenwert über "obligate Zuwendungen/Geschenke" hinaus.

Finde ich einfach gut, wenn es an Respekt der Leute untereinander nicht mangelt. Und das kratzt, wenn es nicht funktioniert an der sozial/charakterlichen Bildung. Das Ideal wäre das generationenverknüpfte Leben in Objketen mit jeweiligen Einliegerwohnungen für die Jungen und Alten.

Poldi Fesch
00
17.11.2010, 14:11
:)) das ist

aber nicht wirklich vergleichbar. Da kommt das arme "verlassene" Toechterl zum Hr. Papa zurueck u. ein Enkerl hats auch gleich dabei

geordie
05
3.11.2010, 11:31
Schlaumeier

schon mal daran gedacht, dass junge Leute oft gar keine andere Möglichkeit haben als bei den Eltern zu wohnen, weil sie entweder gar keinen Job finden oder in einem prekären Beschäftigunsverhältnis stehen? In diesem Alter (Ende 20) ist es für fast niemanden so angenehm noch bei den Eltern zu wohnen, aber was soll man machen, wenn man sich die Miete für eine eigene Wohnung einfach nicht leisten kann?

was ist schon ein name
00
22.11.2010, 17:54

arbeiten gehen! man findet etwas für € 1000,- wenn man sucht, und wenn es nur vorübergehend ist.
für einen alleinstehenden menschen mit matura ist das sicher nicht die ganz große herausforderung.
ist alles andere als angenehm, aber irgendwann muss man halt verantwortung für sich selbst übernehmen und auf eigenen beinen stehen.

Quo vadis, Austria?
04
2.11.2010, 19:49
Letztendlich kann man (Wieder)einzüge nur sehr schwer vergleichen, da die Lebensumstände total unterschiedlich sein können. Man kann bei seinen Eltern als Untermieter in einem großen Haus wohnen und diese dank eigener, ...

... abgetrennter Wohnung so selten wie den Immobilien-Hai-Vermieter aus Wien sehen.
Natürlich kann man sich auch mit seiner Mutter eine 70-m²-Wohnung teilen und täglich bekochen lassen.
Das eine hat halt mit dem anderen nicht viel zu tun, auch wenn es vordergründig so aussieht. Zumindest Fall 1 hat halt den Vorteil, dass man sich doch einiges spart. Angenommen, man arbeitet nach der HTL noch 5 Jahre und wohnt als Untermieter im Haus der Eltern kann man von den 1,6k netto ohne Probleme 1k auf die Seite legen. 14*5*1k = 60k. Um das Geld kann man sich dann eine nette Single-Eigentumswohnung kaufen, während andere dafür monatlich einige Hundert Euro Miete abdrücken.

immofuchs
00
16.12.2010, 15:00
ich würde sogar noch weiter gehen

und meinen Kindern die "Miete" bei so einem Modell geben. Ich verstehe auch nicht, was am Zusammenleben mit erwachsenen eigenen Kindern viel anders ist als jede andere WG.

Jo eh...
92
2.11.2010, 16:46

Peinlich. Wie wärs mit Vollzeit arbeiten? Aber die Faulheit und Unselbständigkeit kennen bei dem Typen wohl keine Grenzen. Da rennt wohl jede potentielle Freundin ohnehin sofort davon.

Got Your Noes!
03
7.11.2010, 18:22

vollzeit arbeiten und studium? haha, probierns amal, dann erzählns uns wies war

mw1234
00
24.11.2010, 00:18

Gern, war ziemlich cool, im nächsten Leben wieder.

jo eh
04
5.11.2010, 10:42
peinlich

ist ihr fladern meines nicks, sie troll

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