Hintergrund

Kürzungen bei Familienbeihilfe

25. Oktober 2010, 13:36

Rund 1,8 Mio. Kinder bekommen Familienbeihilfe - Durch Senkung der Anspruchsdauer künftig 35.000 Bezieher weniger

Wien - In Österreich wird derzeit für rund 1,8 Mio. Kinder Familienbeihilfe bezogen. Durch die geplante Senkung der Anspruchsdauer bei der Familienbeihilfe vom vollendeten 26. auf das vollendete 24. Lebensjahr im Zuge der Budgetkonsolidierung wird es in Zukunft etwa 35.000 Bezieher weniger geben. An den - je nach Alter unterschiedlichen - Beträgen und der Geschwisterstaffelung ändert sich nichts.

Fixbetrag statt 13. Familienbeihilfe

Die Familienbeihilfe ist, abhängig vom Alter des Kindes, unterschiedlich hoch: Sie beträgt ab der Geburt 105,40 Euro, ab drei Jahren 112,70 Euro, ab zehn Jahren 130,90 Euro und ab 19 Jahren 152,70 Euro je Kind. Hinzu kommt die sogenannte Geschwisterstaffelung: Der monatliche Gesamtbetrag erhöht sich für zwei Kinder um 12,80 Euro, für drei Kinder um 47,80 Euro, für vier Kinder um 97,80 Euro und für jedes weitere Kind um 50 Euro. Der Anspruch auf Familienbeihilfe ist unabhängig von der Höhe des Einkommens der Eltern. An diesen Beträgen ändert sich auch künftig nichts.

Die gesamte Familienbeihilfe für den Monat September (Grundbeträge, Alterszuschläge, Geschwisterstaffelung usw.) wurde bisher verdoppelt - die sogenannte 13. Familienbeihilfe. Das wird es in Zukunft so nicht mehr geben: Lediglich für 6- bis 15-jährige Kinder wird stattdessen ein Fixbetrag von 100 Euro ausbezahlt.

Auszahlung endet mit Abschluss der Ausbilung

Gestrichen wird auch der Mehrkindzuschlag, der an die Familienbeihilfe geknüpft ist: Ab dem dritten Kind konnte dieser bisher für jedes Kalenderjahr gesondert geltend gemacht werden. Der Zuschlag betrug monatlich 36,40 Euro für das dritte und jedes weitere Kind. Voraussetzung für einen Anspruch ist allerdings, dass das Familieneinkommen im Jahr vor der Beantragung eine gewisse Grenze nicht übersteigt, zuletzt waren das 55.000 Euro.

Grundsätzlich kann die Familienbeihilfe derzeit für volljährige Kinder in Berufsausbildung bis zum vollendeten 26. Lebensjahr des Kindes bezogen werden, in Ausnahmefällen, wenn beispielsweise Zivildienst geleistet wurde, auch bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Die Anspruchsdauer wird nun auf das vollendete 24. Lebensjahr gesenkt, die Familienbeihilfe kann also künftig bis zum 24. Geburtstag bezogen werden.

Eine weitere Neuerung: Derzeit bekommt man die Familienbeihilfe nach Beendigung einer Ausbildung noch drei Monate weiter bezahlt - künftig endet die Auszahlung mit dem Abschluss der Ausbildung. Für die Zeit zwischen der Matura und dem frühestmöglichen Studienbeginn soll es aber eine Übergangslösung geben, damit es nicht zu einer Unterbrechung kommt. Arbeitsuchende Jugendliche zwischen 18 und 21 Jahren werden keine Familienbeihilfe mehr bekommen, dafür sollen Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt verstärkt werden. (APA)

Kommentar posten
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Matthias Glöckel
01
24.11.2010, 15:47

Frage mich wie lange sich die menschen das noch gefallen lassen bis tatsächlich was drastischeres passiert.
in einem land wie österreich, in dem gut ausgebildete arbeitskräfte eine der wertvollsten zur verfügung stehenden ressourcen darstellt, bei den familien zu sparen ist wahnsinn.

springflower
10
17.11.2010, 13:43
Was ist jetzt mit den 312 Mio Euro, die jährlich

ins Ausland überwiesen werden? Die Tatsache, dass
dieser Betrag für im Ausland lebende Kinder von ausländischen Arbeitnehmern, die mind. 3 Monate in Österreich gearbeitet haben, überwiesen wird, wurde
von der FPÖ thematisiert und im Kostenlos-Blatt Heute veröffentlicht. Kein Wort davon im Standard.
Stimmt es etwa nicht? Wenn es stimmt, dann verstehe ich nicht, warum das nicht die erste Sparmaßnahme der Regierung war. Anstatt 54 Mio Euro bei unseren Studenten einzusparen! Bitte um zahlreiche Informationen zu diesem Thema!

Mittel zum Zweck
01
19.11.2010, 19:30
Antwort:

http://www.bmeia.gv.at/botschaft... egeld.html
(bis auf die Bezugsdauer)

Der ordentliche Wohnsitz muss für Familienbeihilfebezug in Österreich sein

Absatz: Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld

springflower
00
22.11.2010, 12:53
Der ordentliche Wohnsitz des Arbeitnehmers!

Die Kinder müssen nicht in Österreich leben - und darum geht's!

manfred ortner
00
6.11.2010, 07:34
SPÖ und ÖVP sind KEINE Familienparteien (mehr)!

Sich an den Leistungen im Sinne der äußerst geringen Unterstützung des sehr hohen finanziellen Aufwandes der wahren LEISTUNGSTRÄGER schadlos zu halten, ist skandalös und erbärmlich.

Ein Drittel trägt der Staat für den Kindesunterhalt bei, über Transfers und Steuerabsetzbeträge, NICHT mehr!

Schande über diese Regierung! shame on you!

Wenn man mit den Pensionisten so verfahren würde wie mit Familien (jahrelange hinterhältige "Stabilität"), würde auch das letzte Aufgebot aus den Altersheimen "auf der Straße" sein!

Ein Appell wird zu richten sein: an die Oppositionsparteien! Diese haben die Möglichkeit, den VFGH anzurufen. Und der wird diesem Schandbudget für Familien hoffentlich eine deutliche Absage erteilen!

jane doe2
01
27.10.2010, 22:12

Gemäß Hundsdorfer kann man die Hacklerregelung wegen dem Vertrauensschutz nicht sofort auslaufen lassen (obwohl die angehenden Pensionisten ja angehende sind und noch gar nicht in Pension sind). Wie schaut es mit dem Vertrauensschutz bei der Familienbeihilfe aus ( Studenten und 13. FBH). Hier trifft es die Studenten oder Eltern fast über Nacht, obwohl sie mit dem Geld kalkulierten. Das kann für einige Menschen schon beinahe existensbedrohend sein!

Aber hier sieht man, das die Pensionisten alles gelten (Wählerstimmen und gute Lobby), und die Familen gar nichts!

No sleep
00
27.10.2010, 17:37
Konsens besteht

Offenbar besteht ein breiter Konsens über die Ungerechtigkeit dieser Maßnahmen, die die ärmeren Schichten unserer Gesellschaft brutal treffen.
Dummerweise haben genau diese Leute die leiseste Stimme und am wenigsten Möglichkeiten sich effizient zu wehren.
Was mich jetzt interessieren würde:
Was ist nun zu tun eurer Meinung nach?
Wie ist dieses, durch zynische Kommentare der Verantwortlichen begleitete Vorhaben zu Fall zu bringen ?
Ich bin nicht bereit das einfach so hinzunehmen.

annea
00
26.10.2010, 22:01

DAamit könnte man locker Mehrkindzuschlag, FBH bis 26 und 13. FBH finanzieren, nur wird die Raiffeisen was dagegen haben...
http://www.zeit.de/2010/35/A... uch?page=1

octobussi
05
26.10.2010, 17:07
von allen guten geistern verlassen

die kürzung der familienbeihilfe ist im getriebe hier nicht nachvollziebar und in keinster weise gerecht

lächerliche 360 mio , gegenüber von mia , die die republik von einer sekunde auf die andere sofort für zockertum bereitgestellt hatte

für werterhaltende familien ist kein cent mehr da,dafür für spekulanten umsomehr

unfassbar dieses vorgehen,unfassbar,dass die sozis sowas mittragen

Joe Junior
02
26.10.2010, 11:54
Rache?

kann ja sein, dass der Herr Pröll das "Paket" so geschnürt hat, um sich für das schlechte abschneiden der ÖVP bei den Wahlen zu bedanken...sehr erwachsen wär das, aber gut, sind jetzt nur Phantasien und Theorien meinerseits!

keine Phantasie ist jedoch das so lächerliche schönreden des Pakets, "sozial" und von wegen "alle werden zur Kassa gebeten". klar doch! für nen Politiker gehts wahrscheinlich so: ein kleiner Zuschuss und schon hat man das Geld für ein ganzes Jahr Kinderbeihilfe und das Tankgeld fürs Auto wieder drinen =)

das Schönreden wird in Zukunft noch leichter gehen:
-->"weniger Studenten/schlechtere Ausbildungen-sehr gut-die Leute verblöden und wir als Politiker können machen was wir wollen; versteht eh keiner was man macht!"

already
00
26.10.2010, 16:06
Das man diese Ver*recher versteht braucht man nicht studiert haben!

Alfred Busenschauer
03
26.10.2010, 10:55
Ein Schuss ins Knie..

Österreich hat zu wenige Akademiker, Österreich leidet unter einem Ärztemangel, etc. Wer wird denn noch Medizin studieren, wenn die Mindeststudienzeit 12 Semester beträgt?

Ich kann Dick und Doof in ein paar Jahren schon jammern hören, dass wir was tun müssen, damit mehr studieren. Kurzsichtige Idioten, allesamt.

So ein Paket als sozial verkaufen zu wollen verleitet ja bald zu dem Wunsch nach einer österreichischen RAF. Demos, Mailbeschwerden, Gespräche und eigene Versprechen werden offensichtlich seitens der Politiker ignoriert.

A. Sieberer
03
26.10.2010, 09:19

Dabei dachte ich, es wäe höchste Zeit über eine verpflichtendende jährliche Indexanpassung der Familienbeihilfe nachzudenken ....... entprechend den Pensionen nach Familienpreisindex.

Johannes St.
 
01
26.10.2010, 11:48
Eine mehr als sinnvolle Forderung; und es würde ja schon reichen, wenn die FB in der gleichen Höhe wie die Pensionen automatisch steigen würde

dann könnte auch keiner behaupten, dass Generationen gegeneinander ausgespielt werden und wenn die Pensionistenlobby wieder mal eine Regierung in die Knie zwingt hätten die Familien mit Kindern auch was davon...

el-che-vive_1 Guevara
 
08
26.10.2010, 02:37
Ich weiß echt nicht mehr, was ich sagen soll

Ich wiederhole Josef Cap: ,, Der Budgetbeschluss ist sozial gerecht"

Wissen Sie- In der Schule wurde ich immer gemobbt und ver.rscht. Jedoch waren die Leute, die das gemacht haben leicht zu erreichen und ,,zurechtzuweisen". Das heisst, ich konnte mich wehren.
Doch wie kann man sich gegen die Politik wehren.
Protest bringt nichts. Widerstand bringt 3-10 Jahre hinter Gittern.
Selbstmord? Bringt a nichts. Will keine trauernden Eltern und Freundin hinterlassen.
Das Land verlassen? - Bringt a nichts. Kapitalismus herrscht überall.

Bitte sagen Sie mir, was ich als hinterfragender, kritisch denkender Student (Arbeiterkind und Schwabo mit Tschus...nhintergrund) tun kann um seelischen Frieden zu erlangen bei solchen Lebensumständen?

flyfischer
 
00
29.10.2010, 11:23

Was diese Regierung wohl tut, wenn ein paar hunderttausend widerstand leisten?
Alle 3-10 Jahre hinter Gitter?

Das möcht ich erleben!

jane doe2
00
27.10.2010, 22:14

Fühlw genau wie Sie!

die Großmutter
00
26.10.2010, 15:41

Sich selbst verbessern heißt die Welt verbessern, das ist das Einzige was hilft, nicht die Anderen verberssern wollen.

I. O.
01
26.10.2010, 09:18
Ein alternative Wäre noch

beim Wahlen bewuster Kreutzerl setzen.... nur leider immer wieder nur die verfilzte/geschmierte Großparteien stehen zu Verfügung zur Wahl. Die kleine Parteien haben kaum Finanzmittel sich zu wirksamm bewerben. Durch die Koalitionsbildungen immer dabei eine von die Großparteien (Rot oder Schwarz).
Für ein wirksame Protestmarsch müssen schon sehr-sehr viele Menschen dabei sein. ...auch dann das Ausgang fraglich weil die Regirungen können Gewalt einsetzen.......Siehe Frankreich.

die Großmutter
00
26.10.2010, 15:38

Wenn die Kleinen an die Futtertöge kommen wirds noch schlechter.

Nobody44
03
26.10.2010, 01:32
"Man kann doch einen Beitrag verlangen" Josef Pröll

Wie wäre es dann mit der Senkung ihres Gehaltes?!
generell die Senkung der Gehälter jedes Politikers und man sollte ihnen auch weniger Geld für einen lächerlichen Wahlkampf zur Verfügung stellen...

aber nein lassen wir doch lieber die "Ärmeren" zur Kassa bitten...

herbiee
00
26.10.2010, 14:20
Oder z.B. die Parteienförderung,

die immerhin satte 170 Millionen dieses Jahr ausmacht.

Franz Schwingenschrot
13
26.10.2010, 08:38
Es ist zum Speiben

Und wenn man bedenkt,dass eine Regierungspartei die Worte "sozial" und "Demokratie" und die zweite Regierungspartei die Worte "christlich" und "sozial" in ihren Parteinamen tragen, so kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte.
http://gedaunknsplitta.blog.de

duke box
01
26.10.2010, 12:21

welche regierungspartei trägt das wort "christlich" im parteinamen?

Emil Sacklinger
 
00
27.10.2010, 10:19

... tun s' ihn ned mit solchene kinkerlitzchen molestieren (lassen s' ihn erst mal ausgiebig k****n !)

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