Fettsucht versteift Aorta bei Jugendlichen

10. Oktober 2013, 12:11

Lebensbedrohliche kardiovaskuläre Probleme entwickeln sich ohne weitere Symptome während der Kindheit

Vancouver - Die Blutgefäße fettsüchtiger Teenager ähneln denen von Menschen mittleren Alters. Schon bei Dreizehnjährigen wurden Anzeichen einer Versteifung der Aorta nachgewiesen. Diese Veränderung der größten Arterie des menschlichen Körpers ist laut den Wissenschaftlern des British Columbia Children's Hospital ein erster Hinweis auf eine Herzerkrankung.

Die British Heart Foundation bezeichnet Fettsucht bei Kindern laut BBC als tickende Zeitbombe. Die Verhärtung der Arterien, die das Herz mit Blut versorgen, gilt als eine der entscheidenden Veränderungen bei Herzerkrankungen. An der Studie nahmen insgesamt 63 Kinder mit einem Durchschnittsalter von 13 Jahren teil.

Drastische Zunahme

Fettsucht bei Kindern hat in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch zugenommen und steigt weiter. Es ist daher zu befürchten, dass Herzanfälle oder Schlaganfälle und Typ-2-Diabetes bei immer jüngeren Menschen auftreten werden. Für die aktuelle Untersuchung wurde die Elastizität der Aorta mit Hilfe von Ultraschall festgestellt.

Als die Ergebnisse der fettsüchtigen Teenager mit jenen von 55 normalgewichtigen Kindern verglichen wurden, zeigten sich deutliche Unterschiede. Besorgnis erregend ist laut den Wissenschaftern, dass diese Ergebnisse keine Entsprechungen bei ähnlichen Unterschieden hinsichtlich Blutdruck und Cholesterin hatten. Dieses Fehlen von Entsprechungen weist darauf hin, dass potenziell lebensbedrohliche kardiovaskuläre Probleme sich ohne weitere Symptome während der Kindheit entwickeln.

Blutdruck nur unwesentlich erhöht

Kevin Harris, einer der Wissenschafter, der die Forschungsergebnisse auf dem derzeit in Montreal stattfindenden Canadian Cardiovascular Congress präsentierte, erklärte, dass der systolische Blutdruck bei den fettsüchtigen Studienteilnehmern nur unwesentlich erhöht war.

Harris will jetzt erforschen, ob sich diese Veränderungen der Aorta durch eine verbesserte Ernährung und Sport wieder rückgängig machen lassen. June Davison von der British Heart Foundation erklärte, dass 2009 mehr als ein Fünftel der Kinder beim Schulbeginn fettsüchtig oder übergewichtig war. (pte)

Share if you care
14 Postings
Kinder...

...zu diesen Kindern, wäre eine Hintergrundinfo zu den Eltern und deren Erziehung (Bewegung draussen?),Essgewohnheiten und Körpergewicht interessant gewesen.

Dass zuwenig Bewegung, zuwenig soz. Kontakte, viel Stress, zuviel PC, TV ,aber dafür jede Menge Fertigessen...kaputt und krank machen, war vorher schon klar (jede Menge Untersuchungen)...Witze über die Körperfülle von Schulkollegen machen das alles noch schlimmer...(Schutzpanzer)

Wie wirken wir dem entgegen, ist die Frage!?

Vorbeugen ist besser als Heilen!

Fertigessen und Fernsehen den Eltern zuerst verbieten, Psychotherapie für die Eltern, damit diese die Kinder nicht komplett ruinieren, Kochkurse?

"Fertigessen und Fernsehen den Eltern zuerst verbieten, Psychotherapie für die Eltern, damit diese die Kinder nicht komplett ruinieren, Kochkurse?"

Ja, das wäre wohl ungefähr so hilfreich wie bei einem wundbrandigen Bein einfach eine Decke darüberzuwerfen....

"Witze über die Körperfülle von Schulkollegen machen das alles noch schlimmer...(Schutzpanzer) "

Interessanterweise nehmen Verbalangriffe betreffend den Körperumfang ab. Da die Mehrheit der Kinder bereits übergewichtig ist, wird es "uninteressant", über das Übergewicht zu spotten. Stattdessen werden andere Angriffspunkte gesucht.

Der Frust kommt eher daher, dass der eigene Körper nicht dem in den Medien pausenlos suggerierten "Idealmaß" entspricht. Dass dieses "Ideal" unrealistisch ist, ist einem Heranwachsenden nicht klar.

Also doch...

...Fertigessen und Fernsehen den Eltern zuerst verbieten, Psychotherapie, damit diese die Kinder nicht komplett ruinieren, sondern stützen und selbstsicher machen und Kochkurse...

Posting gelesen und auch verstanden?

...das kann ich nur zurück geben!

Sie: ...viel Körperfülle, weniger Scherze, weil mehr Dicke, Druck von Medien ist das Problem

Ich: Eltern zuerst gesund machen, damit diese gesunde Kinder hervorbringen (selbstsicher und leicht zu verführen/verwirren schliessen sich aus!)

Jetzt meine Antwort verstanden?

Ich habe Ihr Argument der "Hänselei von Dicken" widerlegt. Nichts weiter.

Von der Bekämpfung von Fettleibigkeit habe ich nichts geschrieben. Das geht in eine völlig andere Richtung.

hiermit stimme ich für den verkauf von calgon-bonbons an supermarktkassen ;)

Jetzt fehlen nur mehr die vollwissenschaftlichen Statistiken über die "Passiv-Fress-Toten" und man könnte sagen: "Hurrah! Die nächste Runde IST eingeläutet!"

63? Wahnsinn..

voll wissenschaftlich, ey

Anstatt so unqualifizeirt zu schimpfen.
Wie gross sollte Ihrer Ansicht nach die Stichprobe sein?

Wie würden Sie konkret den notwendigen Stichprobenumfang ableiten?

Bitte lesen Sie folgendes, bevor Sie das nächste Mal so einen Schwachsinn posten:

- Bortz, J. (2005). Statistik für Human- und Sozialwissenschaftler.

Hätten Sie das getan, wäre Ihnen dieser, aus Sicht eines Wissenschaftlers, peinliche Fauxpas erspart geblieben.

Oder um es in ein Sprichwort zu verpacken: hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben.

Selbst wenn nur 10 Kinder die komplett gleichen Auswirkungen zeigen, kann das schon ausreichend sein so die Kinder randomisiert gewählt wurden. Bei 63 adipösen Kindern gegen 55 Normalgewichte denk ich, wird das schon passen und kann durchaus representativ sein. Mir fehlt nur immer der Link zur Studie bei solchen Artikeln.

Ja, ein Sample von 63 kann durchaus ausreichend sein

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.