Netanyahu: Direktverhandlungen sind der einzige Weg
Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu
hat die Palästinenser vor einseitigen Schritten bei den Bemühungen um einen
eigenen Staat gewarnt. "Frieden wird es nur durch direkte Verhandlungen geben",
sagte er am Sonntag bei der wöchentlichen Kabinettssitzung. Die jüngste Runde
der Gespräche zwischen beiden Konfliktparteien steckt wegen des Streits um die
israelische Siedlungspolitik derzeit in einer Sackgasse.
Hintergrund von Netanyahus Warnung sind palästinensische Überlegungen, wegen
des Stillstands in den Verhandlungen Israel zu umgehen und den
UNO-Sicherheitsrat um die Anerkennung eines palästinensischen Staates zu bitten,
der das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem umfasst - Gebiete, die
Israel im Sechstagekrieg von 1967 erobert hat.
Internationale Anerkennung problematisch für Israel
Eine internationale Anerkennung
der Grenzen eines Palästinenser-Staates würde - sollte sie überhaupt zustande
kommen - Israel weiter isolieren und seine diplomatischen und militärischen
Optionen einschränken.
Allerdings erwarten palästinensische Regierungskreise nicht, dass Präsident
Mahmoud Abbas vor dem nächsten September tatsächlich zu einem derart drastischen
Mittel greifen wird. Bis dahin will US-Präsident Barack Obama ein
Nahost-Friedensabkommen unter Dach und Fach haben. Abbas soll aber bereits
begonnen haben, neue Möglichkeiten abzuwägen. (APA/dapd)