Haiders Irak-Reise vom deutschen Geheimdienst finanziert

24. Oktober 2010, 13:28
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Österreichischer Geschäftsmann soll im BND-Auftrag den Jet bezahlt haben

Wien/Klagenfurt - Der ehemalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) hat mit seinen Reisen in den Irak zum damaligen Diktator Saddam Hussein vor dem Irak-Krieg der USA für heftige Diskussion gesorgt. Nun berichtet das Nachrichtenmagazin "profil", eine dieser Reisen sei vom deutschen Geheimdienst finanziert worden. Ein österreichischer Geschäftsmann soll im Auftrag des Bundesnachrichtendienstes (BND) die Organisation übernommen und den Flug bezahlt haben.

Konkret geht es um die Reise Haiders im Mai 2002, an der unter anderen auch der Abgeordnete Ewald Stadler und Haiders langjähriger Pressesprecher Karl-Heinz Petritz teilgenommen haben. Der Geschäftsmann soll für eine Salzburger Detektei gearbeitet haben, die damals, schreibt "profil", auch Aufträge für den BND abwickelte. Der BND wiederum sei an Haiders Kontakten zur Familie Saddams interessiert gewesen, daher habe man den Agenten eingeschleust.

Weder der Bundesnachrichtendienst noch der angebliche Agent bestätigten die Recherchen des Magazins. In der BND-Zentrale in Pullach hieß es man könne "aus grundsätzlichen Erwägungen keine Stellungnahme abgeben". Die Summe, die der BND in die Überwachung Haiders investiert haben soll, wird in dem Bericht mit mehreren 100.000 Euro beziffert. (APA)

  • Flog viel: der verstorbene Jörg Haider. Hier steigt er im Jahr 2000 mit seiner Gattin im Schlepptau aus einer Dornier 328 der Fluglinie Air Alps der KLM.
    foto: gert eggenberger

    Flog viel: der verstorbene Jörg Haider. Hier steigt er im Jahr 2000 mit seiner Gattin im Schlepptau aus einer Dornier 328 der Fluglinie Air Alps der KLM.

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