Sparkurs

Familienbeihilfe künftig für 35.000 Menschen weniger

24. Oktober 2010, 13:07

Ministerium verteidigt Kürzungen: Im ersten Jahr mehr, aber über vier Jahre bleiben Einsparungen wie vorgesehen - Familienförderung in Österreich höher als in anderen Ländern

Wien - Durch die Senkung der Anspruchsdauer bei der Familienbeihilfe vom vollendeten 26. auf das vollendete 24. Lebensjahr wird es künftig 35.000 Bezieher (25- und 26-Jährige) weniger geben. Das bringt eine Einsparung von 58 Millionen Euro im Jahr. Durch die Änderung der 13. Familienbeihilfe in einen Fixbetrag von 100 Euro für 6- bis 15-Jährige erspart sich das für Familien zuständige Wirtschaftsministerium ganze 168 Millionen Euro. Durch die Streichung für arbeitssuchende Kinder zwischen 18 und 21 Jahren sowie die Streichung nach der Berufsausbildung fallen weitere rund 30 Millionen Euro weg.

2011 werden 389 Millionen eingespart

Mit der Streichung des Mehrkindzuschlags ab dem dritten Kind und der Abschaffung des Alleinverdienerabsetzbetrags für Familien ohne Kinder ergeben sich für 2011 insgesamt Einsparungen in Höhe von rund 380 Millionen Euro. Das ist mehr als ursprünglich erwartet. Im Finanzrahmen 2011 bis 2014, der die Ausgabenobergrenzen der einzelnen Ressorts festlegt, war für das kommende Jahr ein Rückgang um 234,9 Millionen Euro eingeplant. Das Ministerium weist allerdings darauf hin, dass sich durch die höheren Einsparungen im ersten Jahr für die Folgejahre kleinere Konsolidierungsbeiträge ergeben. In Summe liegen die Einsparungen für alle vier Jahre im vorgegeben Rahmen.

Dass im ersten Jahr gleich größere Summen bewegt werden, liege daran, dass man den Familien eine gewisse Planungsmöglichkeit geben wolle, so das Ressort. Sonst müsste zum Beispiel die Höhe der Familienbeihilfe jedes Jahr anpasst werden. So bleibe der rechtliche Rahmen in den nächsten Jahren stabil und die Familien müssen in den Jahren 2013 und 2014 weniger hergeben, als ursprünglich geplant. Ein Teil des im nächsten Jahr zu viel Eingesparten wird außerdem in den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze investiert.

Erleichterung bei Schulbüchern

Das Ministerium weist außerdem darauf hin, dass die Familienförderung in Österreich deutlich höher als in anderen Ländern sei. Eine Erleichterung gibt es bei den Schulbüchern. Hier wird der Selbstbehalt abgeschafft. Das entlastet die Familien jährlich mit zehn Millionen Euro und bringt eine Verwaltungsvereinfachung. (APA)

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nina yankow
00
28.10.2010, 13:01

um 30 millionen einzusparen streicht man den leuten, die nach der lehre nicht sofort arbeiten, die beihilfen??? (während die studenten jedes jahr 3 monate ferien haben, während denen sie selbstverständlich auch dann beihilfen bekommen, wenn sie nicht arbeiten) muss das echt sein?

hätte man dieses jahr die beamtenpensionen (die - im durchschnitt - ohnehin schon doppelt so hoch wie privatwirtschaftspensionen sind) nicht erhöht, hätte man schon 75 millionen eingespart (also hätte es für die gleiche summe an einsparungen auch gereicht, wenn man nur die höheren beamtenpensionen nicht weiter erhöht)

Wienerin_:-)
00
26.10.2010, 09:07

nochmal zu den Schulbüchern: Ich bin Studentin und habe pro Semester (!) einen Aufwand von ca. 200 EUR nur für Literatur.
Jetzt gibts für uns nicht mal mehr die 13. Familienbeihilfe? Nur noch für Kinder zw. 9 und 15 - die ohnehin ALL ihre Bücher gesponsert bekommen?????

Erkläre mir bitte jemand DIESE Logik???

nina yankow
00
28.10.2010, 12:49

Gerademal 30% der 20-24-Jährigen haben Matura, und von denen mit Matura studieren auch bei weitem nicht alle.
Würden die Einsparungen in die Schulen gesteckt werden, würde ich sie für absolut gerechtfertigt halten. In den meisten anderen Ländern muss man sich Studien inkl. Studiengebühren weitgehend selbst finanzieren oder erhält Beihilfen fast ausschließlich als Kredit.
Schulbücher kommen jedem zugute, Familienbeihilfe für über 24-Jährige nur einem sehr kleinen Teil. Wieso soll ein Arbeiter, der schon in der Schule benachteiligt wurde (weil er in die Hauptschule abgeschoben wurde, wo die Lehrer schlechter bezahlt sind, die Ausstattung schlechter ist, die Mitschüler schlechter sind) die FB für Studenten mitfinanzieren?

NIK_
00
25.10.2010, 20:11
ein weiterer schritt in die falsche richtung

wer sich letztens die diskussion zum thema bildung/universitäten angesehen hat, an dem dürfte nicht vorbeigegangne sein, dass dieses land ohnehin schon probleme mit dem freien hochschulzugang, dem budget für die universitäten, und vorallem mit der anzahl an ordentlichen absolventen (vgl. mit dem EU Durchschnitt) hat! was passiert jetzt: ein ROTER Kanzler lässt zu dass die Familienbeihilfe massiv eingeschränkt wird. Dass hier nicht einmal unterschieden wird zwischen "ärmer" und "reicher" (STichwort Chancengleichheit) und auch vertuscht wird wieviele finanzielle Privilegien eigentlich an die Familienbehilfe gebunden sind - darüber kann man wirklich nur staunen! Unfassbar..kein anderer roter Kanzler hätte sowas jemals geduldet!!! unglaublich..

nina yankow
00
28.10.2010, 12:54

zur unterscheidung ärmer/reicher: wer studienbeihilfe bekommt, dem wird der entfall der familienbeihilfe sowieso ausgeglichen.
wer noch keine studienbeihilfe bekommt, und sich das studieren mangels elterlicher unterstützung nicht leisten kann, der kann 4 jahre arbeiten und bekommt dann bei zwei wechseln, einem bachelor und einem master mit je einem toleranzsemester insgesamt 8 jahre lang 680€ monatlich an studienbeihilfe, das sind über 65.000€. die arbeiterkinder, die schon mit 10 jahren aussortiert werden, zahlen schon lange vor den studenten versicherungsbeiträge und ihren anteil zum familienlastenausgleichsfonds, aus dem die familienbeihilfe für die privilegierten studenten bezahlt wird.

Han-Do
00
25.10.2010, 14:35
Bildung weg, Börsel leer — Trixi Karl, danke sehr!

MaturantInnen, die künftig nicht nur ein Bachelor- sondern auch ein Masterstudium absolvieren wollen und dazu die Familiebeihilfe brauchen, müssen Glück haben. Wer von ein HAK oder BHS kommt, hätte schon einmal ein Jahr der Bezugsberechtigung im Studium verloren; Präsenz- oder Zivildienstleitende bzw. jene, die ein freiwilliges soziales Jahr oder ein Jahr als au pair absolvieren, ein weiteres. Wer noch dazu das Pech hat, durch den Mangel an Seminar- und Laborplätzen ein Semester zu verlieren, schaut endgültig durch die Finger. Mit dem Verlust der Familienbeihilfe fallen für die Betroffenen auch die Mitversicherung bei den Eltern sowie Ermäßigungen – wie etwa beim öffentlichen Verkehr – weg.
Das wird tunlichst verschwiegen.

Paul Zebrowski
00
25.10.2010, 15:35

Ich muss sie fairerweiße darauf aufmerksam machen, dass Präsenz- und Zivieldienstleistende ein Jahr länger die Familienbeihilfe beziehen dürfen.

Das hat sich (gottseidank) nicht geändert.

Elmar C.
11
25.10.2010, 12:32
Ein Volk von Nörglern!

Warum streicht denn niemand auch einmal das Positive hervor?

Es gibt eine "Erleichterung bei den Schulbüchern"! ist doch schon was: Kann man sich 'ne Kiste Bier kaufen, um den Frust runter zu spülen!

(Manche finden das wichtig genug, um es im Fettdruck hervor zu heben!)

drwestbahn
01
25.10.2010, 12:50
Ist auch die einzige Strukturreform, die diese Regierung geschafft hat!

unkrautvagetnix
 
22
25.10.2010, 11:56

ein Tunnel, den niemand braucht und will ist halt mehr wert als Familie. Soziale Gerechtigkeit made by SPÖ....

Flann O'Brien
07
25.10.2010, 11:55
Schön wär, Folgendes zu lesen:

"Die Streichung der Absetzbarkeit der Kirchensteuer bringt 40 Mio Euro."
Warum zumindest die SPÖ sowas nicht thematisiert, ist mir unverständlich.

seppl absmui
00
25.10.2010, 23:51
steigerungsformen:

unangenehm - widerlich - pröllianisch

manfred ortner
01
25.10.2010, 11:40
Vertrauensschutz gilt für alle - nur nicht für Familien!

Bei mir darf in nächster Zeit nichts passieren:

Bei meiner Frau darf die Krebserkrankung nicht wieder akut werden.

Bei meinen Eltern und Schwiegereltern darf es keine Pflegenotsituation geben.

Meine Drillinge (Den einen hat die Krankheit der Mutter aus dem Konzept gebracht!) müssen ausbildungsmäßig bis 24 fertig sein. Sollte das bei allen drei nicht gelingen, wäre die neue Studiengebühr mindestens € 9.000,--/Jahr (Familienbeihilfe, Mitversicherung, Förderung bei öffentlichen Verkehrsmitteln weg!).

Das, was jetzt wegfällt, wurde, nur zur Erinnerung, eingeführt, weil man die Transferleistungen über viele Jahre nicht evaluiert und die Mehrkindfamilien nicht spezifisch gefördert hat.

Wir sind ein Oldiesstaat, ad infinitum!

.S-Nutz.
02
25.10.2010, 11:30

Zuerst 730 Euro Studiengebühren abschaffen, dann 2000-2400 Euro "Studiengebühren" einführen.. das hat schon was gewaltig unverschämtes an sich. Vor allem die extrem kurze Vorbereitungszeit auf den Entgang kann doch nicht rechtlich halten?

Montague
01
25.10.2010, 11:17
Es ist traurig, fast beschämend, dass

gestern Abend im Zentrum mMn Kickel derjenige war der am Sachlichsten diskutiert hat (evtl auch Cap). :(

Elmar C.
01
25.10.2010, 11:42
Beschämend? Für wen?

Für Pröll? Für Faymann?

Sie glauben doch wohl nicht, dass diese Typen ein Schamgefühl besitzen?
Spätestens seit gestern sollten Sie solche naiven Fantasien eigentlich abgelgt haben!

Wenn Sie sich selbst dafür schämen, naja ... wenn Sie einen dieser Typen gewählt haben, dann wohl nicht ganz zu unrecht!

soisdeshalt
18
25.10.2010, 11:16
an den pröll neffen

Der sagt:

zur Kritik, dasss künftig ab 24 Jahren die Familienbeihilfe fällt. "Man müsse in diesem Alter verlangen können, "sich selbst auf eigene Beine zu stellen"

ich sage:

mann nuss doch endlich verlangen können, dass die bauern sich selbst auf eigenen füsse stellen!

drei arbeiter-steuerzahler sind notwendig um einen bauern zu erhalten (zitat aus schwarzbuch landwirtschaft)

Robert Niessner
 
06
25.10.2010, 11:38

Man muss doch auch von Banken verlangen können, sich auf eigene Beine zu stellen - keine Bail-outs mehr!
Oder riesige Fördersummen für Großkonzerne, während die KMUs durch die Finger schauen.

tucker maxxx
03
25.10.2010, 12:02
während die KMUs durch die Finger schauen.

nur leider gibts noch immer genug selbstständige, die meinen die VP wär "ihre" partei und diese brav und blind weiterwählen...
ausser (gross)bauern industrielle und faulsaäcke wie 5er, khg und co vertreten die niemanden.

r k
06
25.10.2010, 11:15
50 Millionen gespart, bravo!

gehen halt wieder weniger studieren, ein Technikstudium ist nicht mehr drin; und mehr als drei Kinder haben eh nur die Ausländer.
Blöd gelaufen für mich: 4 Buben und alle wollen studieren. Aber viel Geld haben wir sowieso nicht.
Ich versteh das gut, dass man eine Verwaltungsreform nicht zusammenbringt, den Bundesrat nicht abschfft und und und. Wie soll man denn da seine Freunderln versorgen.

HoRuck
00
25.10.2010, 12:00

dann, müssen sie halt aufhören zu arbeiten und schon bekommen all ihre buben stip.
<Zynismus off>

rotes gfries
03
25.10.2010, 11:14

... halte du sie mir dumm, arm halt ich sie mir selbst!

Dr.Student des Wurschtfachverkaufs
04
25.10.2010, 11:08
Die Mindestsicherung

wird sein wann eingeführt? 2006? Die SPÖ redet seit 5 Jahren davon und bis jetzt sinds erst 3 Länder. Auf der anderen Seite werden von heute auf morgen den Studenten über 2000 Euro weggenommen. Bin zwar schon fertig mit meinem Diplomstudium, aber es regt mich total auf.

MrCostello
00
25.10.2010, 11:07
Gleichheitsgrundsatz...

Ist das nicht anfechtbar, weil männliche Jugendliche ja die Zeit beim Heer/Zivildienst dann verlieren und bis 24 Jahre nur weniger Studiumszeit bleibt ???

meatman
00
25.10.2010, 12:37

http://help.gv.at/Content.N... 80712.html

Sorgfälig lesen und nicht jammern. Es ist keine Rede davon, dass die Anrechnung von Wehr- oder Wehrersatzdienst fallen wird

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