IHS und Wifo

Wirtschaftsforscher vermissen die große Strukturreform

24. Oktober 2010, 16:20
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    Budget-Grafik 2011 - wo die Regierung den Rotstift ansetzt.

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    apa-foto: herbert neubauer

    IHS-Chef Bernhard Felderer findet bei den Steuerplänen zu Stiftungen und Aktiongewinnen noch einiges diskussionswürdig.

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    Wifo-Expertin Schratzenstaller: Eine große Strukturreform fehle, "weil die Länder außen vor gelassen wurden".

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    Der Budgetpfad bis 2014.

Wifo sieht "empfindliche" Kürzungen der Familienleistungen - IHS erkennt noch "keine nachhaltige Konsolidierung der Schulden"

Wien - Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) sehen zwar einige Maßnahmen im vorgelegten Budget positiv, kritisieren aber, es würden weiterhin dringend notwendige Strukturreformen fehlen.

Mineralölsteuer-Erhöhung "konterkariert"

Vor allem IHS-Chef Bernhard Felderer gibt sich zurückhaltend. Er erkennt generell im skizzierten Pfad bis 2014 noch keine nachhaltige Konsolidierung der Schulden, begrüßt aber, dass das Defizit ein Jahr früher als ursprünglich anvisiert unter 3 Prozent landen soll. Skeptisch kommentierte er die geplante Erhöhung der Zwischensteuer für Privatstiftungen, auch die Auswirkungen einer Steuer auf Aktiengewinne ohne jegliche "Spekulationsfrist" müsse man sich genau anschauen. Die Erhöhung der Mineralölsteuer (MöSt) werde zum Teil durch die gleichzeitige Aufstockung des Pendlerpauschales "konterkariert".

In der "Zeit im Bild" bezeichnete Felderer die Steuererhöhungen als "ganz geschickt gewählt", wenn auch die "Gesamtmenge hätte geringer sein können". Ab 2013 werde man "mit diesem Budget die Schulden gut zurückführen können". Allerdings: Langfristige Strukturreformen seien unabdingbar, aber nur mit den Ländern zu machen. "Diese Dinge sind noch nicht angesprochen."

Vorteile einer Stiftung würden wegfallen

Das Ausmaß der MöSt-Anhebung sei ohnehin eher "bescheiden", meinte Felderer zu den Detailmaßnahmen. Dass das Pendlerpauschale im Gegenzug um fünf Prozent erhöht werden soll, stehe dem "Umweltargument" eher entgegen. Eine "kluge Maßnahme" seien dagegen geplante steuerliche Anreize für Fördermaßnahmen des Arbeitgebers für die Anreise der Mitarbeiter ("Jobticket" nennt das die Regierung).

Details vermisst Felderer noch bezüglich einer 25-prozentigen Zwischensteuer für Privatstiftungen. "Wenn man die Zwischensteuer erhöht, ist jeder Vorteil einer Stiftung weg", meinte er. Genau prüfen werde man im IHS die Effekte einer 25-prozentigen Abgabe auf Aktiengewinne. Bisher mussten diese nur bei Veräußerung binnen Jahresfrist versteuert werden. Eine Maßnahme, die vor langer Zeit eingeführt wurde, um zum Ansparen fürs Alter auf dem Kapitalmarkt zu animieren, gibt Felderer zu bedenken - "dieser Anreiz soll jetzt offenbar wegfallen".

Änderungen bei Hacklerpension "schwach"

Es gelte genau zu untersuchen, ob die Aktien-Kapitalertragssteuer eher obere Einkommensgruppen betreffe oder auch mittlere Schichten. Im ersten Fall würde die neue Maßnahme laut Felderer durchaus eine Umverteilung der Belastung bedeuten - im zweiten Fall hätte sie dagegen "nur eine Geldbeschaffungsfunktion".

Positiv findet der Wirtschaftsforscher, dass die großen Infrastrukturprojekte wie etwa Bahntunnel nicht abgeblasen werden. Ebenso begrüßt wird von ihm die Einigung auf eine Studieneingangsphase im Abtausch für mehr Geld für die Universitäten. "Schwach" dagegen seien die Maßnahmen in Sachen Hacklerpension - hier wird nur der Nachkauf von Schul- und Studienzeiten verteuert -, allerdings müsse man beim "heißen Eisen Pensionssystem jeden kleinen Schritt begrüßen".

Dass es im Familienbereich deutliche Einschnitte gibt, bezeichnet Felderer schließlich zwar als wenig überraschend, aber doch "schade - da haben wir uns gerühmt, mehr zu tun als andere, nun sind wir weit hinter europäischen Musterländern wie Frankreich oder Dänemark zurück".

Wifo: Obere Einkommen eher moderat betroffen

Für Wifo-Budgetexpertin Margit Schratzenstaller enthält das Budget "viele sinnvolle Maßnahmen". Konkret nannte Schratzenstaller am Sonntag die Tabaksteuer und die umweltbezogenen Abgaben. Sie mahnte aber, dass Umweltabgaben in ein konsistentes System von Umwelt- und Energiesteuern eingebaut werden sollten. Wenn die Konsolidierung vorbei ist, sollte man mittel- und langfristig eine Steuerreform machen, die eine Entlastung des Faktors Arbeit und Lenkungseffekte im Umweltbereich bringe. Dazu bedarf es einer Steuerreformkommission, so Schratzenstaller.

Die Aufteilung der Steuerbelastung sei grundsätzlich breit angelegt, allerdings seien die oberen Einkommen vergleichsweise moderat betroffen. Die unteren Einkommensschichten seien durch die Steuermaßnahmen nicht übermäßig belastet, allerdings von den Einsparungen stark betroffen. Die Erhöhung der Mineralölsteuer treffe Niedrigverdiener mehr, sei aber durch die Anhebung der Pendlerpauschale abgemildert. Schratzenstaller hätte sich allerdings in diesem Punkt eine ökologische Komponente gewünscht.

Auch die Tabaksteuer belaste Kleinverdiener mehr, sei aber sinnvoll, weil sie einen Lenkungseffekt habe. Bei der Besteuerung von Aktien sah sie hauptsächlich die oberen Einkommensschichten betroffen, da 10 Prozent der Aktienbesitzer 80 Prozent der Wertpapiere halten. Man könnte aber für Investitionen in die Pensionsvorsorge Ausnahmen überlegen.

Asfinag und ÖBB genau beobachten

In einer schriftlichen Kurzanalyse hat das Wifo der Regierung in einer schriftlichen Kurzanalyse zur gestrigen Budgeteinigung am Sonntag nahegelegt, bei den Staatsschulden die - ausgelagerten - Schulden der ÖBB und der Autobahnfinanzierungsgsellschaft Asfinag nicht außer Acht zu lassen.

Laut Wifo ist es "wichtig, auch die außerbudgetären Schulden von Asfinag und ÖBB und auch die steigenden Pensionslasten im Auge zu behalten, da diese "früher oder später von der EU und den internationalen Ratingagenturen mitbeobachtet" würden.

Die schnelle Einigung über das Bundesbudget garantiere - kräftig unterstützt von der Konjunkturlage -, dass die Neuverschuldung schon 2011 erheblich sinken werde, urteilt das Wifo. "Der Schuldenstand des Staates wird dadurch zwar nicht abnehmen, dies war aber auch nicht beabsichtigt." Das bleibe vielmehr weiteren Reformschritten vorbehalten.

Familien-Kürzungen "empfindlich"

Als "empfindlich" bezeichnete Schratzenstaller die Kürzungen von Familienleistungen. Bei der Streichung des Alleinverdiener-Absetzbetrags für Familien ohne Kinder empfiehlt sie eine Übergangsregelung. Grundsätzlich positiv fand sie die Offensivmaßnahmen im Schulbereich, gab aber zu bedenken, dass diese 80 Mio. Euro geringer sind als die vorgegebenen Einsparungen im Schulbereich.

Die Wifo-Expertin betonte weiters, dass mit den Pensionsanpassungen und Beamtengehältern für 2011 noch zwei wichtige Bereiche offen seien. Alleine bei den Pensionen gehe es um 400 Mio. Euro. Schratzenstaller rät in beiden Fällen zu sozial gestaffelten Anpassungen. Im Bereich der Pensionen müsse es zudem darum gehen, mittel- und langfristig nachhaltige Reformen zu überlegen.

Länder wurden geschont

Weiter offen bleibt auch eine große Strukturreform, "weil die Länder außen vor gelassen wurden", kritisierte die Expertin. Hier seien große Brocken zu holen, allerdings seien dazu die Länder notwendig. Die Regierung habe das Notwendige für 2011 getan, jetzt gehe es aber darum, eine große Strukturreform anzugehen. (APA)

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notinmyGame
00
25.10.2010, 14:30
34000 Menschen bekommen jetzt 2 jahre weniger lang ihre

Familienbeihilfe.
Gut fnde ich das nicht.
Verkraftbar allemal.

franz poglonik
 
00
25.10.2010, 10:58
verwaltungsreform

wo wäre viel geld einzusparen:
- gemeindenzusammenlegung (geht nicht, weil diese ersetzen örtliche parteibüros)
- zoll- und finanzämter zusammenlegung (beide heben steuern ein)
- millionenförderung von großgrundbesitzern um mindestens 50% reduzieren
- bekämpfung von schwarzarbeit
wenn övp und spö meinen,dass durch die verwaltungsreform menschen freigesetzt werden,die dann keine arbeit haben,so muss ich entgegenen:
es wird behauptet,dass wir neuzuwanderer brauchen,da die österreicher nicht mehr bereit sind kinder zu bekommen.um dieses manko ausugleichen, müssen einwander aus der türkei usw. kommen. bei einer vernünftigen verwaltungsreform würden von den 530.000 beamten mindestens 200.000 frei werden.sie könnten ausländer ersetzen.

Sonstige Befugnisse
00
25.10.2010, 09:33
Und jetzt warten wir einmal auf die Detailbudgets!

Da kommt sicher noch einiges auf uns zu. Hunderte kleine und mittlere Vereine (wissenschafliche, soziale, jugendbetreuend usw.) hängen von verschiedensten Bundessubventionen ab - da wirds noch zu sozialen Koflikten kommen (Streichungen, Entlassungen, Auflösungen). Wir stehen erst am Beginn.

Weh mir
12
24.10.2010, 21:55
STruktur reform?

da würden ja unsere Politkapserln sich ja selber um einige Pfründe bringen

Paolo64
00
25.10.2010, 07:54
... oder Familienmitglieder

*esofan*
00
24.10.2010, 21:55
große worte - nichts dahinter

da wird groß dahergeredet: ja, wir brauchen eine "strukturreform". im ersten moment ist man beeindruckt. aber dann lese ich den artikel und siehe da, es wird null konkretes angesprochen welche "strukturen" denn verändert gehören. nicht einmal das wort "verwaltung" fällt in diesem zusammenhang. echt schwach! solche "experten" sind echt eine hilfe (ironie), die gscheit daherreden, aber inhaltlich nichts sagen!

urbi47
02
24.10.2010, 20:17
Zwei Brustkranke

Die Österreicher werden es sich nicht mehr lange gefallen lassen in den Fängen einer unnötigen, unsinnigen Monsterverwaltung (um 100% zu viele
Beamte) gepaart mit einer Parteiendiktatur zu sein !!!
Freunde bei den nächsten Wahlen werdet ihr noch
viel weniger Stimmen bekommen !!! Übrigens läßt dies
viel Raum für die Gründung(en) neuer Parteien offen !!

The Man With the Plan
04
24.10.2010, 19:33
Die anderen 60%...?

Man hat dem Volk vor ein paar Wochen vollmundig verkündet, dass das Budget 2011 aus 60% Kosteneinsparungen aus Strukturreformen bestehen soll.

Bislang wurden die 40% Steuererhöhungen und Leistungskürzungen verlautbart.

Was ist nun mit den anderen 60%...?!?

Hat man halt wieder einmal das Volk belogen...einmal mehr is' a scho wuascht...

urbi47
00
24.10.2010, 20:21
Irrtum

Pepi meinte er will 6 Kilo abnehmen !! Ihr habt alle
einen Hörfehler !!!!!!!!!

blauwal
 
00
24.10.2010, 18:10
wo sind sie??

wo sind die großen struktur-u. verwaltungsreformen ???
eine absolut schwache vorstellung von absolut schwachen darstellern. pröll, faymann tut österreich
einen gefallen u. schafft euch selber ab.

audimax_überall
41
24.10.2010, 18:10
tragt euren protest auf die straße!

Demo von der ÖH und #unibrennt:

Die Regierung will die Familienbeihilfe kürzen. Nur noch unter 24.-jährige sollen Familienbeihilfe bekommen, ausserdem wird die 13.Auszahlung im Jahr auf 100€ gekürzt und nur mehr für 6-15-jährige ausbezahlt.

WIR LASSEN UNS DAS NICHT GEFALLEN!
Komm vorbei und zeige der SPÖ und der ÖVP dass du nicht mit den Kürzungen einverstanden bist!

http://www.facebook.com/home.php?... 8520692336

CyberCop
11
24.10.2010, 18:19
mah, ihr wiederholt euch

also muss ich mich auch wiederholen:

ein wenig sehr eingeschränkt euer demo-"angebot"

ihr wollt nicht gegen die missratene familien- und budgetpolitik sondern bloß gegen die kürzung der fb-hilfe demonstriert.
nach dem motto: die werktätigen immer schön raushalten.
ja glaubt ihr denn wirklich, daß da außer ein paar mac-book schwingende bobos wer auftaucht?

holt die mittelschicht in euer boot - mobilisiert die massen (und nicht nur ein paar studiosis) mehr als fbh und es kann was erreicht werden.

aja: die kürzung der fbh - das ist nur ein kleiner teil der "die massen" stört

audimax_überall
10
24.10.2010, 18:48
ist mir völlig neu dass nur studierende familienbeihilfe beziehen

... hast du da quellen dafür? nein?

natürlich gilt der aufruf für ALLE BETROFFENEN - werktätige, schülerInnen, lehrlinge, studierende!!

hinkommen, laut sein !!

http://www.facebook.com/home.php#... 36&index=1

marty fink
11
24.10.2010, 19:03
Gibt dir die Mammi die FB nicht weiter?

CyberCop
00
24.10.2010, 18:21
sollte heissen:

...studiosis) MIT mehr als ...

Sarah L.
 
00
25.10.2010, 13:37

wenn sie schon korrekt sein wollen, dann streichen sie bitte das "s" bei ihren "studiosis". - denn das tut wirklich weh.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
24.10.2010, 18:08
Die Regierung hat einen neuen Slogan entwickelt

http://a.images.blip.tv/ChangeCon... ant491.png

Resi Tupfer
50
24.10.2010, 18:06
Rot / Schwarz machen Grüne Träume war !

1- Autofahren kann sich keiner mehr leisten
2- Bahnfahren durch unnötige Löcher ist umweltbewusst.
3- Geld (Aktien) haben ist unsozial, daher quasi wegnehmen.
4- Arbeitgeber müssen Arbeitnehmer mit einem Fahrradtaxi selber in den Betrieb chauffieren.
5- Studieneingangsphase für Jedermann macht gleich.
6- Hacklerpension erschwert, weil eh jeder ewig studiert und in Volxküchen verpflegt wird.
7- Wer raucht schon Tabak? Also eh wurscht wenn er teurer wird!
8- Kinderlose Alleinverdiener dürfen die Gebärfreudigen finanzieren.
9- Selbst gemachte Altenpflege daheim fördert den Familienenzusammenhalt.
10- Leistungsbewustsein wird bestraft.

Schweinsbratenfan
00
25.10.2010, 10:56

Jetzt sag amal Resi, was ist denn da passiert? Ist irgendetwas auf der Liste wirklich ein grünes Anliegen, abgesehen von irrationalen Verunglimpfungen?
Aber Punkt 4. hätte was...

natoll
01
24.10.2010, 18:03

die mehrheit wählt sie. die mehrheit will es offenbar so. seit jahrzehnten.

chistyle .at
00
24.10.2010, 18:18

schlechte zeiten für eine zigarettenrauchende Autofahrerin mit Kind...

Truhe
 
33
24.10.2010, 17:59

Lauter Idioten. Wir wissen doch alle miteinander ganz genau dass das einzige Problem das es in diesem Land gibt die Ausländer sind. Alles andere ist Nebensache und nicht der Rede wert. Und wenn's dann doch mal wo knirscht im Gebälk dann schmeiß ma einfach ein paar Rehleinaugen raus und die G'schicht ist erledigt. Also: hört auf über die Arbeitsverweigerung der Regierung zu jammern und wendet euch der überzüchteten Hysterie zu wie man es von euch erwartet. Die FPÖ nimmt eure Ängste ernst!! No, na, sie hat's ja auch erfunden...

Dr.Reinhold Lautner
01
24.10.2010, 17:53
Grasser

..und was is mit dem Grasser?
Schwupp,reine Weste,Unschuldsvermutung,ABLENKUNG,und weg isser!!
Thats Austria
Korrupter als eine Bananen republik

le concierge
23
24.10.2010, 17:46
Abschaffung des Landes Niederösterreich

Beispielhafte Ausgaben des Landes NÖ 2010 zum Vergleich:
Vertretungskörper und allgemeine Verwaltung: 712 Mio.
davon Amt der Landesregierung 311 Mio.
Dienstleistungen: 2312 Mio.

Vielleicht nur so als Anregung...

Quelle: http://www.noel.gv.at/bilder/d4... schlag.pdf

natoll
00
24.10.2010, 18:00

eine typische aufstellung von personen die für ihr geld nicht verantwortlich sind. jedes jahr mehr, einsparungswille gleich null.

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