Bis zu 50 Prozent Einkommenssteuer

26. Oktober 2010, 22:55
38 Postings

Privatunternehmer müssen Einkommen versteuern: - dazu kommen 25 Prozent Sozialversicherung

Havanna - Die neuen Privatunternehmer Kubas müssen künftig bis zu 50 Prozent Einkommenssteuern an den Staat abführen. Das geht aus Bestimmungen hervor, die im Mitteilungsblatt "Gaceta Oficial" zu Wochenbeginn veröffentlicht wurden.

Des weiteren müssen die künftigen Unternehmer eine Verkaufssteuer entrichten und Beiträge in die Sozialversicherung einzahlen. Bereits vor wenigen Tagen hatte die Parteizeitung "Granma" angekündigt, dass die neuen Kleinunternehmer künftig zur Kasse gebeten werden.

Mit mehr privater Tätigkeit vor allem im Handel, dem Handwerk und in der Landwirtschaft will die kubanische Regierung vor allem den Menschen zu einem Auskommen verhelfen, die in den kommenden Monaten aus den unproduktiven Staatsunternehmen entlassen werden sollen. Gleichzeitig erhofft sie sich von dem Schritt mehr Einnahmen für den Staat, der wirtschaftlich und finanziell in Schwierigkeiten steckt.

Steuerfrei bis 135 Euro

Laut der Veröffentlichung in der "Gaceta Oficial" sollen Private, die weniger als umgerechnet 135 Euro jährlich verdienen, von der Einkommensteuer ausgenommen werden. Ab einem Einkommen von 5.000 Pesos oder 135 Euro soll die Steuer beginnend mit 25 Prozent progressiv auf bis zu 50 Prozent steigen. Wer 50.000 Pesos (1350 Euro) im Jahr verdient, zahlt den Höchstsatz.

Daneben müssen die Privaten auch mit 25 Prozent aus den Einnahmen die Sozialversicherung finanzieren. Ein Friseur oder Landwirt, der Angestellte beschäftigt, muss zudem auch auf deren Gehälter 25 Prozent Steuern zahlen. Die Gesetze sehen aber auch Absetzungsmöglichkeiten für dienstliche und geschäftliche Ausgaben vor, die jeweils am Jahresende geltend gemacht werden können.

Im Rahmen der Wirtschaftsreformen hatte die Regierung eine Liste von 178 Tätigkeiten im Handwerk, bei Dienstleistungen und in der Landwirtschaft erstellt, wo seit Anfang Oktober das Arbeiten "auf eigene Rechnung" erlaubt ist. Vor den Kiosken und Zeitungsständen bildeten sich am Montag lange Schlangen von Menschen, die ein Exemplar der "Gaceta Oficial" erstehen wollten. (APA/dpa)

Link

Gaceta Oficial:

  • Gaceta Oficial No. 012 Ext. Especial de 8 de octubre de 2010

    Download
Share if you care.