Fünf nette Windows Phone 7-Anwendungen

24. Oktober 2010, 16:38
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Noch ist Microsofts Marketplace relativ leer - Wir stellen fünf gelungene Apps vor

Die Auswahl am Android Market von Google ist groß, noch mehr Apps gibt es für Apples iPhone. Mit Windows Phone 7 stößt eine weitere Plattform hinzu. Das Angebot an Anwendungen hält sich zu Marktbeginn allerdings in Grenzen, noch finden sich kaum Apps am Marketplace Microsofts.

Der Marketplace

Trotz spärlicher Verfügbarkeit hat der WebStandard ein paar Perlen herausgepickt. Bei der Nutzung der Apps erwies sich die tiefe Integration ins Betriebssystem als bewundernswert und auch wird manche Applikation unnötig, weil bereits im Betriebssystem enthalten. Microsoft bietet beispielsweise ein eigenes Office-Programm für Textdokumente, Excel-Tabellen oder Notizen. Und auch die Facebook- sowie Windows Live-Integration macht Zusatzprogramme obsolet. Dafür fehlen von Haus aus andere Dinge wie ein Wetter- oder Nachrichtendienst, das Softwareangebot hängt zum Teil von den Hardware-Herstellern ab.

Apps können im Marketplace direkt auf das Handy geladen und installiert werden oder am Computer über Zune. Ist das Telefon an den PC angeschlossen so wird die App automatisch auch darauf installiert, sonst findet dies im Zuge des nächsten Synchronisierungsvorganges statt. Die Navigation bei der Suche nach Anwendungen ist sowohl unter Zune als auch am Handy ähnlich komfortabel wie auf dem iPhone. Besonders gefallen hat auf der Suche nach den richtigen Apps die Test-Applikation, so können etwa kostenpflichtige Anwendungen getestet werden bevor sie erworben werden. Eine entsprechende Option wäre von Apple und Google ebenfalls wünschenswert.

Earthworm Jim HD

Bereits vor Marktbeginn stellte Microsoft die Gaming-Funktionalität der Windows Phone 7-Smartphones lange Zeit in den Vordergrund. Und tatsächlich sind bereits einige Spiele verfügbar, ein großer Teil davon ist jedoch kostenpflichtig. Darunter befindet sich auch eine HD-Version des Spiele-Klassikers Earth Worm Jim, welche es in unsere Auswahl geschafft hat.

Im Jahre 1994 erschien Earthworm Jim erstmals für Sega Megadrive und Super Nintendo, im Jahr darauf folgte unter anderem Versionen für Game Gear und Gameboy. Bereits im letzten Jahr wurde das Spiel für Apples iPhone portiert und nun bringt Entwickler Gameloft den Jump & Shoot-Klassiker auch auf Windows-Handys. Das Spiel unterscheidet sich von anderen durch Abwechslungsreichtum, neben dem gewöhnlichen Gehüpfe gibt es etwa auch Renneinlagen und viel Humor. Wer möchte darf sich auch am, ursprünglich sehr hoch angesetzten, Schwierigkeitsgrad der Erstversion versuchen. Insgeasmt bietet Earthworm Jim HD 16 Levels, vier Schwierigkeitsgrade und zehn Spielumgebungen. Einziger Kritikpunkt ist der Preis, 4,99 Euro verlangt der Publisher für das Remake.

Newsroom

Unter den RSS Readern sticht mit Newsroom eine Anwendung besonders hervor. Zwar verlangen die Entwickler von Trileet rund fünf Euro für ihr Programm, diese sind allerdings sinnvoll investiert. Denn im Gegensatz zur herkömmlichen RSS Feed-Apps lädt Newsroom komplette Artikel. Die Anwendung braucht etwas Zeit zum Starten, liest währenddessen allerdings alle Neuerscheinungen ein und bereitet diese - unterteilt in "sources", "categories" und "favorites" - auf. Hat man eine Quelle gewählt gelangt man zu einer Übersicht mit sämtlichen, von der Seite stammenden, Artikel. Wählt man einen der Artikel aus gelangt man zur Einführung, mit einem Klick darauf öffnet sich der komplette Text. Das alles geschieht innerhalb der Anwendung. Darunter werden dann drei Menüpunkte eingeblendet. Nutzer können gewünschte Texte markieren, weiterempfehlen oder im Internet Explorer öffnen.

Twitter

Bereits von mehreren Entwicklern wurde dem Kurznachrichtendienst Twitter vorgeworfen, dass es für Dritthersteller schwierig sei die Schnittstellen der Seite zu nutzen und integrieren. Das Unternehmen mache es der Konkurrenz schwer indem es ihnen keine Chance gibt neue Funktionen zu implementieren. Anhand der Twitter-Anwendung für Windows Phone 7 spielt man den eigenen Vorteil jedenfalls aus. Die kostenlose App Twitt ist deutlich langsamer und überladen als Twitter und lässt Nutzer keine Fotos hochladen und zwitschern. Das funktioniert beim Original umso besser, der Foto-Upload auf twittpic.com funktioniert sehr schnell und geschieht während des Verfassens eines Tweets. Die Applikation fügt den Link dann automatisch in die Nachricht ein. Die Anwendung wirkt außerdem sehr aufgeräumt, mobile Twitter-Nutzer stehen - in Sachen Funktionsvielfalt - Usern der Homepage in kaum einer Angelegenheit nach.

Wattpad

Über 100.000, für Smartphones aufbereitete, E-Books bietet die Plattform wattpad.com. Unter den Texten befinden sich Romane ebenso wie Gedichte oder Kurzgeschichten. Kostenpflichtige Werke finden sich nicht darunter, deshalb befinden sich unter den bekannten Schriftstücken vorwiegend ältere Bücher.

Wattpad bietet E-Books in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch. Nutzer der Anwendung können Texte auf Worte durchsuchen, mittels Doppelklick Lesezeichen setzen und sich Notizen zu einzelnen Begriffen oder Textpassagen machen. Zwar ist das Windows Phone 7-Programm ausschließlich in englischer Sprache, doch dafür können Perfektionisten das Aussehen der App mittels HTML und CSS individuell anpassen.

Ebay

Anwendungen sind im Marketplace international verfügbar, doch außerhalb der USA nutzlos. So etwa Yelp, ein Dienst der bei der Suche nach nahegelegenen Lokalitäten helfen soll. Nützliche Anwendungen finden sich für Österreich bislang kaum am Marketplace, weshalb es die Anwendung von Ebay auch in unsere Auswahl geschafft hat - diese ist allerdings auch wirklich gelungen. Zwar lassen sich über die App selbst keine Artikel einstellen, dafür kann man darüber aber alles andere erledigen. Unter "Mein Ebay" finden User Artikel welche gerade verkauft werden, Mitteilungen anderer Ebay-Nutzer, sowie beobachtete und bereits gekaufte Artikel. Unter dem Menüpunkt Suchanfragen erhält man außerdem einen Überblick über - im Verlauf der Suche - entdeckte Produkte. Über die Ebay-App kann auch in Echtzeit mitgeboten werden, zeitliche Verzögerungen gab es im Rahmen der Nutzung zu keiner Zeit.

Aufholbedarf

Wie bereits im Laufe des Artikels erwähnt finden sich sowohl unter den kostenlosen als auch -pflichtigen Programmen zahlreiche schwarze Schafe. Die Anwendungen sind entweder unnötig oder unausgegoren, wie beispielsweise Twit beweist. Noch kann der Marketplace mit dem Android Market und Apples App Store nicht mithalten, doch haben bei einigen Anwendungen Dritthersteller bereits bewiesen, wie gut sich fremde Produkte in das Betriebssystem integrieren lassen. (pd)

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