Die Dauerpubertät und ihr Ende

22. Oktober 2010, 18:20

Wo verläuft die Grenze zwischen Jung und Alt? Sind Jugend und Alter biologische Realität oder soziales Konstrukt? Über das Verschwinden der Lebensalter

Die fortgeschrittenen westlichen Gesellschaften sind von einer eigentümlichen Paradoxie gekennzeichnet: Die Lebenserwartung der Menschen steigt seit einem Jahrhundert kontinuierlich an, gleichzeitig sinkt die Geburtenrate, und dies bedeutet, dass die alten und sehr alten Menschen in naher Zukunft die absolute Mehrheit stellen werden. Gleichzeitig aber gelten Jugend und Jugendlichkeit als die Ideale dieser Gesellschaft, in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen triumphieren die Attribute des Jungseins, und so alt kann keiner sein, dass er sich nicht mithilfe der Mode und der Unterhaltungsindustrie ewig jung fühlen könnte.

Trotzdem: Man kann dem Alter nicht entgehen. Wann es aber so weit ist - dafür gibt es keine starren Zäsuren mehr, kein runder Geburtstag, der verbindlich diesen Schritt anzeigte, kein soziales Ritual, das diesen Übertritt in einer andere Welt signalisierte.

Wie lange ist man nun eigentlich jung? Und ab wann zählt man, ob man es will oder nicht, wirklich zum alten Eisen? Die Debatten der Gegenwart über die Überalterung der Gesellschaft, die Sicherung der Pensionen, die Erhöhung des Renteneintrittsalters und den Konflikt der Generationen kennen nur mehr zwei Gruppen, die einander gegenüberzustehen scheinen: die Jungen und die Alten. Unklar aber ist, wo genau die Grenze zwischen diesen Formationen verläuft, unklar ist, inwiefern Jugend und Alter eine biologische Realität oder eine soziale Konstruktion darstellen. Klar ist einzig die Bewertung dieser Daseinsformen: Jugend ist gut, und Alter ist schlecht. Deshalb führen wir auch einen aufwändigen Kampf gegen Alterungsprozesse - Anti-Aging - und keinen gegen die grassierende Infantilisierung, die nun einmal der Preis für die Adorierung von Jugendlichkeit ist. Oder anders, ohne kulturpessimistische Untertöne formuliert: Die Jugend ist offenbar etwas, das mit allen Mitteln erhalten und verlängert werden soll, das Alter ist etwas, das mit allen Mitteln, solange es eben geht, bekämpft, verhindert und hinausgezögert werden muss. Kein Wunder, dass die Grenze zwischen Jugend und Alter fließend geworden ist. Starr allerdings war sie nie gewesen.

Großer Lebensbogen

Interessant allerdings, dass die Gesellschaft, in der die Menschen mit der höchsten Lebenserwartung rechnen dürfen, zur Periodisierung dieses langen Lebens nur noch die Begriffe "jung" und "alt" zur Verfügung zu haben scheint. Es mag verblüffen, dass Gesellschaften mit einer wesentlich geringeren durchschnittlichen Lebenserwartung viel differenziertere Auffassungen von den "Lebensaltern" hatten, die ein Mensch im Laufe seines irdischen Daseins durchlaufen kann. Beliebt war etwa lange die Synchronisierung der Lebensabschnitte mit den Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter entsprachen der Kindheit, der Jugend, dem reifen Erwachsenendasein und dem eigentlichen Alter. Manche seit der Antike tradierten Konzepte waren noch ausgefeilter und unterschieden bis zu zehn Phasen des Lebens. Der berühmte Prediger Abraham a Sancta Clara definierte diese, auf Hippokrates zurückgehende Einteilung des (männlichen) Lebens in der ihm eigenen markigen Sprache folgendermaßen: "Im siebenten Jahr zeigt sich der Verstand; im zweimal sieben d. i. im vierzehnten Jahr stüpfelt die erste Woll heraus um die Lefzen; im dreimal sieben d. i. im einundzwanzigsten Jahr wächst der Bart; in viermal sieben d. i. im achtundzwanzigsten Jahr hat der Mensch seine vollkommene Stärke; im fünfmal sieben d. i. im fünfünddreissigsten Jahr ist der Mensch in der Natur zum vollkommensten; im sechsmal sieben d. i. im zweiundvierzigsten Jahr, da hat der Mensch den allerbesten Verstand; im siebenmal sieben d. i. im neunundvierzigsten Jahr, da ist der Mensch in seinem besten Alter; im achtmal sieben d. i. im sechsundfünfzigsten Jahr, da ist der Mensch zu allen guten Rathschlegen am allertauglichsten; im neunmal sieben d. i. im dreiundsechzigsten Jahr, da nehmen die Kräfte ab; im zehenmal sieben d. i. im siebenzigsten Jahr ist meistens das End des Lebens." Für solche und ähnliche Konzepte ist das 1862 erschienene Buch Die Lebensalter. Ein Beitrag zur vergleichenden Sitten- und Rechtsgeschichte des Germanisten Wilhelm Wackernagel übrigens noch immer eine unerschöpfliche und viel zu selten genutzte Quelle.

Gemeinsam war diesen Modellen die Vorstellung eines großen Lebensbogens, eines mehr oder weniger kontinuierlich gedachten Auf- und Abstiegs, Zeiten des Aufblühens und der Reife folgten Perioden des allmählichen Verfalls und Niedergangs. Es ist offenkundig, dass wir diesen schönen Bildern nichts mehr abgewinnen können. Die Zehnjahresschritte, mit denen noch das 17. Jahrhundert die Lebensspanne eines Menschen beschreiben konnte, sind einem Konzept gewichen, das die meisten dieser Abschnitte schrumpfen oder ganz verschwinden lässt. Die Kindheit dauert gerade noch von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr. Dann beginnt mit Kindergarten, Vorschule, Bildungsplan, Fremdsprachen, Computer-Literacy schon der Ernst des Lebens, also der Kampf um die besten Startplätze im globalen Wettbewerb. Castingshows für Sechsjährige können auch als Indiz für diesen Verlust der Kindheit gewertet werden, wie peinlich es auch sein mag, Kinder dabei zu beobachten, wie sie die Kleider, Gesten und Rhythmen der Erwachsenen imitieren.

Homer Simpson ...

Ganz so schlimm ist es aber auch wieder nicht, denn diese Erwachsenen sind ja selbst jugendlich, wie alt sie auch sein mögen. Sie kleiden sich wie Halbwüchsige, sprechen wie Halbwüchsige, hören die Musik von Halbwüchsigen, tanzen wie Halbwüchsige, sehen die Filme von Halbwüchsigen, sie denken wie Halbwüchsige - und dies bis ins hohe Alter. Es ist offenkundig, dass neben der eigentlichen Kindheit vor allem der Lebensabschnitt des reifen Erwachsenseins verschwunden ist. Die späte Pubertät oder frühe Adoleszenz sind zum generationenübergreifenden Lebensmodell geworden. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

Galten in älteren Gesellschaften vor allem die biologische Geschlechtsreife und in weiterer Folge das Zeugen und Gebären eines Kindes als markantes Zeichen für den Eintritt ins Erwachsenenalter, ist dieses Merkmal obsolet geworden. Kinderlosigkeit ist zu einer normalen und akzeptierten Lebensform geworden wie eine sehr späte Entscheidung für Kinder.

Ebenso ist der Zeitpunkt des Eintritts in das Berufsleben, der für den Status des männlichen Erwachsenen vor allem in der bürgerlichen Gesellschaft signifikant war, zur Bestimmung des Lebensabschnitts nahezu bedeutungslos geworden. Die moderne Gesellschaft kennt den 14-jährigen Jungunternehmer, der gerade seine erste Million gemacht hat, genauso wie den 45-jährigen Habilitanden, der nach Jahrzehnten prekärer Projektarbeit noch immer auf seine erste Anstellung wartet.

Nicht zuletzt gibt es keine kulturellen Codes mehr, die eine eindeutige Zuschreibung zu bestimmten Lebensaltern erlaubten. Galt lange die Erwachsenenkultur als Norm, zu der Erziehung und Bildung hinführen sollten - und solange diese Norm von einem klassischen Ideal geprägt war, bedeutete dies im Wortsinn, dass sich jeder Jugendliche mit Bildungsanspruch die Kultur der "Alten", nämlich der antiken Griechen und Römer, aneignen musste -, so ist mittlerweile auch die Phase, in der dieser Kultur der Erwachsenen eine eigene jugendliche "Subkultur" gegenübergestellt werden konnte, vorüber. Nun ist die Jugendkultur die Norm, der sich auch die Älteren unterwerfen. Das heißt, dass es auch hier keine Merkmale des Erwachsenseins mehr gibt. Wer lieber Homer liest, anstatt den Simpsons zu verfallen, gilt nicht als erwachsen, sondern bestenfalls als verschroben.

... anstatt Homer

Die Stilisierung des jugendlichen Erwachsenen zum mehrere Lebensphasen umspannenden Ideal macht es nicht ganz einfach, jung zu sein. Dem schnellen Ende der behüteten Kindheit und dem frühen Auftreten typischer Merkmale des Erwachsenseins - vom Leistungsdruck über die Inanspruchnahme zahlreicher Freiheiten bis zur Absenkung des Wahlalters - korrespondieren zahlreiche Infantilisierungsstrategien - von der Anhebung des sexuellen Schutzalters bis zur Pädagogisierung aller Lebensbereiche -, was in Summe zu einem ständigen und lange andauernden Wechsel zwischen Souveränitätsansprüchen und Bevormundungsversuchen führen muss.

In einer Zeit jung zu sein, in der Jungsein einerseits zum gesellschaftlichen Leitbild erhoben wird und andererseits genau deshalb auch Erwachsene wie Kinder behandelt werden, muss bei Jugendlichen den Eindruck hinterlassen, dass es keinen Weg aus diesem Zustand mehr gibt: Ist die Schule endgültig geschafft, wartet ein verschultes Studium mit anschließendem durchstrukturiertem Graduiertenkolleg, und überall gibt es Trainer, Begleiter, Mentoren, Berater, Coaches und Therapeuten, die sorgsam jeden Schritt der nominell längst erwachsen gewordenen Menschen überwachen. Unmündigkeit, einst Merkmal der Minderjährigkeit, ist zu einem gesellschaftlich akzeptierten, ja geforderten Status geworden. Jugend ist deshalb vor allem für junge Menschen eine Falle, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Die sukzessive Demontage der Matura, der "Reifeprüfung", und ihre anvisierte Ersetzung durch spezielle "Eignungstests" bestätigen diesen Befund: Menschliche Reife ist eine antiquierte Kategorie, testen kann man auch schon Dreijährige.

Die Etablierung der Jungenkultur zum einzig "legitimen" Geschmack macht es zudem auch einfach, nicht erwachsen werden zu müssen. Es genügt, so zu bleiben, wie man ist, und alle sagen: Du darfst. Und für nicht mehr ganz so Junge reicht es, sich der Jugend, ihrer Mode, ihrer Musik und ihrer Sprache anzugleichen und darauf zu verzichten, eine eigene Kultur des erwachsenen oder älteren Menschen zu entwickeln und zu behaupten. Solange man sowohl körperlich als auch geistig einigermaßen gesund ist, scheint "Alter" keine relevante Größe zu sein. Die Formel von der Generation 50+ deutet dies an: Erfolgreiche Manager oder Wissenschafter auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zählen ebenso dazu wie agile Frühpensionisten, die die Welt bereisen, Dirigenten gehören beim Eintritt in dieser Altersgruppe überhaupt noch zum Nachwuchs, und auch ein omnipräsenter, von Einfällen sprühender ehemaliger Operndirektor kann den Eindruck erwecken, dass er mit 75 Jahren eher zwangspensioniert denn in einen wohlverdienten Ruhestand versetzt wurde.

Chemisch unterstützte Potenz

Früher wurde man alt, wenn jene Kräfte nachlassen, die für Sigmund Freud den einigermaßen gesunden Menschen charakterisieren: die Arbeits- und die Liebesfähigkeit. Vielen Kulturen galten deshalb das Ende der Reproduktivität - vor allem bei der Frau - und die zunehmende körperliche Schwäche - vor allem beim Mann - als deutliche Signale des Alters. Keine Frage, dass sich auch diese Grenze aufgrund einer besseren gesundheitlichen Verfassung der Menschen und dank des medizinisch-technischen Fortschritts nicht nur nach hinten geschoben hat, sondern als Merkmal des Alters ebenfalls nahezu unbrauchbar geworden ist. Chemisch unterstützte Potenz und technisch induzierte Reproduktivität ermöglichen den 70-jährigen Playboy ebenso wie die Mutterschaft nach dem Klimakterium.

Gerade weil es keine kulturell verbürgten Grenzen zwischen Jung und Alt mehr gibt und Jugendlichkeit die Norm darstellt, hört das Alter auf, ein kulturelles Phänomen zu sein. Nichts, was einst als positive Kulturleistung mit dem Alter assoziiert wurde - Reife, Erfahrung, Weisheit, Souveränität, Erinnerung -, spielt für diesen Lebensabschnitt noch eine Rolle. Unsere Gesellschaft kennt weder eine Kultur noch eine Ästhetik des Alters. Die Devise lautet: jung bleiben, solange es geht. Die kulturelle Entfremdung, die das Alter einstens mit sich brachte und die noch Jean Améry in seinem 1968 geschriebenen Essay Über das Alter zu einem wesentlichen Merkmal dieser späten Lebensphase machen konnte, ist deshalb kaum noch nachvollziehbar. Natürlich würde kein alternder Intellektueller heute zugeben, dass er seine Zeit nicht mehr versteht, dass ihm die Kunst und die Mode, die Musik und Literatur, die Sprache und die Technik der Jungen fremd geworden sind. Heute ist das Gegenteil der Fall, und erst vor kurzem rühmte sich der alternde Günther Grass, dass er problemlos den Jargon der Jungen beherrsche.

Zukunftsvergessenheit

Entrinnen können wir dem Alter aber nicht. Irgendwann wird auch in einer auf Jugendlichkeit getrimmten Gesellschaft das Alter unübersehbar. Es beginnt, nahezu unbemerkt, dann doch auch früher als gemeinhin angenommen. Auch ohne alle Anzeichen körperlicher oder seelischer Schwächen spüren wir das Alter dann, wenn die Zeit, die vor einem liegt, kürzer wird als die Zeit, die man schon gelebt hat. Es macht sich bemerkbar, wenn die Erinnerungen wichtiger werden als die Erwartungen (siehe "Ich frage mich ..." von Sibylle Berg, ALBUM Seite 12; Red.). Es fängt an, wenn die Optionen schrumpfen und nicht mehr alles, sondern nur mehr weniges getan werden kann. Der Jugend, so erkannte schon Schopenhauer, erscheint das Leben unendlich. Sie hat alle Möglichkeiten und kann es sich deshalb auch leisten, sich nicht gleich auf alles festlegen zu müssen. Alt wird man, wenn klar wird: Es wird nicht mehr alles möglich sein. Das Alter, so der Philosoph Odo Marquard, ist deshalb auch "illusionsresistent" und gefeit gegen jeden "Zukunftskonformismus". Es widerspricht der Logik des Alters, nur das gut zu finden, was erst kommen wird. Dass dies in einer jugendorientierten und zukunftssüchtigen Gesellschaft irgendwann dem Alter vorgerechnet werden wird, haben dieser Tage die Gegner von "Stuttgart 21" zur Kenntnis nehmen müssen. Es wären nur die starrköpfigen Alten, die sich gegen dieses Projekt sträuben, da sie vom neuen Bahnhof auch nichts mehr haben werden - so urteilte Dirk Kurbjuweit jüngst harsch im Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Und schon gibt es für diese renitente Haltung der Alten ein neues, schönes Wort: Zukunftsvergessenheit.

... und künstliche Befruchtung

Die meisten Alten aber demonstrieren nicht in Stuttgart, sondern versuchen, sich von Jungen das Internet beibringen zu lassen, werden also zu Schülern ihrer Kinder. Wenn es für das Alter keine kulturellen Codierungen mehr gibt, hört es auch auf, ein gesellschaftliches Phänomen zu sein. Es wird zum Schicksal, zur Erfahrung des Einzelnen. Diese Erfahrung aber, so notierte es sich einmal der Schriftsteller Robert Menasse, ist eine, aus der man nichts mehr lernen kann. Am Phänomen des Alterns selbst muss auch das wohlmeinende Konzept des lebenslangen Lernens scheitern: Man kann nicht noch einmal altern und es dann besser machen. Auch die Irrtümer sind ein Vorrecht der Jungen. Das macht das Alter tatsächlich zu einer Phase, in der vieles, was frühere Zeiten als Weisheit verklären wollten, eher der Vorsicht des Unwiderruflichen geschuldet ist.

Zu altern beginnt man in der öffentlichen Wahrnehmung heute deshalb erst dann, wenn das Alter sich nur mehr auf einer einzigen Ebene wirklich bemerkbar machen kann: der des manchmal schleichenden, manchmal dramatisch in Erscheinung tretenden physischen und psychischen Verfalls. Alt wird man, wenn man das Sozialbudget belastet und zum Pflegefall zu werden droht. Die zweifellos weit nach hinten verschobene Schwelle zum Eintritt in das Alter ist deshalb durch und durch negativ bestimmt.

Alt wird man heute, wenn die Schmerzen zunehmen, die Glieder versagen, das Gedächtnis nachlässt, das Begehren schwächer wird, das Interesse an der Welt abgelöst wird durch das Interesse an der immer fraglicher werdenden eigenen Befindlichkeit. Simone de Beauvoir und Noberto Bobbio haben in ihren Reflexionen über das Alter genau diesen Aspekt ins Zentrum gerückt. Das so bestimmte Alter fällt zusammen mit jenem Lebensabschnitt, der einstens dem Greis bestimmt war. Alt ist man, so Bobbio, wenn es "kein Weiterleben", sondern nur mehr ein "Nicht-Sterbenkönnnen" gibt. Das ist die Theorie und Praxis der Lebensalter unserer Epoche: Wir taumeln von der Dauerpubertät direkt in das Greisenstadium.

Dazwischen ist: nichts. (Konrad Paul Liessmann/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.10. 2010)


KONRAD PAUL LIESSMANN, geb. 1953 in Villach, ist Univ.-Prof. für Philosophie in Wien, zudem Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Zuletzt erschien von ihm "Das Universum der Dinge: Zur Ästhetik des Alltäglichen" (Zsolnay, 2010).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
Nutze den Tag
01
1.11.2010, 17:48
Das Alter beginnt wenn jemand für einem in der Straßenbahn Platz macht.

Mir neulich so passiert.

Ich hab gerade wieder meinen 23km Trainingslauf absolviert und fahre frisch geduscht und wie aus dem Ei gepellt mit der Bim zum Landtmancafe. Da bietet mir ein Junge seinen Plattz an.

Ich war schockiert.

Herbert Zahorik
01
11.11.2010, 15:56
Platz in der Bim

darf ich fragen wie alt sie sind? auch mir wurde schon vor langer Zeit Platz angeboten. Da war ich noch ein Mittfünziger. Für Junge sind wahrscheinlich alle über 30 alt. Aber, freuen wir uns, daß es höfliche junge Leute gibt !!

AlexArnauld
 
00
26.10.2010, 22:05
die vergreisung der jugend

...schon nietzsche hat sich darüber ausgelassen. die heutigen debatten punkto alter sind fussnoten zu nietzsches überlegungen. liessmann wirkt auf mich antiquiert und an einigen stellen schwer konservativ - und er kritisiert gesellschaftliche zustände:-) ansonsten ist die geistige landschaft unseres alpenlandes nur spärlich kritisch. die kritische linke ist kaum vorhanden; allenfalls in vorgefassten meinungen, welche von tradiertem zerren, ohne es jemals zu hinterfragen, weil eh (mutgemasst) richtig. frischer wind will nicht aufkommen, dazu fehlt es an allen ecken des intellektuellen aufbegehrens. wo steht der INTELLEKTUELLE gesellschaftlich? - Nirgends. Erst dann wird sein Geist zur verändernden Kraft (oder Waffe?!).

mollwitz
01
25.10.2010, 20:29
wie hieß es gleich nochmal:

die guten passagen in menasse-essays stammen von franz schuh, die mißglückten von liessmann.
ein typisch langweiliger liessmann-aufsatz.

emilie flöge
01
25.10.2010, 20:00

zumindest sieht mick jagger besser aus als unser austro-donald sutherland.

Herbert Zahorik
00
11.11.2010, 15:58

na na na....ich glaube, ein besuch beim augenarzt ist fällig :-)

Herbert Zahorik
11
11.11.2010, 15:57
langweilig ??

ich finde den beitrag überhaupt nicht langweilig. ganz im gegenteil...brilliant formuliert !! und auf den punkt gebracht

hustleblowingchildofmine
00
26.10.2010, 00:31
austro-donald sutherland

wer soll das sein?

manfred666
06
25.10.2010, 19:53
wählen sie bitte zur deutsch-matura aus folgenden drei themen:

1. interpretieren sie bertolt brechts "leben des galilei" (20 kandidaten gewählt)
2. analysieren sie den aufsatz von robert menasse "ich bin gott - wirklich?" (4 kandidaten gewählt)
3. verfassen sie bitte einen kritischen aufsatz zum thema "wo verläuft die grenze zwischen jung und alt. sind jugend und alter biologische realität oder soziales konstrukt?" (1 kandidat gewählt)

rapidfans.at
02
25.10.2010, 15:31
sehr interessanter beitrag

aber zu kompliziert geschrieben. ist wirklich anstrengend. weniger verschachtelte, prägnantere sätze würden das ganze vereinfachen.

aber trotzdem ein interessanter beitrag.

Herbert Zahorik
10
11.11.2010, 16:00

ist der beitrag vielleicht für rapid fans schwierig zu lesen ?

Araquin
42
24.10.2010, 12:08
Gescheitester Beitrag zu diesem Thema seit langem!

görki
02
24.10.2010, 18:46
Find ich auch

Hab mal gelesen, daß es irgendeine Definition gab, daß man dann erwachsen ist, wenn man ein Haus gebaut, ein Kind gezeugt und einen Baum gepflanzt hat, und irgendeine Organisation, die sich für solche Definitionen zuständig fühlt, hat diese Deginition logischerweise für unzeitgemäß empfungen, und neu definiert: Man ist dann erwachsen, wenn man abends ins Bett geht, wenn man müde ist. Ich mochte das ;-).

ChesneyB
01
28.10.2010, 15:54

"Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch."

Erich Kästner

görki
01
24.10.2010, 18:53
Sorry for the typos

Ich bin anscheinend nicht erwachsen. Müde, aber nicht im Bett ...

Araquin
00
25.10.2010, 14:03

Ujee, nach der Definition werd ich wohl nie erwachsen..;-)!

von vorgestern
00
24.10.2010, 11:09
das ende der dauerpubertät

wurde nicht beschrieben:
der ärztlich assistierte selbstmord

Hauptsache dagegen
23
24.10.2010, 07:29

Der Text kommt mir irgendwie zu oberlehrerhaft daher.

Anu
 
00
25.10.2010, 00:28
So sehr ich Liessmann schätze, er ist schwer zu lesen.

Absätze sind sein Problem: zu lang, zu viele Aussagen. Seine Absätze fangen mit einem Akzent an ("Trotzdem:.." "Interessant allerdings..." "Ganz so schlimm.."), der sich auf vorheriges bezieht statt auf kommendes hin zu weisen.
Ich glaube auch einen abfälligen abfällige Unterton herauszuhören und frage mich ob ein so wortgewandter Autor den nicht in bessere Worte hätte kleiden können.

Simplicius Simplicissimus
00
23.10.2010, 15:37
Man kann auch sagen, ...

... Abtreibung kommt vor dem Alter ...

Psychedelic Brain
219
23.10.2010, 10:31
musste aufhören!

ich hab' keine lust mehr deutsch-maturas zu lesen

stone-free
01
23.10.2010, 08:37
Zuordnungen ungültig

Man sollte die Attribute und auch die Wertungen dieser überdenken, die den nicht mehr vorhandenen strikten Vorgaben was jugendlich, was erwachsen und was alt ist, zugeordnet werden.

teuerzahler
11
23.10.2010, 07:53
so ein schwachsinn.

jung und alt ist erstens eine frage des wohlstands und zweitens eine der persönlichen vernunft.

No_lD
00
23.10.2010, 11:52
bitte erläutern

evtl. hab ich dann was für sie, zum nachdenken...

teuerzahler
02
23.10.2010, 13:36
von den vor allem ökonomisch motivierten

zuschreibungen 'jugend' und 'alter' abgesehen, sind es die gesundheit, die fitness, das wohlbefinden, die darüber entscheiden ob und wie alt einer wird. und das hängt erstens von der frage ab, ob und wieviel 'gesundheit' man sich leisten, sprich kaufen kann. und zweitens, ob und wie viel man selber durch vernünftige lebensweise dazu beiträgt.

(k)inder, die schon von frühester jugend an 12 und mehr stunden unter erbärmlichen umständen arbeiten müssen, sehen schon mit 14 sehr alt aus! und sind mit 30 abgerackert. wohlbestallte hofräte in österreich hingegen, die mit 55 in pension gehen, haben noch 20 und mehr jahre bester gesundheit und aktiven wohlbefindens vor sich. bei finanzieller sorgenfreiheit.

wer ist nun 'jünger' bzw. 'älter?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.