Wo verläuft die Grenze zwischen Jung und Alt? Sind Jugend und Alter biologische Realität oder soziales Konstrukt? Über das Verschwinden der Lebensalter
Die fortgeschrittenen westlichen Gesellschaften sind von einer eigentümlichen Paradoxie gekennzeichnet: Die Lebenserwartung der Menschen steigt seit einem Jahrhundert kontinuierlich an, gleichzeitig sinkt die Geburtenrate, und dies bedeutet, dass die alten und sehr alten Menschen in naher Zukunft die absolute Mehrheit stellen werden. Gleichzeitig aber gelten Jugend und Jugendlichkeit als die Ideale dieser Gesellschaft, in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen triumphieren die Attribute des Jungseins, und so alt kann keiner sein, dass er sich nicht mithilfe der Mode und der Unterhaltungsindustrie ewig jung fühlen könnte.
Trotzdem: Man kann dem Alter nicht entgehen. Wann es aber so weit ist - dafür gibt es keine starren Zäsuren mehr, kein runder Geburtstag, der verbindlich diesen Schritt anzeigte, kein soziales Ritual, das diesen Übertritt in einer andere Welt signalisierte.
Wie lange ist man nun eigentlich jung? Und ab wann zählt man, ob man es will oder nicht, wirklich zum alten Eisen? Die Debatten der Gegenwart über die Überalterung der Gesellschaft, die Sicherung der Pensionen, die Erhöhung des Renteneintrittsalters und den Konflikt der Generationen kennen nur mehr zwei Gruppen, die einander gegenüberzustehen scheinen: die Jungen und die Alten. Unklar aber ist, wo genau die Grenze zwischen diesen Formationen verläuft, unklar ist, inwiefern Jugend und Alter eine biologische Realität oder eine soziale Konstruktion darstellen. Klar ist einzig die Bewertung dieser Daseinsformen: Jugend ist gut, und Alter ist schlecht. Deshalb führen wir auch einen aufwändigen Kampf gegen Alterungsprozesse - Anti-Aging - und keinen gegen die grassierende Infantilisierung, die nun einmal der Preis für die Adorierung von Jugendlichkeit ist. Oder anders, ohne kulturpessimistische Untertöne formuliert: Die Jugend ist offenbar etwas, das mit allen Mitteln erhalten und verlängert werden soll, das Alter ist etwas, das mit allen Mitteln, solange es eben geht, bekämpft, verhindert und hinausgezögert werden muss. Kein Wunder, dass die Grenze zwischen Jugend und Alter fließend geworden ist. Starr allerdings war sie nie gewesen.
Großer Lebensbogen
Interessant allerdings, dass die Gesellschaft, in der die Menschen mit der höchsten Lebenserwartung rechnen dürfen, zur Periodisierung dieses langen Lebens nur noch die Begriffe "jung" und "alt" zur Verfügung zu haben scheint. Es mag verblüffen, dass Gesellschaften mit einer wesentlich geringeren durchschnittlichen Lebenserwartung viel differenziertere Auffassungen von den "Lebensaltern" hatten, die ein Mensch im Laufe seines irdischen Daseins durchlaufen kann. Beliebt war etwa lange die Synchronisierung der Lebensabschnitte mit den Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter entsprachen der Kindheit, der Jugend, dem reifen Erwachsenendasein und dem eigentlichen Alter. Manche seit der Antike tradierten Konzepte waren noch ausgefeilter und unterschieden bis zu zehn Phasen des Lebens. Der berühmte Prediger Abraham a Sancta Clara definierte diese, auf Hippokrates zurückgehende Einteilung des (männlichen) Lebens in der ihm eigenen markigen Sprache folgendermaßen: "Im siebenten Jahr zeigt sich der Verstand; im zweimal sieben d. i. im vierzehnten Jahr stüpfelt die erste Woll heraus um die Lefzen; im dreimal sieben d. i. im einundzwanzigsten Jahr wächst der Bart; in viermal sieben d. i. im achtundzwanzigsten Jahr hat der Mensch seine vollkommene Stärke; im fünfmal sieben d. i. im fünfünddreissigsten Jahr ist der Mensch in der Natur zum vollkommensten; im sechsmal sieben d. i. im zweiundvierzigsten Jahr, da hat der Mensch den allerbesten Verstand; im siebenmal sieben d. i. im neunundvierzigsten Jahr, da ist der Mensch in seinem besten Alter; im achtmal sieben d. i. im sechsundfünfzigsten Jahr, da ist der Mensch zu allen guten Rathschlegen am allertauglichsten; im neunmal sieben d. i. im dreiundsechzigsten Jahr, da nehmen die Kräfte ab; im zehenmal sieben d. i. im siebenzigsten Jahr ist meistens das End des Lebens." Für solche und ähnliche Konzepte ist das 1862 erschienene Buch Die Lebensalter. Ein Beitrag zur vergleichenden Sitten- und Rechtsgeschichte des Germanisten Wilhelm Wackernagel übrigens noch immer eine unerschöpfliche und viel zu selten genutzte Quelle.
Gemeinsam war diesen Modellen die Vorstellung eines großen Lebensbogens, eines mehr oder weniger kontinuierlich gedachten Auf- und Abstiegs, Zeiten des Aufblühens und der Reife folgten Perioden des allmählichen Verfalls und Niedergangs. Es ist offenkundig, dass wir diesen schönen Bildern nichts mehr abgewinnen können. Die Zehnjahresschritte, mit denen noch das 17. Jahrhundert die Lebensspanne eines Menschen beschreiben konnte, sind einem Konzept gewichen, das die meisten dieser Abschnitte schrumpfen oder ganz verschwinden lässt. Die Kindheit dauert gerade noch von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr. Dann beginnt mit Kindergarten, Vorschule, Bildungsplan, Fremdsprachen, Computer-Literacy schon der Ernst des Lebens, also der Kampf um die besten Startplätze im globalen Wettbewerb. Castingshows für Sechsjährige können auch als Indiz für diesen Verlust der Kindheit gewertet werden, wie peinlich es auch sein mag, Kinder dabei zu beobachten, wie sie die Kleider, Gesten und Rhythmen der Erwachsenen imitieren.
Homer Simpson ...
Ganz so schlimm ist es aber auch wieder nicht, denn diese Erwachsenen sind ja selbst jugendlich, wie alt sie auch sein mögen. Sie kleiden sich wie Halbwüchsige, sprechen wie Halbwüchsige, hören die Musik von Halbwüchsigen, tanzen wie Halbwüchsige, sehen die Filme von Halbwüchsigen, sie denken wie Halbwüchsige - und dies bis ins hohe Alter. Es ist offenkundig, dass neben der eigentlichen Kindheit vor allem der Lebensabschnitt des reifen Erwachsenseins verschwunden ist. Die späte Pubertät oder frühe Adoleszenz sind zum generationenübergreifenden Lebensmodell geworden. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.
Galten in älteren Gesellschaften vor allem die biologische Geschlechtsreife und in weiterer Folge das Zeugen und Gebären eines Kindes als markantes Zeichen für den Eintritt ins Erwachsenenalter, ist dieses Merkmal obsolet geworden. Kinderlosigkeit ist zu einer normalen und akzeptierten Lebensform geworden wie eine sehr späte Entscheidung für Kinder.
Ebenso ist der Zeitpunkt des Eintritts in das Berufsleben, der für den Status des männlichen Erwachsenen vor allem in der bürgerlichen Gesellschaft signifikant war, zur Bestimmung des Lebensabschnitts nahezu bedeutungslos geworden. Die moderne Gesellschaft kennt den 14-jährigen Jungunternehmer, der gerade seine erste Million gemacht hat, genauso wie den 45-jährigen Habilitanden, der nach Jahrzehnten prekärer Projektarbeit noch immer auf seine erste Anstellung wartet.
Nicht zuletzt gibt es keine kulturellen Codes mehr, die eine eindeutige Zuschreibung zu bestimmten Lebensaltern erlaubten. Galt lange die Erwachsenenkultur als Norm, zu der Erziehung und Bildung hinführen sollten - und solange diese Norm von einem klassischen Ideal geprägt war, bedeutete dies im Wortsinn, dass sich jeder Jugendliche mit Bildungsanspruch die Kultur der "Alten", nämlich der antiken Griechen und Römer, aneignen musste -, so ist mittlerweile auch die Phase, in der dieser Kultur der Erwachsenen eine eigene jugendliche "Subkultur" gegenübergestellt werden konnte, vorüber. Nun ist die Jugendkultur die Norm, der sich auch die Älteren unterwerfen. Das heißt, dass es auch hier keine Merkmale des Erwachsenseins mehr gibt. Wer lieber Homer liest, anstatt den Simpsons zu verfallen, gilt nicht als erwachsen, sondern bestenfalls als verschroben.
... anstatt Homer
Die Stilisierung des jugendlichen Erwachsenen zum mehrere Lebensphasen umspannenden Ideal macht es nicht ganz einfach, jung zu sein. Dem schnellen Ende der behüteten Kindheit und dem frühen Auftreten typischer Merkmale des Erwachsenseins - vom Leistungsdruck über die Inanspruchnahme zahlreicher Freiheiten bis zur Absenkung des Wahlalters - korrespondieren zahlreiche Infantilisierungsstrategien - von der Anhebung des sexuellen Schutzalters bis zur Pädagogisierung aller Lebensbereiche -, was in Summe zu einem ständigen und lange andauernden Wechsel zwischen Souveränitätsansprüchen und Bevormundungsversuchen führen muss.
In einer Zeit jung zu sein, in der Jungsein einerseits zum gesellschaftlichen Leitbild erhoben wird und andererseits genau deshalb auch Erwachsene wie Kinder behandelt werden, muss bei Jugendlichen den Eindruck hinterlassen, dass es keinen Weg aus diesem Zustand mehr gibt: Ist die Schule endgültig geschafft, wartet ein verschultes Studium mit anschließendem durchstrukturiertem Graduiertenkolleg, und überall gibt es Trainer, Begleiter, Mentoren, Berater, Coaches und Therapeuten, die sorgsam jeden Schritt der nominell längst erwachsen gewordenen Menschen überwachen. Unmündigkeit, einst Merkmal der Minderjährigkeit, ist zu einem gesellschaftlich akzeptierten, ja geforderten Status geworden. Jugend ist deshalb vor allem für junge Menschen eine Falle, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Die sukzessive Demontage der Matura, der "Reifeprüfung", und ihre anvisierte Ersetzung durch spezielle "Eignungstests" bestätigen diesen Befund: Menschliche Reife ist eine antiquierte Kategorie, testen kann man auch schon Dreijährige.
Die Etablierung der Jungenkultur zum einzig "legitimen" Geschmack macht es zudem auch einfach, nicht erwachsen werden zu müssen. Es genügt, so zu bleiben, wie man ist, und alle sagen: Du darfst. Und für nicht mehr ganz so Junge reicht es, sich der Jugend, ihrer Mode, ihrer Musik und ihrer Sprache anzugleichen und darauf zu verzichten, eine eigene Kultur des erwachsenen oder älteren Menschen zu entwickeln und zu behaupten. Solange man sowohl körperlich als auch geistig einigermaßen gesund ist, scheint "Alter" keine relevante Größe zu sein. Die Formel von der Generation 50+ deutet dies an: Erfolgreiche Manager oder Wissenschafter auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zählen ebenso dazu wie agile Frühpensionisten, die die Welt bereisen, Dirigenten gehören beim Eintritt in dieser Altersgruppe überhaupt noch zum Nachwuchs, und auch ein omnipräsenter, von Einfällen sprühender ehemaliger Operndirektor kann den Eindruck erwecken, dass er mit 75 Jahren eher zwangspensioniert denn in einen wohlverdienten Ruhestand versetzt wurde.
Chemisch unterstützte Potenz
Früher wurde man alt, wenn jene Kräfte nachlassen, die für Sigmund Freud den einigermaßen gesunden Menschen charakterisieren: die Arbeits- und die Liebesfähigkeit. Vielen Kulturen galten deshalb das Ende der Reproduktivität - vor allem bei der Frau - und die zunehmende körperliche Schwäche - vor allem beim Mann - als deutliche Signale des Alters. Keine Frage, dass sich auch diese Grenze aufgrund einer besseren gesundheitlichen Verfassung der Menschen und dank des medizinisch-technischen Fortschritts nicht nur nach hinten geschoben hat, sondern als Merkmal des Alters ebenfalls nahezu unbrauchbar geworden ist. Chemisch unterstützte Potenz und technisch induzierte Reproduktivität ermöglichen den 70-jährigen Playboy ebenso wie die Mutterschaft nach dem Klimakterium.
Gerade weil es keine kulturell verbürgten Grenzen zwischen Jung und Alt mehr gibt und Jugendlichkeit die Norm darstellt, hört das Alter auf, ein kulturelles Phänomen zu sein. Nichts, was einst als positive Kulturleistung mit dem Alter assoziiert wurde - Reife, Erfahrung, Weisheit, Souveränität, Erinnerung -, spielt für diesen Lebensabschnitt noch eine Rolle. Unsere Gesellschaft kennt weder eine Kultur noch eine Ästhetik des Alters. Die Devise lautet: jung bleiben, solange es geht. Die kulturelle Entfremdung, die das Alter einstens mit sich brachte und die noch Jean Améry in seinem 1968 geschriebenen Essay Über das Alter zu einem wesentlichen Merkmal dieser späten Lebensphase machen konnte, ist deshalb kaum noch nachvollziehbar. Natürlich würde kein alternder Intellektueller heute zugeben, dass er seine Zeit nicht mehr versteht, dass ihm die Kunst und die Mode, die Musik und Literatur, die Sprache und die Technik der Jungen fremd geworden sind. Heute ist das Gegenteil der Fall, und erst vor kurzem rühmte sich der alternde Günther Grass, dass er problemlos den Jargon der Jungen beherrsche.
Zukunftsvergessenheit
Entrinnen können wir dem Alter aber nicht. Irgendwann wird auch in einer auf Jugendlichkeit getrimmten Gesellschaft das Alter unübersehbar. Es beginnt, nahezu unbemerkt, dann doch auch früher als gemeinhin angenommen. Auch ohne alle Anzeichen körperlicher oder seelischer Schwächen spüren wir das Alter dann, wenn die Zeit, die vor einem liegt, kürzer wird als die Zeit, die man schon gelebt hat. Es macht sich bemerkbar, wenn die Erinnerungen wichtiger werden als die Erwartungen (siehe "Ich frage mich ..." von Sibylle Berg, ALBUM Seite 12; Red.). Es fängt an, wenn die Optionen schrumpfen und nicht mehr alles, sondern nur mehr weniges getan werden kann. Der Jugend, so erkannte schon Schopenhauer, erscheint das Leben unendlich. Sie hat alle Möglichkeiten und kann es sich deshalb auch leisten, sich nicht gleich auf alles festlegen zu müssen. Alt wird man, wenn klar wird: Es wird nicht mehr alles möglich sein. Das Alter, so der Philosoph Odo Marquard, ist deshalb auch "illusionsresistent" und gefeit gegen jeden "Zukunftskonformismus". Es widerspricht der Logik des Alters, nur das gut zu finden, was erst kommen wird. Dass dies in einer jugendorientierten und zukunftssüchtigen Gesellschaft irgendwann dem Alter vorgerechnet werden wird, haben dieser Tage die Gegner von "Stuttgart 21" zur Kenntnis nehmen müssen. Es wären nur die starrköpfigen Alten, die sich gegen dieses Projekt sträuben, da sie vom neuen Bahnhof auch nichts mehr haben werden - so urteilte Dirk Kurbjuweit jüngst harsch im Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Und schon gibt es für diese renitente Haltung der Alten ein neues, schönes Wort: Zukunftsvergessenheit.
... und künstliche Befruchtung
Die meisten Alten aber demonstrieren nicht in Stuttgart, sondern versuchen, sich von Jungen das Internet beibringen zu lassen, werden also zu Schülern ihrer Kinder. Wenn es für das Alter keine kulturellen Codierungen mehr gibt, hört es auch auf, ein gesellschaftliches Phänomen zu sein. Es wird zum Schicksal, zur Erfahrung des Einzelnen. Diese Erfahrung aber, so notierte es sich einmal der Schriftsteller Robert Menasse, ist eine, aus der man nichts mehr lernen kann. Am Phänomen des Alterns selbst muss auch das wohlmeinende Konzept des lebenslangen Lernens scheitern: Man kann nicht noch einmal altern und es dann besser machen. Auch die Irrtümer sind ein Vorrecht der Jungen. Das macht das Alter tatsächlich zu einer Phase, in der vieles, was frühere Zeiten als Weisheit verklären wollten, eher der Vorsicht des Unwiderruflichen geschuldet ist.
Zu altern beginnt man in der öffentlichen Wahrnehmung heute deshalb erst dann, wenn das Alter sich nur mehr auf einer einzigen Ebene wirklich bemerkbar machen kann: der des manchmal schleichenden, manchmal dramatisch in Erscheinung tretenden physischen und psychischen Verfalls. Alt wird man, wenn man das Sozialbudget belastet und zum Pflegefall zu werden droht. Die zweifellos weit nach hinten verschobene Schwelle zum Eintritt in das Alter ist deshalb durch und durch negativ bestimmt.
Alt wird man heute, wenn die Schmerzen zunehmen, die Glieder versagen, das Gedächtnis nachlässt, das Begehren schwächer wird, das Interesse an der Welt abgelöst wird durch das Interesse an der immer fraglicher werdenden eigenen Befindlichkeit. Simone de Beauvoir und Noberto Bobbio haben in ihren Reflexionen über das Alter genau diesen Aspekt ins Zentrum gerückt. Das so bestimmte Alter fällt zusammen mit jenem Lebensabschnitt, der einstens dem Greis bestimmt war. Alt ist man, so Bobbio, wenn es "kein Weiterleben", sondern nur mehr ein "Nicht-Sterbenkönnnen" gibt. Das ist die Theorie und Praxis der Lebensalter unserer Epoche: Wir taumeln von der Dauerpubertät direkt in das Greisenstadium.
Dazwischen ist: nichts. (Konrad Paul Liessmann/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.10. 2010)
KONRAD PAUL LIESSMANN, geb. 1953 in Villach, ist Univ.-Prof. für
Philosophie in Wien, zudem Essayist, Literaturkritiker und
Kulturpublizist. Zuletzt erschien von ihm "Das Universum der Dinge: Zur
Ästhetik des Alltäglichen" (Zsolnay, 2010).