Anwaltskosten bei bwin steigen wegen Regulierungserfordernissen
Auch der britische Wettkonzern PartyGaming,
der sich gerade mit dem Wiener Online-Wettanbieter zu einer
neuen Gesellschaft mit Sitz in Gibraltar zusammenschließt, hat im
dritten Quartal mehr eingespielt. Die Erträge der Gruppe stiegen um 9
Prozent auf 85,3 Millionen Euro. Während die Erträge im Casinobereich
leicht um zwei Prozent auf 34,9 Mio. Euro zulegten, sind die
Poker-Erträge wegen des zunehmenden Wettbewerbsdrucks im Internet um
5 Prozent auf 29,6 Mio. Euro zurückgegangen. Die Bingo-Erträge sind
hingegen dank der Akquisition von Cashcade um 36 Prozent auf 13,1
Mio. Euro hochgeschnellt, geht aus den heute, Freitag,
veröffentlichten vorläufigen Quartalszahlen hervor.
Von WM profitiert
Man sei auf dem Weg, den Merger mit bwin Ende des ersten
Quartals
2011 abzuschließen, bekräftigte PartyGaming-CEO Jim Ryan. bwin hat heuer wie berichtet von der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika
profitiert. Im dritten Quartal legten die Bruttospielerträge
(pro-forma konsolidiert) um 21,9 Prozent auf 123,1 Mio. Euro zu. Bei
den Sportwetten stiegen die Bruttoerträge um 22,5 Prozent auf 64,4
Mio. Euro, die Sportwettenmarge hat sich von 7,1 Prozent im dritten
Quartal 2009 auf 7,9 Prozent verbessert. Der
Poker-Brutto-Gaming-Ertrag ist um 43,5 Prozent auf 33,2 Mio. Euro
gestiegen. Zurückzuführen ist das große Plus auf die Übernahme der
italienischen Gioco Digitale. Die Erträge im Casinobereich sind
dagegen um 9,8 Prozent auf 16,3 Mio. Euro eingebrochen - schuld daran
ist die Einstellung des Casinoangebots in Frankreich und Italien.
Erträge gestiegen
In den ersten neun Monaten sind die Brutto-Gaming-Erträge
(pro-forma konsolidiert) von bwin um 22,2 Prozent auf 383,5 Mio. Euro
gestiegen. Die Zahl der aktiven Kunden in den ersten drei Quartalen
bezifferte bwin heute mit 2,26 Millionen. Im Vergleichszeitraum des
Vorjahres waren es 1,92 Millionen. Aktuell - von 1. bis 19. Oktober - liegt die Sportwettenmarge
von
bwin wieder unter dem Niveau vom dritten Quartal 2010. Im Fußball gab
es nämlich viele Favoritensiege - und diese sind für Buchmacher
allgemein schlecht. Bei Außenseitersiegen klingeln dagegen die
Kassen.
Mehraufwendungen
In den nächsten vier bis sechs Monaten erwartet das
bwin-Management "Mehraufwendungen im Zusammenhang mit der Zunahme der
Regulierungserfordernisse, die in weiterer Folge zu deutlichem
Marktwachstum führen könnten", wie es im Bericht zu den vorläufigen
Zahlen heißt. Im dritten Quartal 2010 musste das Unternehmen mehr
Geld für Anwälte und Co. ausgeben, da in bereits regulierten Märkten
wie Frankreich und Italien weitere rechtliche Anforderungen
hinzugekommen seien. bwin hat im Sommer für Frankreich eine Poker-
und Sportwettenlizenz erhalten - in dem Land hatten die Vorstände
Norbert Teufelberger und Manfred Bodner davor jahrelang mit massiven
rechtlichen Problemen zu kämpfen, sie hatten sogar kurzzeitig ins
Gefängnis müssen. Die Aktien von bwin notieren aktuell bei 36,3 Euro, das ist ein
Minus von 0,38 Prozent. PartyGaming-Papiere fielen um 1,07 Prozent
auf 268,6 Pence. (APA)
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