Land mit Armenien im Streit um das völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende Berg-Karabach
Baku/Istanbul - Die mit Armenien verfeindete Kaukasus-Republik
Aserbaidschan will ihre Militärausgaben im kommenden Jahr fast verdoppeln. Das
aserbaidschanische Parlament nahm einen entsprechenden Entwurf für den
Staatshaushalt 2011 am Freitag an, wie Medien in Baku berichteten.
Finanzminister Samir Scharifow hatte dem Parlament erklärt, die Ausgaben für die
Verteidigung sollten im kommenden Jahr auf umgerechnet etwa 1,8 Milliarden Euro
steigen, knapp 90 Prozent mehr als im laufenden Haushalt. Das Budget
Aserbaidschans hängt im wesentlichen von Energieexporten ab.
Baku liegt mit Armenien im Streit um das völkerrechtlich zu Aserbaidschan
gehörende Berg-Karabach, das Anfang der 1990er Jahre nach einem Krieg mit fast
30.000 Toten von Armenien besetzt worden war. Der Konflikt hatte sich zuletzt
wieder zugespitzt. Bei Gefechten kamen Anfang September auf beiden Seiten
mehrere Soldaten ums Leben.
Die aserbaidschanische Führung forderte bisher, eine Lösung könne es nur
"innerhalb der territorialen Integrität Aserbaidschans" geben. Baku hat aber
auch wiederholt angekündigt, Berg-Karabach notfalls mit Militärgewalt
zurückzuerobern. Bei dem Blutvergießen nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte
sich Russland letztlich auf die Seite Armeniens gestellt. Seit 1994 gilt ein
brüchiger Waffenstillstand. Russland hat Armenien militärischen Beistand
zugesichert. (APA/dpa)