Was Männern mehr Geld bringt

23. Oktober 2010, 14:00
  • Artikelbild
    foto: apa/stephan jansen

    Was bringt Männern mehr Geld? Ihr bloßes Geschlecht oder andere Faktoren?

Die Gründe für Einkommensunterschiede von Männer und Frauen sind immer ein heißes Thema - Nun gießt Neumann International mit einer aktuellen Studie Öl ins Feuer - Es würden "Äpfel mit Birnen" verglichen

Ziemlich einhellig bestätigen Statistiken, dass Frauen international bloß 60 bis 80 Prozent der Einkommen von Männern erreichen. Dennoch behaupten Personalverantwortliche unbeirrt, ihr Unternehmen würde Frauen nicht schlechter bezahlen als Männer. Für Conrad Pramböck, den Leiter des Geschäftsbereichs Compensation Consulting in der Personalberatung Neumann International, tun selbige dies "glaubhaft" .

Statistiken würden hauptsächlich aus zwei Gründen Schlechterbezahlung von Frauen zeigen, so Pramböck: erstens, weil Frauen bei formal gleicher Ausbildung häufig in schlechter bezahlte Jobs/Branchen einsteigen, und zweitens, weil sie im Verlauf ihrer Karriere einen Bruch durch Babykarenz erleben. Kurz: "Faktum ist, dass Frauen deutlich weniger verdienen als Männer - allerdings in anderen Jobs. Vergleicht man Frauen und Männer in ähnlichen Positionen, dann liegen die Gehälter innerhalb derselben Bandbreite."Basis dafür ist eine Online-Befragung von fast 1200 Frauen und Männern zwischen 30 und 50 Jahren, davon über 70 Prozent Akademiker, die mit Personalchefs, Führungskräften und Mitarbeitern "erläutert und diskutiert" wurde.

Neue Ergebnisse

Mit diesen Ergebnissen dürfte Pramböck für neuen Diskussionsstoff sorgen. Denn: Andere Studien und Forschergruppen kommen zu ganz anderen Ergebnissen. Dazu zählt etwa Guido Strunk ("Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen" , www.vicapp.at), der in Langzeitstudien zu den Berufsbiografien von WU-Absolventen und zwillingsähnlichen Absolventinnen klar belegen kann: Weder Herkunft noch Führungsmotivation noch 20 andere Gründe können erklären, warum Frauen mit ihren Einkommen im Berufsverlauf immer mehr zurückbleiben, und: Es liegt auch nicht an einer Babypause oder an einer Teilzeitarbeit. Denn selbst wenn jene Frauen aus der Berechnung herausgenommen werden, bleibt eine Einkommensschere in zweistelliger Prozenthöhe. Strunk, bedrückt von den Ergebnissen: "Frauen haben weniger Erfolg, weil sie Frauen sind."

Bereits in der Ausbildung, spätestens jedoch beim Jobeinstieg entscheide sich, so Pramböck, wie die Gehaltskurve in den kommenden zehn Jahren aussehe: Der Frauenanteil an den zehn Prozent der bestbezahlten Jobs in Unternehmen liege maximal bei 30 Prozent. An den zehn Prozent der schlechtestbezahlten betrage der Frauenanteil aber 60 bis 80 Prozent.

Zum Thema Karenz sagt Pramböck: Unternehmen böten auch zu wenig qualifizierte Positionen in Teilzeit an, und selbst Vollzeit-Rückkehrerinnen hätten mit schlechtem Image bei Führungskräften zu kämpfen. Oft würden Kinder auch als Nicht-Beförderungsgrund vorgeschoben. Zu diesem Themenbereich müsse sich die Grundeinstellung der Gesellschaft ändern, müsste Gleichberechtigung Pflicht in der Kinderbetreuung werden.

Da die meisten befragten Frauen eine Auskunftsstelle über Gehälter begrüßen, hat Neumann International eine solche ins Leben gerufen, berät gegen eine Spende und überweist diese an den Verein "Die Schwalbe". (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.10.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 47
1 2
tomazo.net
00
5.10.2011, 17:20
die Wahrheit ist viel banaler

denn: seit tausenden von Jahren haben wir immer die Größten (und somit die Stärksten) auserwählt unsere Sippe/Stamm/Gemeinschaft zu verteidigen.
Laut moderner Psychologie trauen wir großen Menschen mehr (Problemlösungskompetenz) zu als kleinen. Dies spiegelt sich dann im Gehalt wieder.
Es konnte bewiesen werden das, auch nur unter Männern, größere mehr bekommen als kleinere.

Der Österreicher
01
24.2.2011, 09:44

Die Geldbeträge die Männer mehr verdienen, gehen zu 100% an die Frau. Damit werden Reisen finanziert, Unterhalt gezahlt, die Hochzeit finanziert, etc..

Nach der Scheidung sowieso...

qq qq
 
00
23.2.2011, 21:32
es sind nicht immer männer "die schlimmsten"

natürlich habe ich es auch schon erlebt. ich nehme mit meinem prof an einer arbeitsgruppe teil und irgendwie ist für alle klar, dass ich für ihn nur protokoll führe, termine vereinbare, etc. bei aufklären des irrtums - ich bin weder die sekretärin, noch werde ich für meine teilnahme an der AG von ihm bezahlt, ich bringe mich aufgrund meiner expertise im feld xy inhaltlich ein - finden die beteiligten ihr verhalten nichtmal peinlich.
aber die übelste diskriminierung hab ich von frauen der generation 50+ mitbekommen:
- bei der entscheidung über eine festanstellung: braucht die nicht, der mann verdient gut
- besetzung sekretariat: bloss keine wiedereinsteigerin, da sind die kinder soviel krank
dabei die haltung, dass im grunde der mann zahlt.

Quer denker1
10
16.1.2011, 10:24
Wer hat für solche Studie bezahlt?

Neumann International soll untersuchen, wie man 4% real Wirtschaftswachstum pro Jahr erreichen kann und nicht um Verteilung.

Ich hoffe, dass die österreichischen SteuerzahlerInnen nicht solche sinnlose Studie bezahlen.

die gerechte
03
4.11.2010, 13:49
Männer arbeiten halt auch 5 Jahre länger als Frauen

das erhöht eben nun mal das Durchschnittsgehalt, wird Zeit das das gleiche Pensionsalter endlich realisiert wird

Benno Berghammer2
00
15.11.2010, 12:22
Die Neumannstudie stimmt wirklich...

Als ehemaliger Finanz- und Personalvorstand kann ich bestätigen, dass die Grundaussagen der Neumann-Studie völlig richtig sind.

Wenn man die Gehälter von Männern und Frauen vergleicht ist völlig klar, dass bei Frauen, die 1 bis 2 Kinder bekommen haben und als Angestellte berufstätig sind in der Praxis 5 bis 10 Jahre Karenzzeiten oder Zeiten mit Teilzeitbeschäftigungen, die Frauen an einem beruflichen Weiterkommen gerade in den Jahren zwischen Ende 20 und Ende 30/Anfang 40 und damit in der Zeit wo man in der Regel wichtige Karrierestationen durchläuft einfach Männern, die sich voll auf den Job konzentrieren können hinterherläuft.

Das gilt aber nur für den Vergleich von Personen mit gleicher Qualifizierung und auch gleicher Position.

Chiara S.
50
27.10.2010, 14:36
Frauen verdienen weniger, weil sie niedergehalten werden

Tatsache ist schon mal, dass Frauen in schlechter bezahlten Jobs arbeiten müssen, WEIL sie in besser bezahlten Jobs nicht aufgenommen werden bzw. weil es in ihren Jobs KEINE ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN gibt. Zumindest im Öffentlichen Dienst verhält es sich (ohne Freunderl) bezüglich der Entwicklungsmöglichkeiten genau SO. Ich selbst z.B. hatte als Maturantin einen c-Posten bekommen (= Einstufung für Hauptschulabsolventinnen). Nachdem ich dann vor 8 Jahren mein Studium absolviert hatte, "klebe" ich - mit ausgezeichneten Kenntnissen - immer noch auf c, trotz aller Bemühungen, dies zu ändern. Männern hingegen wird solches gar nicht erst zugemutet, sie sind an solchen Stellen gar nicht erst vertreten, bzw. nur äußerst spärlich.

chris1982
11
28.10.2010, 12:00

Oder Sie sind halt einfach nicht so toll wie Sie glauben...

Aber wenn Frauen keine Karriere machen ist immer das Geschlecht schuld.

aculus populus
 
03
3.11.2010, 09:39
Pauschalisieren geht über studieren...

ich kenne viele erfolgreichen Frauen die sehr gut verdienen und auch viele gut ausgebildete Männer die keine großartige Karriere machen.

AlliGator
09
25.10.2010, 12:03
Alles nur Ausreden...

Ich verdiene weniger, weil ich eine Frau bin.
Ein Ausländer hat mir meinen Job weggeschnappt.
Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen.
Mein Wecker hat nicht geläutet.
Der Schiedsrichter war von der anderen Mannschaft bestochen.
Ich bin Gastelehniker, darrum ist meine Rächtschraibuhng ein bießerl kommisch.

aculus populus
 
00
3.11.2010, 09:40
Genial!

:)

slaine mcroth
10
3.11.2010, 00:47

Es gibt zahllose Studien und Statistiken, die Punkt 1 belegen. Zeigen Sie mir einen gleichwertigen Beleg für Punkt 2, und ich lasse Ihren Vergleich gelten. Die übrigen Punkte sind sowieso polemischer Schwachsinn.

her wig
01
25.10.2010, 10:28

Wenn man die Karrierefaktoren nicht nach männlich/weiblich untersucht würde man zu aufschlussreicheren Ergebnissen kommen.

tigermuecke
03
25.10.2010, 09:45
Ist ja normal, dass Frauen wenig verdienen (2)

Auch Hausfrauen bekommen nie ein Gehalt dafür, dass sie den Dreck wegräumen und IHM den Rücken freihalten. HINTER jedem erfolgreichen Mann steht eben eine Frau...Sie kann ja oft auch nicht anders, weil sie sich mit ihrem miesen Gehalt kein unabhängiges Leben leisten kann.
Und weil es normal ist, dass Frauen immer die schlechte oder gar unbezahlte Drecksarbeit machen, ist es auch normal, dass Frauen in gleichen Positionen wie Männer schlechter bezahlt werden. Sie sind ja die schlechte Bezahlung schließlich schon gewohnt und wären mit einem hohen Gehalt vielleicht überfordert. Das ist wie Schleiertragen nur ohne Schleier - ehrenhaft und deshalb geschätzt, aber nur im stillen Kämmerchen ohne Geld und Macht halbwegs anerkannt.

Chiara S.
00
27.10.2010, 14:41

Nun ja, solange sich Frauen als Hausfrauen, also Fast-gratis-Dreckwegputzerinnen und Triebbefriedigerinnen für den Mann und Gratis-Pädagoginnen für ihre Kinder hergeben, wird sich auch nicht allzu viel für uns Frauen im Allgemeinen ändern ...
Ein anderer Aspekt: Haushälterinnen führen den Haushalt ihres Arbeitgebers und ihren eigenen. Hausfrauen ihren eigenen.
Auch Hausfrauen mit Fulltimejob für fremde Vorgesetzte tagsüber führen ihren eigenen Haushalt ... etc., etc.

tigermuecke
03
25.10.2010, 09:41
Ist ja normal, dass Frauen wenig verdienen (1)

Warum sollte die Krankenschwester oder die Assistentin so viel bekommen, dass sie mit dem Gehalt ein eigenständiges, gutes Leben führen kann? Sie soll ja schließlich heiraten und Kinder bekommen und dann ernährt sie ohnehin ihr Mann. Die Sekretärin ist unentbehrlich - wird ja immer wieder einmal von gönnerhaften Chefs gerne betont. Eigenartigerweise schlägt sich das generell selten im Gehalt nieder! Pfleger/-innen, die alte und sterbende Menschen betreuen und psychische Belastungen ertragen, die viele Manager oder Piloten nicht ertragen wollten oder könnten und Leistungen erbringen, die jede/r von uns braucht, sind drastisch unterbezahlt. Bringt ja nichts für die Wirtschaft und ist nicht so sexy wie z.B. Pilot sein.

chris1982
00
9.11.2010, 13:14

Jetzt mal ehrlich - Glauben Sie WIRKLICH dass eine Sekretärin unentbehrlich ist?

Mittlerweile können die meisten Chefs mit Word und Outlook selber umgehen und es gibt Kaffeevollautomaten...

David Stroganoff
02
2.11.2010, 12:31

Der Pilot ist aber wohl ein schlechtes Beispiel! Wieviele Frauen wollen denn diesen Job machen? Und versuchen diese Ausbildung zu starten? Die Sekretärin könnte mit höherer Ausbildung auch einen anderen Job hab und mehr verdienen. Es gibt einfach Jobs, die auf Grund der nötigen Ausbildung schlechter und andere besser bezahlt werden. Die Entscheidung für oder gegen eine Ausbildung/Karriere hat jeder meistens selbst.

DD1981
02
25.10.2010, 11:52

Öhm eine Krankenschwester verdient eigentlich sehr gut und kann damit auch sehr gut ein eigenständiges Leben führen... Assisteninnen (zumindest die von Ihnen angesprochenen Chefassistentinnen) verdienen auch gut...

es geht hier um die Verkäuferinnen, Empfangsdamen etc.

depp am huegel
03
24.10.2010, 22:45

also meine frau verdient mehr als ich. hat auch einen höheren bildungsabschluss. ich find' das ok, ich mach das was mir spass macht, sie macht das was ihr spass macht. übrigens: männer in vergleichbarer position wie meine frau verdienen nicht mehr. frauen in vergleichbarer position wie ich verdienen nicht weniger (nur gibt's da halt recht wenige). schön, dass auf diesem gebiet so viel statistiken gemacht werden (zahlt sich wohl irgendwie aus ...), nur man vergleicht halt oft äpfel mit birnen ...

Roter Baron
11
25.10.2010, 09:16

naja dann wünsch ich dir
schau dass deine performance nicht umfällt

roter baron

depp am huegel
00
25.10.2010, 10:14

scherzkeks - Du bist wohl so eine männliche emanze ;-)

Stefan Weilhartner
 
15
24.10.2010, 20:06
bin softwareentwickler im bereich embedded systems

da verdient man nicht so schlecht, weil es nicht so viele spezialisten in diesem bereich gibt. jungs kenne ich schon einige die in diesem bereich arbeiten. eine lady hab ich in diesem bereich noch nie kennen gelernt. wenn ich zum friseur gehe sehe ich nur ladies am werken. find das auch ok von einer lady die haare geschnitten zu bekommen. soll sich jeder seinen reim drauf machen. ja und bezgl. kohle hab ich nicht gewartet, bis mir jemand von sich aus eine gehaltserhöhung ins maul wirft. da muß man schon selbst dafür kämpfen. das gehört auch dazu.

Vergib ihnen
30
24.10.2010, 15:26
Suchen und suchen und suchen, dabei den einfachsten grund übersehen, nicht mit in die Gleichung aufnehmen

1. Man kapiert nicht, dass der Grund, warum Männer mal begründet mehr verdient haben, weggefallen ist. 2. Österreich ist ein urkonservatives Land, nur schleppend überhaupt veränderungsfähig. Der Ö ist so lange dagagen, solange der Bestand dessen, wogegen er ist, gesichert ist. Heißt im Kontext: noch vor kurzem waren es die Männer, die die Familien ernährt haben, die die Frauen versorgt haben. UND: sie hatten den sogenannten Versorger- und Gentleman-Aufschlag. Ob Ballkarten oder Essengehen, Männer haben bezahlt. Und: Auch die Geliebte muss noch mitfinanziert werden. Siehe Schnitzler. Heute zahlen Männer hierzulande (!) nicht mal mehr den Garderobenschein, Alimente auch ungern, und Versorgermentalität?? Wo bitte in d singlewelt? Also!!!

chelene chirsch
00
31.10.2010, 10:14

ad 1, firmen sind keine sozialen träger - somit ist dieses "argument", wenn überhaupt, schon seit 20 jahren obsolet.

andersherum haben sie mehr recht, als sie glauben mögen: nicht wenige frauen wollen in karenz gehen und vom mann erhalten werden. dank des gendering und anderer "ideen" ist das eigentlich kaum mehr mit einem gehalt machbar. gratuliere !

gleiches recht für alle bedeutet nun mal auch, im fall des nicht-erfolges mit dem ergebnis zu leben. also weine nicht, kleine hausmeisterin...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 47
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.