Ein "Balkon" am Rande des Nationalparks

Der Almkogel erfreut den Wanderer mit einer schönen Aussicht, die auch in Zukunft so bleibt

Der Almkogel - in früheren Karten und Beschreibungen auch Alpkogel - hoch über dem Ennsknie bei Weyer gilt völlig zu Recht als einer der schönsten Aussichtsgipfel am Rande des Nationalparks Kalkalpen. Von seinem höchsten Punkt überschaut man einen erheblichen Teil des riesigen, fast geschlossenen Forsts, der sich über rund 260 Quadratmeter erstreckt.

Und über die ausgedehnten Wälder ragen bekannte Gipfel des Hochschwabs, des Gesäuses, der Haller Mauern, der Eisenerzer Alpen und des Toten Gebirges empor und bilden eine grandiose Kulisse. Nicht zuletzt erfreut sich der Bergwanderer an der Sicht in die Voralpen, hinter denen sich der Ötscher zeigt, und ins Alpenvorland.

Wer den leichten, relativ kurzen Umweg zum Burgspitz nicht scheut, kann auch den beeindruckenden Tiefblick zur Enns genießen, deren Wasser durch zahlreiche Kraftwerke gebändigt sind.

Und man erschaut diese landschaftliche Schönheit in der Gewissheit, dass durch die Unterschutzstellung des Reichraminger Hintergebirges diese Pracht erhalten und vor weiteren Eingriffen des Menschen bewahrt bleibt.

Der Almkogel zählt schon lange zu den beliebtesten Wanderzielen unter den Erhebungen über den Ufern der unteren Enns; nicht nur der herrlichen Aussicht wegen, sondern weil er verhältnismäßig leicht zu erreichen ist. Selbst im Winter finden sich zahlreiche Skitourengeher auf seinem höchsten Punkt ein, obgleich die Schutzhütten an der Ost- und der Westflanke dann geschlossen haben.

Das Gebiet zeichnet sich durch eine besondere Vielfalt der Pflanzenwelt aus, von der man allerdings um diese Jahreszeit nur wenig mitbekommt. Bei etwas Glück aber lassen sich scheue Tiere - wie etwa Auer- und Birkhuhn beobachten.

Hochgelegen

Die Besteigung des Almkogels bereitet keine Schwierigkeiten, wählt man als Ausgangspunkt den hochgelegenen Hof Bamacher, dann halten sich auch die konditionellen Anforderungen in Grenzen.

Die Route: Von Großraming fährt man ans linke Ufer der Enns, dann kurz flussaufwärts und auf einem Güterweg über Oberplaißa zum Bamacher. Der markierte Weg führt - mehrmals eine Forststraße kreuzend - zügig zur Höhe, bis zur Ennser Hütte braucht man etwa 1¼ Stunden. Weiter in einen Sattel nahe dem Brunnbacheck und dann auf dem nach Süden ziehenden Kamm zum höchsten Punkt des Almkogels. Gehzeit ab Hütte eine Dreiviertelstunde.

Zurück in den Sattel und geradeaus weiter über das Brunnbacheck auf einem Rücken zum Burgspitz. Gehzeit ab Alpkogel eine Dreiviertelstunde. Auf der Anstiegsroute kehrt man in den Sattel zurück und steigt über die Ennser Hütte zum Ausgangspunkt ab. Gehzeit ab Burgspitz 1¾ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/23.10.2010)

Gesamtgehzeit 4½ Stunden, Höhendifferenz rund 800 Meter. Ennser Hütte von 1. Mai bis 31. Oktober bewirtschaftet (Montag und Dienstag Ruhetage). ÖK25V Blatt 4202-Ost (Großraming), Maßstab 1:25.000; Wanderkarte Reichraminger Hintergebirge, Maßstab 1:35.000.

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