"Made in..." soll Piraterie bekämpfen

22. Oktober 2010, 11:27
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Brüssel will eine Ursprungskenn­zeichnung bei Importprodukten erreichen, in den USA oder China ist diese bereits verpflichtend

Straßburg/Brüssel - Importierte Waren von außerhalb der EU sollen in Zukunft eindeutig mit ihrem Ursprungsland gekennzeichnet sein. Damit soll den Verbrauchern eine fundiertere Auswahl zwischen Produkten erleichtert werden. Auf eine entsprechende Verordnung haben sich die EU-Parlamentarier in erster Lesung geeinigt. Bisher gibt es nur für bestimmte landwirtschaftliche Produkte eine verpflichtende Kennzeichnung des Ursprungslandes.

Von der neuen Regelung betroffen wären bestimmte Import-Produkte wie Kleidung, Möbel, Keramik, Lederprodukte und Schmuckstücke aus Drittländern. Für diese Produkte soll zwingend eine "Made-in..."-Kennzeichnung vorgeschrieben werden, fordern die EU-Parlamentarier. Die Kennzeichnung darf auf Englisch erfolgen. Sollten die Regeln nicht eingehalten werden, soll es EU-weit harmonisierte Strafen geben.

In anderen Ländern wie den USA, Kanada, China oder Japan gibt es bereits eine verpflichtende Ursprungskennzeichnung für eingeführte Waren, an die sich auch europäische Unternehmen halten müssen. Durch die Einführung der Kennzeichnungspflicht soll auch der Produkt- und Markenpiraterie ein Riegel vorgeschoben werden.

Nach dem Parlamentsbeschluss soll die Verordnung zunächst für fünf Jahre gelten. Ein Jahr vor Ablauf dieser Frist sollen das Parlament und die Mitgliedstaaten über die Verlängerung oder Änderung der Verordnung entscheiden. Der Vorschlag muss noch vom Rat bestätigt werden, wo es von einigen Ländern noch immer Widerstand gegen eine solche europäische Regelung gibt. (APA)

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    Das "Made-in"-Label soll die Produkt-Auswahl für Verbraucher erleichtern.

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