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Es ist gerade mal zehn Jahre her, da gingen die Wogen hoch in Sachen Dieselruß. Die Gesetzeslage in der EU war nämlich lange Zeit so, dass der Einbau eines Partikelfilters noch in weiter Ferne lag, die Leute in den Städten aber schon markant unter dem Qualm litten. Da preschte Peugeot vor und präsentierte das Top-Modell 607 mit serienmäßigem Partikelfilter, während viele andere Hersteller darüber jammerten, dass diese Systeme viel zu teuer und obendrein unzuverlässig wären.
Wie kam es dazu? Die Franzosen und ihnen voran Peugeot fühlten sich durch den Erfolg der Deutschen mit der Direkteinspritzung (TDI) in ihrer historischen Souveränität als Technologieführer in Sachen Pkw-Diesel offenbar attackiert und wollten diesem Imageverlust nicht tatenlos zusehen. Was aber möglicherweise schwerer wog: Während die neuen Motoren der Konkurrenz die geltenden und sogar die nächsten künftigen Abgaslimits locker ohne Partikelfilter schaffen sollten, war der Motor im 607 schon von etwas betagter Konstruktionsweise. Ihn konnte man nur mithilfe eines Partikelfilters für die nächstschärferen Abgaslimits fit machen.
Aus dieser Notlage heraus entwickelte sich eine Eigendynamik in Richtung Partikelfilter, mit der viele nicht gerechnet hatten. Peugeot setzte sich perfekt als Umweltfreund in Szene, während alle anderen in Erklärungsnotstand gerieten, warum sie immer noch heftig rußten. Daraus ergab sich nicht zu Unrecht die Befürchtung der Autokäufer, dass sie ohne Partikelfilter wohl bald mit Restriktionen zu rechnen hätten.
So begab es sich, dass Autos ohne Partikelfilter praktisch über Nacht unverkäuflich waren, obwohl dieser aufgrund der Abgaslimits noch lange nicht zwingend erschien. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/22.10.2010)
Beim Diesel gibt es einen NOX-Soot Trade-Off. Das heisst, entweder ich stelle meinen Dieselmotor so ein, dass er viel Russ macht und dabei sehr wenig NOx, oder umgekehrt.
Das erklärt, warum die EU4/5 PKW gerne "nur" einen DPF haben, weil sie damit im NOX-Fenster bleiben (Aber nur IM Prüfzyklus) und kein SCR brauchen, den ein SCR System is sauteuer und zahlt sich erst ab höheren Leistungsklassen aus.
Glauben Sie mir, sobald das Steuergerät kapiert, dass der Prüfzyklus verlassen wurde, ist der Diesel eine brutale NOx-Schleuder. Noch! Der Gestzgeber hat das schon lange kapiert. Das wird mit EU6 nicht mehr möglich sein.
Dann wird die Partikelanzahl und Partikelmasse als auch NOx gemeinsam stark limitiert sein.
ist in der Stadt ein umwelttechnischer Wahnsinn ! Der Motor erreicht praktisch nicht Betriebstemperatur. Schon jetzt rät man den Kurzstreckenfahrern bei der §57-Überprüfung die Kiste auf der Autobahn mal eine halbe Stunde richtig "durchzuputzen" und dann erst den Abgastest zu machen. Diesel und Hybrid ist momentan ein "no-go" ! Da aber die deutsche Automobilindustrie in den letzten Jahren fast nur auf dieses Pferd gesetzt hat muss sie den Lämmern natürlich weiterhin diese Technologie auf das Auge zu drücken. Weiters haben wir dadurch horrende Motoröl-Preise und allein in Deutschland ca. 14000 Tote pro Jahr durch den Feinstaub uswusf !
Ohne "ohne Jammern und Klagen" stimmt im Bezug auf die französische Autoindustrie nicht.
Es gab einmal eine österreichische Umweltministerin, welche mit den französischen Autoherstellern im Clinch lag - wegen dem Katalystor...
zu >Chogart:
Den Russ den man erkennt - der ist nicht in diesem Maße gefährlich, gefährlich sind die mit freiem Auge nicht sichtbaren Partikel, die sich tief in die Lunge bewegen können und dort festsetzen.
Und ein Punkt wurde, wie er auch von den Herstellern nicht erwähnt wird, nicht genannt. Die Partikelfilter benötigen die richtige Betreibstemperatur um zu funktionieren. Erst dann sind sie effizient in der Reduzierung von Partikeln. Das gilt auch für die neuen Euro 5 Systeme mit Harnstoffeinspritzung.
In Städten ist das oft so - hohe Partikelwerte und verkokte Filter sind die Folge. Kommunen leiden z.B. an diesem teuren Problem für die Stadt-KFZ. Die Belastungen durch EU5 Diesel und Einfahrtbeschränkungen nehmen nur minimal ab.
Die HDIs von Peugeot/Citroen waren (auch) damals State-of-the-Art Common-Rail Diesel, im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern damals.
Statt hier Legenden zu erzählen, um auch daran ein Haar in der Suppe zu finden, sollte der geschätzte Redakteur lieber darauf hinweisen, daß die PSA Filter mit Additiv von Anfang an zuverlässig funktioniert haben - im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, die partout schlauer sein wollten und auf das Additiv verzichten wollten (mussten, um die Patente zu umgehen?), und wo's noch immer reihenweise Probleme mit der Regeneration der Filter gibt.
Sie wissen aber schon, dass Commonrail NICH die Franzosen erfunden haben...
Dafür zeichnet sich Fiat verantwortlich, bzw. mittlerweile hat Bosch die Patente gekauft und die Technologie weiterentwickelt.
Und warum sollten der VW Konzern frühzeitig auf CR umsteigen, solange PD noch gut genug war (und eine gute Cash-Cow).
Einzig die Laufruhe war ein Argument für CR , aber Abgaswerte waren in den ersten Generationen bei CR immer ein Problem (der Einspritzdruck ist erst später vergleichbar geworden zu PD).
Dass sich der 'Agrarkraftstoff' Diesel bei uns so durchsetzen konnte "verdanken" wir hautpsächlich der günstigeren Besteuerung (anno dazumal) und dem Umstand, dass Bosch die Common-Rail Technik so vorangetrieben hat. Demenstprechend die weite Verbreitung in D und Ö. Der Verbrauch ist zwar geringer als bei Benzinern, wenn man auf die Abgaswerte (Ruß und vor allem Stickoxide) schaut wird einem sprichwörtlich speiübel. Deshalb sattelt Toyota beim Hybrid auch nicht auf Diesel um - in Japan (und in vielen anderen Ländern) wird hauptsächlich mit Benzin gefahren. Der penetrante Abgasgestank der Diesel liegt eigentlich nur in unseren Städten in der Luft.
eher dem sensationell niedrigen Verbrauch und dem satten Drehmoment von unten heraus zuordnen. Vergleichen Sie mal einen aktuellen 2L TDI Diesel mit einem V8 Benziner aus den USA. Da sind Welten beim Verbrauch dazwischen.
Dieselgestank hätte ich auch noch nie welchen gerochen. Auch mit freien Auge erkennbaren Russ gibts schon lange nicht mehr.
Der "niedrige Verbrauch" kommt daher, dass Diesel einen höheren Heizwert pro Liter hat. Allerdings werden beim Verbrennen eines Liters auch entsprechend mehr Treibhausgase (CO2, etc..) freigesetzt. Dennoch ist die Mineralölsteuer für einen Liter Benzin um ca. 10 ct höher als beim Diesel.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kraf... aftstoffen
Würde man Kraftstoffe nach Energiegehalt pro Liter besteuern, so würde der Dieselpreis relativ zum Benzinpreis sofort um ca. 15 Cent pro Liter steigen. Der scheinbare "Verbrauchsvorteil" wäre im Nu dahin.
Vielleicht sieht man das aus dem PKW nicht, aber fahren Sie doch einmal einen Tag mit dem Zweirad in Wiens Straßenverkehr mit, dann werden auch Sie regelmäßig die Luft anhalten müssen, wenn vor Ihnen wieder einmal ein Diesel-SUV beim Beschleunigen eine schwarze Wolke ablässt wie ein altes Dieselschiff :-)
vermutlich gibt es keinen Partikelfilter, welcher die groben Partikel durchlässt, die feinen aber herausfiltert.
Daher sind in der schwarzen Wolke wohl auch jede Menge Mikropartikel zu finden und nicht nur der grobe Ruß.
Im übrigen bin ich passionierter Motorradfahrer, das Fahrrad nehme ich nur sehr selten ;-)
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