Ballistiker: Unbekannter Schütze verwendete bei mehreren Angriffen die gleiche Waffe - 20-Jährige getötet
Stockholm - In der südschwedischen Stadt Malmö sind am erneut Schüsse
gefallen, die möglicherweise mit einer Serie von
Attentaten auf Ausländer im Zusammenhang stehen. Zwei Frauen im Alter von 26 und
34 Jahren wurden leicht verletzt, als ein Unbekannter am Donnerstagabend durch
das Fenster ihrer Wohnung schoss. Die Polizei riet den Einwohnern von Malmö und
insbesondere solchen dunkler Hautfarbe, sich in den Abend- und Nachtstunden auf
der Straße vorsichtig und aufmerksam zu verhalten.
Bei den beiden verletzten Frauen - die eine wurde von einer Kugel im Unterarm
getroffen, die andere erlitt offenbar einen Streifschuss am Rücken - handelt es
sich laut der Malmöer Polizei um "Einwanderer aus einem europäischen Land".
Derzeit ist noch nicht klar, ob es der Vorfall der vermuteten Serie von
Anschlägen zuzurechnen ist. Die Ermittler sagten, es gebe "sowohl Ähnlichkeiten
als auch Unterschiede" zu den zwischen 10 und 15 vermuteten Schussattentaten aus
den vergangenen Wochen und Monaten.
Laut der Online-Ausgabe der Stockholmer Tageszeitung "Dagens Nyheter"
ereignete sich in Malmö am Donnerstag davor ein weiterer Zwischenfall
mit einer Schusswaffe. Ein 16-Jähriger soll grundlos mit einer Pistole oder
einem Revolver beschossen, aber nicht getroffen worden sein.
Polizei ermittelt in rechtsextremen Kreisen
Am Mittwoch gaben die Behörden bekannt, dass Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen
Anschlagserie auf Einwanderer in Malmö eingeleitet wurden. In praktisch allen Fällen
waren Menschen mit ausländischer Herkunft ohne vorherige Bedrohung und ohne
erkennbaren Grund beschossen worden - auf Grund ballistischer Analysen zumindest
teilweise mit der selben Waffe. Die Polizei prüft , ob ein rassistischer
Hintergrund vorliegt und ermittelt in rechtsextremen Kreisen.
Erst am Dienstag war ein 28-jähriger Mann in Malmö von hinten angeschossen und
schwer verletzt worden. Eine Woche zuvor erlitt ein anderer Mann leichte
Verletzungen, als er wenige Häuserblocks entfernt angeschossen wurde. Besonders
diese jüngsten Fälle weisen laut Polizeisprecher J-B Cederholm auffallende
Parallelen auf. Beide Male lauerte der Täter seinen Opfern an einer
Bushaltestelle auf und schoss sie in den Rücken.
Vor 20 Jahren schoss der "Laser-Mann" auf Einwanderer
Die scheinbar willkürlichen Attacken schüren in Schweden die Angst vor einem
Serientäter, der gezielt ausländisch aussehende Menschen ins Visier nimmt.
Bereits von August 1991 bis Jänner 1992 hatte der sogenannte "Laser-Mann" das
skandinavische Land in Angst und Schrecken versetzt.
Der heute 57-jährige John Ausonius schoss im Großraum Stockholm auf elf
Menschen, die meisten davon Einwanderer. Eines seiner Opfer starb, die anderen
wurden schwer verletzt. Ausonius war 1994 zu lebenslanger Haft verurteilt
worden. Seinen Aliasnamen erhielt er von den Medien, weil er bei den Attentaten
ein mit einer Laser-Zieleinrichtung ausgerüstetes Gewehr verwendete. (red/APA/TT)