Entscheidung

Bürgermeister Häupl sagt Ja zu rot-grünen Verhandlungen

22. Oktober 2010, 11:56

Häupl: "Grüne haben sich im Wahlkampf als stabiler Faktor erwiesen" - Bildungsthema gab Ausschlag gegen ÖVP

Es ist die politische Überraschung des Jahres: Die Wiener SPÖ tritt ab sofort in Koalitionsverhandlungen mit den Grünen ein. Die Entscheidung dazu sei einstimmig gefallen. Das verkündete Bürgermeister Michael Häupl heute um 11 Uhr bei einer Pressekonferenz im Roten Salon im Rathaus. Die Entscheidung hatte sich bereits gestern abgezeichnet, nachdem lange Zeit eine Koalition mit der Volkspartei als wahrscheinlichste Variante gegolten hatte.

Kurz vor 11 Uhr erfuhr DER STANDARD auch aus ÖVP-Kreisen, dass Häupl Marek die definitive Absage mitgeteilt hatte.

Grüne als "stabiler Faktor"

Häupl bei der Pressekonferenz: "Ich und wir alle denken, dass die Grünen ein stabiler Faktor sind, sich im Wahlkampf als solcher erwiesen haben, vor der Wahlzeit war das ja anders", spielte der Bürgermeister auf die grünen Querelen an. Häupl weiter: "Natürlich gibt es im Bereich Bildung wesentlich mehr Einigkeiten mit den Grünen", bei Stadtentwicklung und Verkehr werde es dafür mit den Grünen schwieriger als mit der ÖVP sein.

Man habe im Wahlkampf gesehen, wo die wesentlichsten Unterschiede liegen. Der ÖVP wolle man jetzt aber keineswegs "Steine nachwerfen", so Häupl. Aber man werde sich eben "über Straßen leichter einigen können als über Bildung". Im Bereich Integration habe er mit der ÖVP im Allgemeinen nicht so große Probleme, mit Maria Fekter aber sehr wohl.

Beim Thema Wirtschaft werde, wie schon in der Vergangenheit, die Wirtschaftskammer und die sonstigen Sozialpartner an den Verhandlungen teilhaben. Das heiße aber nicht, dass die Grünen in diesem Bereich "nichts mitzureden hätten".

Bis 3. November wird verhandelt

Allerdings, so Häupl: "Wir beginnen Verhandlungen, wir sind noch nicht am Ende". Er könne nicht in Prozenten einschätzen, wie groß die Chance des Scheiterns oder Erfolges genau sei, aber er gehe mit der Absicht eines erfolgreichen Abschlusses in die Verhandlungen. Bis 3. November werde jetzt inhaltlich in acht Gruppen verhandelt, die wesentlichen Themen wurden bereits festgelegt. Er selbst werden Sicherheit und Internationales Wien persönlich mitverhandeln. Der absolute Schlussstrich seien die Budgetverhandlungen. Über die Verteilung von Posten sei jedenfalls noch nicht gesprochen worden, so Häupl.

Auf die Frage, ob es Kontakte mit der Bundes-ÖVP gegeben habe, meinte Häupl: "Ich habe nicht die Zeit ihnen alle Interventionen, die bei mir angekommen sind, jetzt zu schildern".

Ob er glaube, dass die Mehrheit der Wiener Rot-Grün wolle? "Was ich weiß ist, dass die Mehrheit der Wiener die Absolute der SPÖ nicht wollte, aber auch keine Koalition. Insofern sind Umfragen nicht wahnsinnig hilfreich". Um erneut zu betonen: Die Verhandlungsansage sei noch keineswegs eine fixe Koalitionszusage. (Anita Zielina, derStandard.at, 22.10.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2373
Der große Mann
10
25.10.2010, 20:13

In einer grün-roten Koalition werden die Roten aber gewaltig unter die Räder kommen!
Ist aber nicht weiter schlimm.

mikromalist
 
13
25.10.2010, 11:00
Wenn Sie das ernst nehmen Herr H.,

dann entschuldige ich mich ehrlich für meine pointierte Kritik.
Nicht, weil ich ein Grüner bin, sondern, weil ich en Roter bin, der seit Jahren grün wählt.

Vedralo-Spiralo
42
25.10.2010, 10:04
Und wer passt...

...jetzt auf unser Wien auf??

Johnny Brainstorm
06
25.10.2010, 12:01

Na glücklicherweise weder eine VP Stadtwache, noch eine FP Bürgerwehr...

Norbert_W
41
25.10.2010, 09:57
Koalition der Verlierer...

Na toll, da bekommt Wien nun eine Koalition der Verlierer. Wobei zugegebenermaßen nach dieser Wahl nur ein Gewinner existiert.
Ich sehe hier das Problem, dass mit einer rot-grünen Koalition genau jene Art von Politik gemacht wird, die eine breite Mehrheit der BürgerInnen ablehnt.
Ich hoffe, dass Wien nicht zu einem zweiten Berlin wird. Dort zeigen sich die Auswirkungen verkorkster, weltfremder und realismusferner sozialistisch-grüner Politik bereits deutlich.
Sollte Wien beim Thema Zuwanderung "grüne" Tendenzen zeigen und den Schulbereich weiter leistungsfeindlicher machen (gemeinsame Mittelschule), werde ich dieser Stadt den Rücken kehren. Denn in 5 Jahren wird dann HC Bürgermeister sein und das will ich mir ersparen.

boro boros
 
01
27.10.2010, 12:55

1. hat die spö die wahl gewonnen, aber das versteht ihr rechten nicht, da scheiterts vermutlich am prozentrechnen, aber paßt schon...
2. versuch mal nachzulesen, wie eine demokratie so funktioniert, weißt eh, wieder diese komischen %e und mehr als 50% usw.
3. und tschüss!

*QED*
10
28.10.2010, 11:58
Wahlsieger

ist jene Partei, welche die meisten Stimmen bzw
Mandate dazugewonnen hat. Der Vergleich mit
sportl. Wettkämpfen ist unsinnig.

Redender Senator
00
25.10.2010, 16:00
Keine Bündnisgrüne Regierung in Berlin

Die regierenden Parteien in Berlin sind SPD und Die Linke. Das Bündnis 90/Die Grünen sind dort NICHT an einer Regierung beteiligt.

Johnny Brainstorm
12
25.10.2010, 12:02

Eine Partei mit 44 % bezeichnen Sie als Verlierer? Prozentrechnen ist wohl nicht so Ihre Stärke, was?

*QED*
10
28.10.2010, 12:04
Nachhilfe in Prozentrechnen:

Die SPÖ -4.75%, die ÖVP -4.78% dazu"gewonnen".
Negative Gewinne sind Verluste! Alles klar?

Fuzzy Boolean Bear
04
25.10.2010, 15:12

Naja, das ist halt das Wording bei den Rechten. Erster und zweiter verstehen sie auch nicht (so wie Prozentrechnung) und was eine "breite Mehrheit" ist, ist offensichtlich auch nicht ganz klar.

Einzelstimme
00
25.10.2010, 11:40

"Koalition der Verlierer?". Eine Koalition wurde nötig, weil die stärkste Fraktion die Absolute verlor. Folgende 2 Regeln gibt es nicht: 1) die stärkste Fraktion darf nur mit einer koalieren, die dazugewonnen hat. 2) die stärkste Fraktion darf nur mit der zweitstärksten oder der drittstärksten, aber nicht mit der vierststärksten koalieren. Es steht Ihnen frei, für bessere bürgerliche Ideen einzutreten, wenn Rote u Grüne schwach arbeiten. ... Es ist möglich, dass sich dann sogar viele Wähler besser für die Schwarzen als für die fPropagandisten entscheiden sollten - außer die würden sich dann einmal vernünftig aufführen. Wähler kommen nicht am silbernen Tablett. Man muss ihnen was anbieten. Das letzte vp-Angebot zog nicht ...

Datenschutzgummi
40
25.10.2010, 08:45
Sehr gut!

Nicht mit der ÖVP!
Strache geht sowieso nicht, weil der holt ja die Braunen von ganz Europa herein, wie man an den Marriott Auftritt wieder einmal gesehen hat und die GRÜNEN sind jetzt die letzte Möglichkeit!
Dass haben die Jugendliche und die schwachsinnigen Wähler zu verantworten!
Armer Häupl, liebt so diese Stadt und hat so viel Trotteln hier!

octobussi
43
24.10.2010, 14:50
studium in der mindestzeit

sind die vorraussetzungen da-nein
sind genügend ausbildner da-nein
ist genügend raum da-nein
sind die modernsten mittel da-nein
ist die bausubstanz ok-nein

wieviele % der studenten sind mit 24a in arbeit
wieviele % der studenten müssen nebenjobs annehmen,um halbwegs über die runden zu kommen
um wieviele zeit verlängert sich dann ein studium

besser gehts studenten,die grossen finanziellen hintergrund haben

wir sind bereits im mittelalter-nur wenigen ist bildung zugänglich

octobussi
42
24.10.2010, 13:58
s. g . hr. bm. und lh. von wien!

bitte sagen sie mit ihrer gewichtigen stimme der regierung,dass die kürzung der familienbeihilfe bildungs-und sozialpolitisch skandalös ist.

die folgen - für den mittelstand wird eine akademische ausbildung für ihre kinder nicht mehr leistbar.

wenn schon jetzt viele Ö aus beruflichen gründen,karrieregründen oder aus finanziellen gründen keine kinder mehr haben wollen oder können , dann wird die kürzung noch eine schaufel nachlegen.

und zuwanderung muss noch mehr zulegen - und das wird die blauen wieder freuen in paar jahren

Immer der selbe Blödsinn!
 
10
24.10.2010, 16:02
3 Fragen

1) Glaubens wirklich, dass der das liest?
2) Steckt nicht die Wiener SPÖ ebenso im Sumpf des Sozialabbaus und der Verschleuderung von Gemeineigentum?
3) Wird der potentielle grüne Koalitionspartnerzwerg irgend etwas daran ändern?

octobussi
01
24.10.2010, 16:11
antwort

1. nein,aber da stehts
2. jein
3. vielleicht zum nachdenken

Immer der selbe Blödsinn!
 
10
24.10.2010, 16:13

vielleicht zum nachdenken? ist das eine geheimsprache? ; )

octobussi
01
24.10.2010, 16:25
meinungsbildung ist ein prozess

ohne geheim zu sprechen

geheimsprache wurde ab 2000 gepflogen - das blau-schwarze miasma ist aber vergangenheit

miasma gibts nimmer und geheimsprache auch nicht mehr-----will keiner

Wahl 2010
37
24.10.2010, 12:05
sehr überraschend...

aber die Frage, die sich stellt ist: darf denn die SPÖ eigentlich mit jemandem anderen als der ÖVP koalieren oder gibt es jetzt Donnerstagsdemos?

octobussi
10
24.10.2010, 15:57
was heisst darf?

der gewinner ist nicht gewählt um zu dürfen,der muss können
die stadt wien wird ihren weg gehen

kurtmurrt
52
24.10.2010, 13:48
donnerstagsdemo

wer soll da hingehen? die ÖVP? gibt es die noch?

Der Blinde mit dem Seehund
711
24.10.2010, 09:55
Der Häupl braucht einen billigen Koallitionspartner.

Die Vassilakou ist extrem machtgeil und sagt zu allen Ja und Amen. Das Problem für die Grünen ist jedoch in fünf Jahren gegeben. Dann werden sie an den Erfolgen oder Nichterfolgen gemessen. Der Vassilakou wird das egal sein, denn Sie geht zurück nach Griechenland. Sie hält nichts in Österreich. Es sei denn, man gibt Ihr Macht.

haarspalter
11
24.10.2010, 15:55

lustig, danke!
wo treten sie abends auf?

Welcome to the machine
22
24.10.2010, 14:13

haha, vor allem weil sie schon 2009 ein Angebot des griechischen Premiereministers ausschlug, in Griechenland Vizeumweltministerin zu werden. Da konnte sie noch nicht ahnen, dass es in Wien vllt. zum Vize reichen würde. So viel zum Thema Machtgeilheit. nachzulesen hier: http://diepresse.com/home/poli... ect=604212

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