"Sicher wohnen 60+"

Initiative gegen Stolperfallen zu Hause

21. Oktober 2010, 17:35
  • Artikelbild
    foto: ap photo/matthias rietschel

    Ältere verletzen sich leichter, die Heilung ist langsamer.

Unfallvermeidung für Senioren: Salzburg startet Projekt

Salzburg - Mehr als 70.000 Österreicher über 60 Jahre hatten im Vorjahr in den eigenen vier Wänden einen Unfall, davon alleine 5800 in Salzburg. 80 Prozent dieser Unfälle im Eigenheim sind laut Unfallstatistik Stürze. Dabei kommt es meist zu Arm- und Beinbrüchen sowie Frakturen des Beckens. Diese Verletzungen heilen im Alter nur schwer.

Osteoporose, also die verringerte Knochendichte, macht nicht nur Brüche wahrscheinlicher, sie verlängert auch den Heilungsprozess. Gerade der gefährliche Oberschenkelhalsbruch gehöre zu den häufigsten Altersfrakturen, warnen Unfallchirurgen seit langem. Nur etwa ein Drittel der Unfallopfer könne nach der notwendigen Operation ohne Rehabilitation nach Hause gehen. Dieser Bruch bedeute für betagte Personen oft auch das Ende der Mobilität, wenn nicht gar das Ende des Lebens.

In Salzburg stürzten im Vorjahr rund 4600 Personen über 60 Jahre so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Um diesen Unfällen vorzubeugen, starten das Land Salzburg, das Rote Kreuz, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und die Wirtschaftskammer jetzt das Präventionsprojekt "Sicher wohnen 60+".

Teppiche und Türschwellen

"Unser Ziel ist es, ältere Menschen davon zu überzeugen, rechtzeitig in ihrer Wohnung vorzusorgen", erklärt die Salzburger Gesundheits-Landesrätin Erika Scharer (SPÖ). Ein Bewusstsein zur Unfallvermeidung bei Senioren hält auch Rainer Kolator, Leiter des KfV-Salzburg, für besonders wichtig. So könnten ältere Menschen "ihr eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden und ihre Mobilität so lange wie möglich erhalten".

Die Hotspots sind bekannt: Teppiche, rutschige Parkettböden, zu hohe Türschwellen oder Sanitäranlagen ohne Haltegriffe sind für Senioren die Gefahrenquellen schlechthin. Im Rahmen des Projekts "Sicher wohnen 60+" erheben nun Mitarbeiter des Roten Kreuzes den Zustand der Wohnung von Personen, die eine Rufhilfeanlage installieren lassen. Die Ergebnisse dieser Wohnungsevaluierungen werden für die Einzelnen in maßgeschneiderte Umbauempfehlungen gegossen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Zur barrierefreieren Gestaltung von Wohnräumen hat die Wirtschaftskammer eine Pool aus 90 spezialisierten Betrieben zusammengestellt: Bodenleger, Tischler und Installateure helfen Haltegriffe anzubringen oder Türschwellen auf Bodenhöhe anzupassen. (Thomas Neuhold/ Stefanie Ruep/DER STANDARD, Printausgabe, 22. Oktober 2010)

super cat
00
26.10.2010, 12:56

In der Aufzählung der Gefahrenquellen fehlt unzureichende Beleuchtung.

Chocoholic
00
25.10.2010, 12:08
Es ist oft sehr verwunderlich, wie schnell man ueber ein

Kabel, eine Teppichkante, ein kleines heruntergefallenes und nicht aufgehobenes Kleinstueck stolpert, entweder es faengt schon mit 35-40 an, oder ich bin fruehzeitig gealtert :o)

Ganz abgesehen von den ganzen Haushaltsfallen, die beim Putzen entstehen. Unglaublich! Mehr Aufklaerung!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.