Prölls Versprechen freut Ministerinnen und empört die ÖH

Wien - Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) reagiert "sehr, sehr positiv" auf Finanzminister Josef Prölls (VP) Vorschlag, mehr Geld für die Unis zur Verfügung zu stellen. Sie will bei der Regierungsklausur an einer "Offensiv-Strategie" für die Unis basteln. Zu den Zugangsbeschränkungen, an die Pröll seinen Vorstoß knüpft, sagte sie im Standard-Gespräch: "Das Wort Beschränkung erinnert mich an Limitierung." Sie spricht lieber von einer "geordneten Studieneingangsphase", die auf Leistung basiert. Also Knock-out-Prüfungen? "Es gibt nicht die eine Prüfung, und Prüfungen beinhalten immer Leistung."

Auch Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (VP) zeigt sich über das "positive Signal erfreut", für Details sei es aber noch zu früh, die Verhandlungen laufen noch. "Die Unis brauchen zusätzliche öffentliche Mittel, aber auch mehr private, etwa durch Studienbeiträge und mehr Kooperationen mit der Wirtschaft" sagte Karl zum Standard. Qualität hänge nicht alleine von mehr Mitteln ab.

Gar nicht erfreut ist die ÖH: Für Sigrid Maurer (Gras) vom Vorsitzteam ist Prölls Vorschlag "völliger Schwachsinn" und eine "Farce". Sogar Ministerin Karl wisse, dass es zu wenige Studierende gebe. "Wir lassen uns nicht mit Beruhigungspillen abspeisen, zwei Milliönchen bringen nichts", so Maurer. Die ÖH pocht darauf, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Unis auszugeben. (fib, DER STANDARD, Printausgabe, 22.10.2010)

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