#unibrennt

Protestbewegung beginnt sich neu zu formieren

21. Oktober 2010, 13:49
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    foto: apa/neubauer

    Morgen jähren sich die Bildungsproteste, die Österreich im vergangenen Herbst in Atem gehalten haben, zum ersten Mal.

Arbeitsgruppen neu eingerichtet, Debatte über Forderungen - Bildungsproteste starten vor einem Jahr

Wien - Nach der spontanen Kurzzeit-Besetzung des Audimax der Uni Wien in der Nacht auf Mittwoch beginnt sich die Studentenprotestbewegung in der Hauptstadt neu zu formieren. Zwar sind immer noch ein paar Dutzend Studenten der "#unibrennt"-Bewegung, die im vergangenen Jahr rund um die Hörsaalbesetzungen entstanden ist, aktiv. Zu diesem "harten Kern", wie ein Aktivist es nennt, sind allerdings nun "viele neue Leute dazugekommen".

Feier: Ein Jahr "#unibrennt"

Tatsächlich dürften die Studenten von "#unibrennt" durch die angekündigten Einsparungen beim Hochschulbudget wieder mehr Zulauf bekommen: Für die Jubiläumsfeier zum ersten Jahrestag der Audimaxbesetzung in der Arena morgen, Freitag, haben sich auf der Social Media Plattform Facebook schon über 400 Personen angekündigt. Dort soll "bei Geburtstagstorte und guter Musik" über ein Jahr Bildungsprotest diskutiert werden. Bereits ab 18 Uhr gibt es Reflexionen mit FM4-Ombudsmann Hosea Ratschiller. Am 27. Oktober findet dann ein großes #unibrennt-Plenum an der Technischen Uni (TU) Wien statt, wo Studenten aller Wiener Unis gemeinsam das weitere Vorgehen im Herbst planen wollen.

Neue Arbeitsgruppen eingerichtet

Bei einem spontanen Plenum am Mittwochnachmittag in der Akademie der Bildenden Künste, wo die Studentenproteste im Vorjahr ihren Ausgang genommen haben, wurde von rund 50 Studenten am Wiederaufbau der Strukturen gearbeitet. Anstelle der zuletzt informellen Organisationsstrukturen - die wenigen verbliebenen Aktivisten kannten einander alle persönlich - wurden wieder Arbeitsgruppen eingerichtet.

Dort soll weiter über Aktionen nachgedacht werden, mit deren Hilfe die Studenten auf ihre Forderungen aufmerksam machen können. Welche das genau sind, soll ebenfalls neu debattiert werden. Man werde "sicher nicht bei Null anfangen", betont ein "#unibrennt"-Aktivist mit Verweis auf den umfangreichen Forderungskatalog, der im vergangenen Jahr erstellt wurde. Angesichts der laufenden Budgetdebatte wird allerdings überlegt, den Schwerpunkt auf das Uni-Budget zu legen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
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itavalda
00
26.10.2010, 13:46

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smea_gol
00
23.10.2010, 17:42

nun denn.
die bundesregierung hat den ring freigegeben zum demonstrieren.

studierende, universitätsangehörige, rektoren, menschen mit ein wenig verstand - lehnt euch auf, gegen diese dermaßen ignorante und dumme budgetkonsolidierung auf euren rücken.

frisch aus der therme haben die damen und herren von der bundesregierung noch die chuzpe das zerstören der österreichischen Hochschulbildung wie einen Erfolg zu feiern.

ES REICHT!

Harald Ecke
 
00
22.10.2010, 18:20
Bei aller Sympathie

unibrennt wird mit grünen chaoten gleichgesetzt, darum bitte so lange Zurückhaltung, bis rot-grün in Wien fix.
Wien hat mit der größten EW-Zahl Einfluss auf Bundespolitik. Sollte sich dann nicht bald was ändern in Richtung der Forderungen der Bewegung, ist jede Menge Zeit für medial wirksame Aktionen

ascafirithion
01
22.10.2010, 10:56
Nein danke,

zu solchen Randgruppen, die den Protest gegen die desolaten Zustände an den Unis für ihre eigenen Ziele instumentalisieren wollen.

Das mögen zwar oft hehre Ideale (den Genderschwachsinn mal ausgenommen) sein, aber das hat mit den Unis nichts zu tun. Solche Gruppen sind es, die Gräben schüren und eine Kompromisslösung (ja, so ist das im Leben!) völlig zu nichte machen.

Proteste und Veranstaltungen sind es, welche der Öffentlichkeit bewusst machen, dass bei den Unis etwas falsch läuft. Mit dem Beschmieren und demolieren von Hörsälen macht sich weder bei den Politikern und der Öffentlichkeit, noch bei den Studenten Freunde, die nicht ideologisch verblendet sind.

wuzi1970
 
02
22.10.2010, 07:06

Wenn die Protestbewegung ernsthaft etwas erreichen will hoffe ich dass sich die neuen Forderungen diesmal auf Universitätsbelange konzentrieren. Der alte Forderungskatalog strotzte von weltverbesserischen und ideologiegeprägten Forderungen die der Politik, selbst wenn sie gewollt hätte, keine Chance gegeben haben die Bewegung ernst zu nehmen.

Auch hoffe ich dass nicht wieder auf eine sogenannte Basisdemokratie gepocht wird und mit dieser Ausrede nicht wieder von vornherein jegliche Verhandlungen unmöglich gemacht werden.

Hier Kommentare von mir aus dem Vorjahr:
http://www.wuzi.at/?p=16445

Und noch Links aus der Zeit als ich dachte diese Bewegung könnte etwas erreichen:
http://www.wuzi.at/?p=12727
http://www.wuzi.at/?p=12747

Protagoras v. Abdera
11
22.10.2010, 13:24
Gehört es zu den Universitätsbelangen, darüber zu diskutiern woher das Geld für die Finanzierung kommt (z.B. aus neuen Steuern)?

Oder ist das ein Weltverbesserungsthema? Oder ist beides in Wirklichkeit nicht voneninander zu trennen, weil auch Universitäten Teil gesellschaftlicher Verhältnisse sind?

wuzi1970
 
01
22.10.2010, 17:44

Ganz genau, es darf nicht zu den Themen der Protestbewegung gehören woher das Geld kommen soll. Das ist Sache der Politik.
Die Protestbewegung muss ihre Forderungen an die Regierung stellen (mehr Geld, Änderungen in den Universitätsgesetzen) und dort mitarbeiten wo es um Belange geht die die Universitäten selbst ändern können. Aber woher der Staat die Mittel nehmen soll, ob aus neuen Steuern oder Einsparungen, hat die Regierung und das Parlament zu entscheiden.

Stiflers Mum
00
22.10.2010, 01:02
was pringt Das geblänkel

die ganze schose nur wegen ein baar euros mehr? wieso? wenn Tie bolitik keine grundsätzliche änderung der pildungsbolitik vornimmt, ändert sich im Endeffekt nix und es kommen solche eXtrawürste wie "Zweckgebundene" studienbeidräge raus

Rre
62
21.10.2010, 16:54
NEIN zur Instrumentalisierung der Proteste durch die Rektoren!

Die demonstrative Ignoranz bei der Vollversammlung der Wiener Universität zeigte eindrucksvoll, wie sich die Rektoren den angeblichen "Schulterschluss" vorstellen!

affdsewrq
24
21.10.2010, 21:31

die Vollversammlung hat das Ziel, Gemeinsamkeiten zwischen Rektoren und Studenten hervorzuheben.

Daher halte ich einen gemeinsamen Protest für zielführend, damit die Regierung mehr für die Bildung investiert. Da waren die Eurofighter 3x so teuer.

Protagoras v. Abdera
10
22.10.2010, 13:29
Der Rektor an der Uni Wien hält nur mehr über die Polizei Kontakt zu den Studierenden seiner Universität

Das ist ein Beleg für die technokratische Gleichgültigkeit, mit der das Rektorat den Studierendenprotesten gegenübersteht. Es hat schon früher Hörsaalbesetzungen gegeben. Damals wären Rektoren (die noch Wissenschaftler und nicht in erster Linie Manager waren) nie auf die Idee gekommen, die Polizei auf die eigenen Studierenden zu hetzen, nicht einmal im Jahr 1968. Das aktuelle Rektorat ist -nach der NS-Zeit- der Tiefpunkt der inneruniversitären Demokratie.

Punkcow
21
21.10.2010, 21:51

Bei Bildungsinvestitionen ist es aber nicht ganz so einfach, in die eigene Tasche zu wirtschaften, von Schmiergeldern ganz zu schweigen - auch wenn die Volks(verräter)parteien sich nach Kräften mühen, Ihre Klientel auf alle Uni-Posten zu hieven.

MondXicht
012
21.10.2010, 16:14

An DEN Forderungskatalog kann ich mich noch gut erinnern. Leute, wenn die Uni brennt wird's aber nix mehr mit studieren. Ich hab nix gegen "Antirassismus" und Hilfe für die 3. Welt, aber wenn's um die Uni geht würd ich gern Diskussionen über die Uni hören.

ilse schmidt
112
21.10.2010, 19:27
Wieso?

Warum haben Sie denn etwas dagegen ein topaktuelles Bildungsdefizit wie den "Anti-Rassismus" mit in einen Forderungskatalog zu nehmen? Das hat doch in Wahrheit nur präambel-charakter, bzw. dienst als Grundlage dafür - wenn man diesen Begriff sehr weit auffasst - auch die diskriminierenden Gebühren für ausländische Studierende abzuschaffen und so dieser "Zweiklassen"mentalität à la "Österreich zuerst" (Sie wissen ja von wem das stammt und wer heute der Nutznieser davon ist) einzustellen. Obwohl ich auch der Meinung bin, dass solche Forderungen immer entlang der Universitätsdebatte geführt werden sollten, sprich: Wie findet Diskriminierung an den Universitäten statt, und welche Aufgabe haben Universitäten diese zu beenden.

Mike 23
03
22.10.2010, 08:03
Wieso?

Weil jeder letztes Jahr mitverfolgen konnte, was dann aus einer dynamischen Protestbewegung wird.

Man sollte aus den bitteren Erfahrungen des vorigen Jahres lernen, wo zuletzt der Protest an sich - und nicht das Erreichen von Zielen - schon als Erfolg gewertet werden mußte, um nicht ganz das Gesicht zu verlieren.

Wenn man der Sache dienlich sein will, dann konzentriert man sich auf Uni-spezifische Forderungen.
Wenn man gerne mal Stunk machen möchte, hat man sein Ziel ohnehin schon erreicht.
Michael

es sei bemerkt
64
21.10.2010, 16:21

der erste satz ihres postings wird durch die nachfolgenden 2,5 zeilen widerlegt.

byron sully
00
21.10.2010, 15:35
ich frag mich,

wieso immer der 22.oktober als anfangspunkt der bewegung genannt wird. der startschuß war doch die besetzung der akademie am 20.oktober - aber die haben alle irgendwie bereits vergessen und tun heute so, als wäre nur das audimax besetzt gewesen...

NoPod
00
22.10.2010, 01:25

Der Sternmarsch mit anschließender AM Besetzung war ja eh am 19ten und am 20ten gabs ein Plenum in der Akademie. Also das Treffen von dem hier berichtet wird.
Ehre genug für die Bildende? ;)

byron sully
00
22.10.2010, 01:28

ich rede bitte von 2009 und nicht von 2010.

NoPod
00
22.10.2010, 03:31

Es ging doch um die Würdigung des Datums, wenn ich recht verstanden habe. Voriges Jahr Wulffen arrogant in der Aula, heuer Plenum....
http://www.youtube.com/watch?v=5UHpLvG0J6E

byron sully
00
22.10.2010, 12:56

ich bin ein bißchen ein datumsfetischist, deswegen diese pedanterie von mir ;-)

Sepp Unterwurmbacher
00
21.10.2010, 21:57
22. audimax geburtstag

ich seh den 22. eh mehr als audimax geburtstag, denn als beginn der bewegung. auf den hab ich gestern schon angestoßen!
Bonne anniversaire!

bionic
12
21.10.2010, 15:21
1 Jahr "Uni brennt"

Aber geaendert hat sich nichts! Absolut nichts! Die Unis sind immer noch am Sand. Es gibt immer noch zu viele Studenten in Massenfaechern. Die Akademikerquote hat sich auch nicht verbessert. Die Studenten marschieren immer noch und laufen gegen Zugangsbeschraenkungen, sowie Studiengebuehren sturm. Aja und die oesterreichischen Unis konnten sich in internationalen Rankings noch mehr verschlechtern! *juhu*

ilse schmidt
40
21.10.2010, 19:38
Es hat sich sehr viel geändert: Der Protest hat endlich eine relevante Tragweite erreicht, die

Rektoren stellen nun aktiv Forderungen an die Politik, und zwar nicht mehr an die SöldnerInnen (ehem. und aktuelle WissenschaftsminsterInnen) sondern an die Regierungsspitze. Zwar ist das an sich noch kein Erfolg - wie die Aussagen von Herrn Pröll gestern wieder bewiesen haben - allerdings hat an diesen Schulterschluß vor drei Monaten niemand mehr geglaubt! Die erste Hürde ist also geschafft, Winkler und co haben offensichtlich erkannt, dass es keinen Sinn mach, die Studierendenproteste auf ihr kleinstes gemeinsames, schubladisierbares und bürokratisierbares Vielfaches zu zermürben, sondern haben sehr spät begriffen, dass es in die andere Richtung gehen muss. Jetzt stimmt die Stoßrichtung und das ist eine Schlacht die gewonnen wurde.

Dietmar Bauer_v2
02
21.10.2010, 18:09
Akademikerquote.

Italien hat es geschafft zwischen 2000 und 2006 seine Akademikerquote von 19 auf 39% zu steigern. Mehr braucht man über die Relevanz dieser Quote nicht zu wissen.

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