Linz: Theaterstar Karl M. Sibelius kündigte

21. Oktober 2010, 12:11
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Schauspieler und Regisseur, derzeit karenziert, hätte Musical-Abteilung des Landestheaters leiten wollen

Linz - Ein Star des Linzer Landestheaters, der Schauspieler und Regisseur Karl M. Sibelius, hat gekündigt, weil er nicht mit der Leitung der Musical-Abteilung im neuen Musiktheater betraut wird und keine künstlerischen Perspektiven mehr sieht, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten". Intendant Rainer Mennicken hoffte in einer Stellungnahme, dass Sibelius noch nicht endgültig verloren ist.

Vor knapp zwei Jahren habe ihm Mennicken die Leitung der geplanten Musical-Abteilung angeboten und sich dann für den Deutschen Matthias Davids entschieden, argumentierte Sibelius. Mennicken habe die Sparte Musical jemandem übertragen, an den er sich als Intendant anlehnen könne, mit dem es keine Reibung gebe.

Derzeit ist Sibelius wegen seines zweiten Kindes karenziert. Danach soll eine einjährige Bildungskarenz folgen, in der er sich an der Züricher Universität zum Theaterleiter (Master of Art Administration) ausbilden lassen will. In eineinhalb Jahren werde er trotzdem ans Landestheater zurückkehren. Er muss die letzten sechs Monate seines Zwei-Jahres-Vertrages abdienen. Sibelius: "Ich bin mir sicher, dass wir auch dann ein gutes Arbeitsverhältnis haben werden."

Sein Musical-Konzept habe auf der Nutzung von Synergien basiert - angefangen bei den Musikschulen über die Musical-Akademie in Puchenau bei Linz bis zum geplanten Musical-Bachelor-Studium der Bruckner-Uni, wird Sibelius zitiert. Er habe die guten Leute von Opern- und Schauspiel-Ensemble einbinden, außerdem die Besten der Uni und nur im nötigsten Fall Gäste engagieren wollen. Das sei kostengünstiger und viel effektiver, weil man die Ressourcen des Landes nütze. Das Konzept hätte auch Studenten nach Linz gebracht und die Stadt internationaler gemacht, argumentierte er.

Mennicken erklärte demgegenüber, es habe in dem Sinne kein Angebot an Sibelius zur Übernahme der Leitung der Musical-Sparte gegeben, lediglich ein Anklopfen. Er habe ihm gleichzeitig gesagt, dass da noch viele Dinge zu klären wären. Er habe sich aufgrund von verschiedenen Faktoren entschieden, es mit jemand anderem zu machen. Sein Konzept habe Sibelius für sich behalten. Er habe aber das Angebot, seine Tätigkeit sogar zu verlängern. Er sei herzlich eingeladen, in Linz weiter als Schauspieler, als Regisseur, als Projekterfinder und als Promotor für diverse Dinge zu arbeiten. Mennicken: "Ich hoffe, dass er nicht endgültig verloren ist und dass eine Narbe über seinen Wunden wächst". (APA)

 

  • Karl M. Sibelius, hier im Februar 2010 in "Der gute Mensch von Sezuan"
    foto: norbert artner

    Karl M. Sibelius, hier im Februar 2010 in "Der gute Mensch von Sezuan"

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