Kochbuch

Vegetarische Haute Cuisine

Ursula Schersch, 22. November 2010, 19:50
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    cover: bassermann verlag

"Essen muss die Sinne ansprechen, es soll ebenso fantastisch aussehen wie schmecken", ist Köchin Maria Elia überzeugt

Bücher geben einen ersten Eindruck darüber, wer und wie die Person, die sich hinter den Büchern verbirgt, sein könnte. Bei der neuen vegetarischen Küche könnte man sich leicht täuschen. Seit wann ich Vegetarierin bin? Bin ich gar nicht. Und trotzdem macht sich "Die neue vegetarische Küche" gut im Buchregal. Denn längst ist die einst zu "Körnerfutter" degradierte fleischlose Ernährungsweise zur Haute Cuisine aufgestiegen. Maria Elias neu erschienenes Kochbuch ist ein gutes Beispiel dafür. "So gern ich Pilzrisotto oder Tomatensalat mit Mozzarella und Basilikum mag, ist es schon seltsam, dass viele Restaurants für Vegetarier sonst nichts zu bieten haben", bedauert die Kochbuchautorin. Sie habe als Küchenchefin immer darauf geachtet, ansprechende vegetarische Gerichte auf die Speisekarte zu setzen. Viele davon sind im neu erschienenen Buch zu finden.

Reisen als kulinarische Inspiration

Maria Elia wuchs sozusagen in der Küche des Restaurants ihres griechisch-zypriotischen Vaters in London auf. Nach ihrer Ausbildung in den besten Londoner Restaurants begann sie eine Reise um die Welt. Sie war Köchin auf einer Luxusyacht, hat im elBulli und im Arzak in Spanien gekocht, unterrichtete an der "Oriental Cooking School" in Bangkok sowie an der "Authentic Ethnic Cooking School" in London. Die Einflüsse aus aller Welt hat sie in ihren Kochstil integriert. "Heute lasse ich mich nicht mehr durch eine bestimmte Küche oder Kochtradition einengen, sondern gehe vielmehr meinen eigenen Weg. Dabei halte ich mich an eine ganz einfache Regel: Essen muss die Sinne ansprechen, es soll ebenso fantastisch aussehen wie schmecken", betont Elia.

Saisonalität wird dabei in Elias Küche groß geschrieben. Bei vielen Rezepten hat sie bereits Vorschläge für alternative Zutaten beigefügt, um Frisches der jeweiligen Jahreszeit in den Kochtopf zu bringen. Rezeptsammlungen zu den Themen Erbsen, Rote Rüben und Kaffee zeigen, dass die genannten Zutaten auch außerhalb der ihnen zugeordneten Schubladen glänzen können - wie Pilaw aus Rote-Rüben-Blugur, pochierte Kaffee-Birnen oder Erbsengelee.

Kocherfahrung erwünscht

Die Rezepte in "Die neue vegetarische Küche" richten sich an ein Publikum, das bereits Kocherfahrung mitbringt. Die Zutaten für die sehr international angehauchte Küche sind oft schwer erhältlich und die Zubereitung einiger Gerichte eine Herausforderung. Das Ergebnis ist aber jede Mühe wert: originell, vielseitig und immer mit dem Ziel, Geschmack, Farbe und Textur perfekt zu verbinden - so entstehen kleine vegetarische Meisterwerke.

Worauf Elia verzichtet, sind strikte Regeln. So ermutigt sie Kochende, sowohl Zutaten als auch Zubereitung abzuwandeln, wie es gefällt. "Alles lässt sich abwandeln; manchmal entstehen die besten Ergebnisse durch Improvisation. Die vorliegenden Rezepte sieht sie deshalb als "Bausteine" an, aus denen sich Experimentierfreudige selbst eine Sammlung an Lieblingsgerichten basteln können. (derStandard.at, 22.11.2010)


Die Autorin Maria Elia ist heute die Küchenchefin des "Whitechapel Gallery Dining Room" in London. Sie ist regelmäßig in englischen Kochsendungen zu sehen, schreibt für Food-Magazine und wurde von der Zeitschrift "Independent" als eins der vielversprechendsten weiblichen Kochtalente eingestuft.


Die neue vegetarische Küche
Maria Elia
Bassermann Verlag
176 Seiten, 72 Farbfotos
13,40 Euro
ISBN: 978-3-8094-8018-1


Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 37
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currypowder
00
10.1.2011, 21:07

Tolles buch mit genialen Rezepten.
Rote Rüben mit Linsen und Büffelmoz und der IngwerVinaigrette war traumhaft.
Das beste kreativste veg. Kochbuch das ich bis jetzt in den Händen hatte.

Karima Zehra
00
2.12.2010, 10:06

Danke für die interessante Kochbuchempfehlung! :)

iron man1
00
27.11.2010, 21:01

Das beste Buch was mir untergekommen ist, ist Cornucopia.

Das dazugehoerige Lokal befindet sich in Dublin und meiner Meinung nach das beste Lokal wo ich jemals Vegan/Vegetarisch/Roh gegessen habe.

roßmann
00
25.11.2010, 10:20

ich hätte gern ein Buch wie die 'Gute Küche' von Plachutta/Wagner auf vegetarisch - hat da jemand einen Tipp? einfache, gute Gerichte mit realistischen Zutaten...

Coco84
00
22.12.2010, 19:16

dazu meine Empfehlung: Biolek und Witzigmann. Unser Kochbuch. Alternativen zu Fisch und Fleisch.

chilli p.
00
6.12.2010, 11:52
ich weiss nicht, wie's mit ihrem englisch aussieht -

aber wenn sie das halbwegs beherrschen kann ich ihnen die kochbücher von isa chandra moskowitz und terry hope romero empfehlen (vegan cupcakes, veganomicon, vegan with a vengeance).

die rezepte sind sehr phantasievoll voller vorschläge für neue zutaten und so angelegt, dass man sie mit ein wenig küchen-abenteuerlust leicht nachkochen kann.

so gibt es zb heute abend für meine gäste canapees mit linsen-maronen-paté, pastinaken-cremesuppe, filo-pastete mit buchweizenfülle und pikanter senfsauce, dazu kohlgemüse mit chilli und als nachtisch in tee (!) pochierte birnen mit schokosauce.

Heiße Luft
00
24.11.2010, 22:55

*gg* Beim schnellen drüberlesen der Überschrift, las ich: "Vegitarier haute Cousin".

roterbruder1
40
24.11.2010, 16:26

fleisch ist mein gemüse!

Harti01
00
24.11.2010, 09:03
Wenn ich Erbsengelee höre ist es schon vorbei,

es muss nicht alles püriert, zu Geleematten, Duftinhalationen oder dergl. dekonstruiert werden.

Wer glaubt, das ist ein Fortschritt hat in der Küche nichts verloren.

PS. Gelee ist vermutlich nicht vegetarisch !

chrilly donninger1
00
24.11.2010, 12:49
Laut den Amazon-Rezensionen

Gehts im Buch um:
Kalte Tomaten-Pfirsich-Suppe
Blutorangen-Rosmarin-Sorbet
Risotto mit Radicchio und Erdbeeren
...

Man muss halt zwanghaft originell sein. Ich war unlängst in einem Haubenlokal. Ravioli mit Rote-Rüben gefüllt. Schaut ja nett aus wenn man hineinsticht. Aber ich hab mich eigentlich auf Rote-Rüben mit Kren gefreut. In den 3 Ravioli waren 9 Rote-Rüben Fuzzerl drin.
Wahrscheinlich war mein Fehler, dass ich Essen erwartet habe. Stattdessen ist es wohl mehr ein Museumsbesuch wo man die Kreativität des Meisters bewundert.

Tintifaxine
00
24.11.2010, 09:54
Gelee

Z.b. Agar Agar, das wie Gelatine zu verwenden, aber vegan ist. Und man merkt keinen Unterschied!

janeinvielleicht
00
25.11.2010, 09:55

pektin?

chrilly donninger1
30
24.11.2010, 12:53
Agar Agar

ist aber auch um nix gesünder als Gelatine. Z.B. hat es einen horrenden Harnsäuregehalt.

Tintifaxine
00
24.11.2010, 22:28

Hatte ich auch nicht behauptet.

Nur, dass es auch vegane / vegetarische Möglichkeiten gibt, zu Gelee zu kommen.

Elisabeth1201
04
23.11.2010, 23:46
Vegetarisches Kochbuch

Vegetarisch kochen ist ganz einfach, man lasse Fleisch + Fisch + Wurst weg und konzentriere die Mühe, die man sonst auf die "Hauptsache" verwendet, auf die "Beilagen". Davon ein bissl mehr, alles g'schmackig zubereitet (z.b. eben keine totgekochten Gemüseplatten aus der Dose oder Fertigfrass) - und fertig! Ist auch noch billiger, gesünder UND tierschonend, vom Klimabonus ganz zu schweigen - darum geht's den meisten Vegetariern nämlich, den Veganern erst recht. Und warum nicht mit Tofu, Seitan, Miso usw. kombinieren? Ausprobieren, es gibt gottseidank schon eine Riesenauswahl. Aber, wie gesagt, "Beilagen mit Hauptspeischarakter" und voilà!

jumpingjack flash
00
24.11.2010, 10:37

und werfe die heimische küche über board. ob das in radikaler ausführung wirklich so gut ist weiss ich nicht. m.m nach liegt der schlüssel nicht im radikalen "jedes futzerl fleísch, jedes stückerl speck usw" zu verteufeln, sondern bei nahezu gleichem geschmack einfach weniger fleisch und mehr beilagen zu essen. ein löffel schmalz, eine halber liter rindssuppe und man kann gemüse für mehrere tage kochen.

Harti01
00
24.11.2010, 08:58
Wenns so einfach wäre....

die Kochlegenden dieser Erde haben bisher ihre ganze Energie auf die Verfeinerung von Fleisch aufgewendet, das heißt, dass die letzten Geheimnisse der vegetarischen Küche noch nicht ganz ausgereift sind.
Ich spreche hier nicht von Küche des Alltags sondern die feinen Sachen.

chrilly donninger1
00
24.11.2010, 07:46
Wie man halt früher

als man sich täglich Fleisch nicht leisten konnte gekocht hat. Das Schweinsschmalz muss man allerdings durch pflanzliche Öle ersetzen.

chrilly donninger1
00
23.11.2010, 20:15
Soweit ich bei Amazon

gesehen habe ist es eines der neuen chicen Kochbücher die mehr zum Anschauen als zum Kochen geeignet sind.
Ich habe eine ziemliche Kochbuchsammlung. Aber kochen tu ich eigentlich nur nach einem:
Meindl-Dietrich-Lechner: Kochbuch für ländliche Haushalte.
Keine chicen Bildln, keine unnötige Erklärungen wie man Zwiebeln schneidet, dafür Hunderte brauchbare Rezepte. Auch viel Fleischloses.

Takis
00
23.11.2010, 23:50

Ach, nach Rezept kochen ist irgendwo langweilig. Ich finde es spannender ein Kochbuch nur als Ideenfundgrube zu benutzen und anschließend einfach drauf los zu kochen. Ganz ohne Rezept, Waage und Zutatenliste.
Dafür reicht es meistens aus, wenn man ein ansprechendes Bild einer Speise hat und den Namen dieser.

chrilly donninger1
00
24.11.2010, 07:44
Die Meinl

ist eh noch so ein Kochbuch. Da steht drinnen, man nehme .... und mache .... daraus. Und nicht wie in neueren Kochbüchern: 1) Man nehme das Messer in die rechte Hand, die Zwiebel in die linke .... Die Meinl geht noch davon aus, dass man kochen kann.

Ich steh aber mehr auf die Zutatenliste als auf ein Bildl.
Meistens werden die Zutaten nach Stimmung und vor alle was daheim ist bzw. weiter gehört geändert. Aber es ist - bei neuen Sachen - doch nützlich wenn man weis was hineingehört.
Z.B. muss man in Eingebrannte Erdäpfel ein Lorbeerblatt beigeben. Man kann selber darauf kommen. Es erleichtert aber doch das Kochleben wenn es dabeisteht.

A Voice
00
24.11.2010, 22:51
Die Schwierigkeit ist halt

daß es uU Leute gibt, die sagen, "geh bitte, den Quatsch mit dem Lorbeerblatt brauchens aber nicht in ein Kochbuch schreiben. Wer kochen kann, der weiß doch solche Banalitäten!" haben es aber dafür nicht so mit Soufflès (Hausnummer).

Takis
00
24.11.2010, 11:47

Aja, dann habe ich das falsch verstanden. Das Kochbuch haben wir möglicherweise sogar.

chrilly donninger1
00
23.11.2010, 20:01
Alte Kochbücher ausgraben.

In meiner Kindheit gab es nur am Sonntag Fleisch. Mehr konnte man sich nicht leisten. Insofern müsste es einen Haufen alter vegetarischer Rezepte geben. Vor allem wenn man einfach nur weniger Fleisch essen will und kein strenger Vegetarier ist. Da können dann auch nicht-vegetarische Zutaten dabei sein.
Ein typisches Waldviertler Gericht sind z.B. Mohnnudeln. Die hat man früher täglich gegessen und sie galten als Arme-Leute Essen. Nun ist es eine Spezialität.

Anton J. Helmreich
174
23.11.2010, 14:18

"Essen muss die Sinne ansprechen, es soll ebenso fantastisch aussehen wie schmecken", ist Köchin Maria Elia überzeugt

genau deswegen soll das zentrum ein wunderschönes stück FLEISCH sein

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