Findet sich für Rücken- und Kopfschmerzen keine körperliche Ursache, kann ein Burnout dahinter stecken
Enns/Steyr - "Wir erleben in der Praxis oft, dass Menschen mit einem Burnout auch körperliche Beschwerden, insbesondere Schmerzen haben", erzählt Michael Bach (Abteilung fr Psychiatrie, Schwerpunktkrankenhaus Steyr und Zentrum fr Innere Medizin und Psychosomatik Enns) anläßlich der 10. österreichischen Schmerzwochen der österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG).
Burnout ist eine Erkrankung, die immer häufiger wird. So erleben 20 Prozent aller Erwachsenen Burnout-ähnliche Phasen und 27 Prozent der Arbeitnehmer stehen unter ungesundem Stress. Schon 46 Prozent aller Krankenstandstage haben psychische Gründe, sagt Bach. Die durch Burnout bedingten Krankenstände in Österreich verursachen jährlich einen Schaden von 2,4 Milliarden Euro.
Keine körperliche Ursache
Findet sich bei hartnäckigen Rücken- oder Kopfschmerzen keine körperliche Ursache wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, sollte an das Vorliegen einer Burnout-Symptomatik gedacht werden, empfiehlt Bach. Ob tatsächlich ein Burnout vorliegt, können Arbeitsmediziner, Hausarzt oder auch Psychologen und Psychotherapeuten anhand einfacher Tests feststellen. Bach: Die Heilungschancen fr Patienten mit Burnout sind sehr gut: 90 Prozent der Betroffenen können nach einer Therapie vollständig regeneriert und schmerzfrei wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
Burnout ist ein dauerhaft negativer, arbeitsbezogener Seelenzustand, der sich durch emotionale Erschöpfung, Entfremdung und reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit äußert. Ein Burnout entwickelt sich langsam und oft unbemerkt. (red)