Bolivien erhält Zugang zum Meer

21. Oktober 2010, 15:25
  •  Perus Präsident Alan Garcia mit seinem Amtskollegen Evo Morales am Strand von "Mar  Bolivia"
    vergrößern 500x333
    foto: epa/paco chuquiure

    Perus Präsident Alan Garcia mit seinem Amtskollegen Evo Morales am Strand von "Mar  Bolivia"

Peru stellt Grundstück an der Pazifikküste zur Verfügung

Ilo - Bolivien erhält an der peruanischen Küste einen vereinfachten Zugang zum Pazifischen Ozean. Die Präsidenten von Peru, Alan Garcia, und Bolivien, Evo Morales, unterzeichneten am Dienstag in der südperuanischen Hafenstadt Ilo einen Vertrag über die Verpachtung eines peruanischen Küstenabschnitts an Bolivien.

Sie erneuern damit ein 1992 geschlossenes Abkommen, das den Bolivianern für 99 Jahre die Nutzung eines fünf Kilometer langen Abschnitts zur Abwicklung ihrer Importe und Exporte zugestand. Der Vertrag wurde jedoch nie umgesetzt, da in dem 160 Hektar großen Abschnitt keine Hafeninfrastruktur existierte und den beiden Ländern der Willen zu ihrer Errichtung fehlte.


Größere Kartenansicht

Die nun nahe Ilo 1.250 Kilometer südlich der Hauptstadt Lima geplante Freihandelszone, Mar  Bolivia genannt, sieht neben einer Hafenanlage auch einen Strand zur touristischen Nutzung vor. Außerdem soll eine Schule errichtet werden, an der die bolivianische Marine Offiziere ausbilden wird. 

Bisher nutzte Bolivien chilenische Häfen. Das Andenland Bolivien musste am Ende des Salpeterkriegs gegen Chile (1879-1883) 400 Kilometer Küste an Chile abtreten und besitzt seitdem keinen eigenen Meerzugang mehr. (APA)

Share if you care
14 Postings

dieser sozialist bringt ja womöglich noch wirtschaftlichen fortschritt!

nein! doch! ohhh!

Wirtschaftlicher Fortschritt

und Sozialismus schließen sich diametral aus.
Siehe Kuba und Venezuela.

Wenn überhaupt predigt er Sozialismus und versündigt sich sehr mit marktwirtschaftlichen Maßnahmen ;)

Na ja, es muss ja nicht immer ein Sozialismus a la Kuba sein.

Jeder, der sich näher mit dem Land beschäftigt sieht, das dort gerade eine weitere Alternative entsteht zwischen Ausnutztung und reiner Verstaatlichung. eine Nachricht von heute als Beispiel:
http://www.la-razon.com/version.p... ionId=2322

Oder, um die staatliche Nachrichtenagentur zu zitieren: "Bolivia ratifica que sólo quiere socios para la industrialización del litio y no para explotar materia prima"

Heißt dann Staatssozialismus!

Wird Peru nicht von den faschistischen Konservative regiert

Muss wohl ein imperialistischer Trick sein...

Von einem Kleptokraten,

der auf der Flucht wegen Korruptionsvorwürfen war und wieder kandidierte, nachdem die Anklagen verjährten.

Info:

Bolivien unterhält eine Marine, um damit hauptsächlich seinen Anspruch auf die Pazifikküste zu betonen.

Ich wage zu behaupten, dass binnen Kürze der kleine Küstenabschnitt zum bestverteidigten Hafen ganz Südamerikas ausgebaut wird. Rein aus Prinzip.

Irgendwie lustig, das Bolivien gerade von Peru Land bekommt.

Nach dem Salpeterkrieg verloren ja sowohl Bolivien als auch Peru Land an Chile. In den Verträgen ist aber auch festgelegt, das Chile für Bolivien eine Freihandelszone und einen Korridor zum Meer errichtn muss. Dies wollte Chile an der Nordgrenze (im ehemaligen Peru) umsetzen. Ehemaliges peruanisches Land darf aber nicht ohne Zustimmung von Peru an andere Länder verkauft werden, und diese Zutimmung hat Peru bislang verweigert. Merkwürdig also, das grade sie ein Stück Land an Bolivien abtreten.

ich versteh ja, dass sie einen hafen für import und export wollen

aber wozu braucht ein binnenland eine marine? schliesst das abkommen nicht die verteidigung des küstenabschnitts durch peru ein?

wozu braucht ein binnenland eine marine?

'
Wenn Sie die Stimmung in der bolivianischen Presse in den letzten Monaten zu dem Thema mitverfolgt haben, konnten Sie den Eindruck bekommen, das wäre sogar das Hauptargument.

Paßt recht gut zum typischen Extrem-Nationalchauvinismus der Latinos...

die amazonaszufluss- und titicacaseemarine

verfügt immerhin über 173 Wasserfahrzeuge (ok, da sind schon die Schlauchboote mitgezählt)!

Naiv dachte ich Marine hat etwas mit Meer zu tun.

Wenn ich mich recht erinnere hat sich Österreich bis vor ein paar Jahren auch eine Marine geleistet. Jetzt liegen die Krigsschiffe unter der Reichsbrücke vor Anker.

Die zwei Boote sind auf der Donau herum gefahren. Haben im kalten Krieg Handelsschiffe kontrolliert.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.