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Der Krieg in Afghanistan ist am 7. Oktober in sein zehntes Jahr gegangen. In dieser Zeit relativierten sich viele der Ambitionen des Bündnisses, das am Hindukusch auch für die Freiheit Europas kämpft, wie es 2001 hieß. Nichts könnte das besser belegen als die beiden jüngsten Meldungen aus der Region: Bei den Parlamentswahlen wurde massiv manipuliert. Und die Nato lässt neuerdings Taliban-Führer mit Flugzeugen der Allianz zu Friedensgesprächen nach Kabul einfliegen.
Von Friede, Freiheit und Demokratie für ganz Afghanistan, von einem Ende der Barbareien der Taliban ist schon lange keine Rede mehr. Solche Naivitäten taugen inzwischen nicht einmal mehr für PR-Strategien. Heute wird auf dem zerklüfteten "Friedhof der Imperien" Realpolitik gemacht. Und das ist gut so, weil es wohl der einzige Weg ist, so etwas wie "Erfolg" in Afghanistan zu erreichen.
Dass die Wahlen eine Farce waren, ist klar. Dass Präsident Hamid Karsai und seine Entourage - vornehm ausgedrückt - keine idealen Staatenlenker sind, ebenso. Über die Einstellungen der Taliban gibt es nicht Neues zu sagen. Bloß: Das ist das, was in Afghanistan derzeit zu haben ist. Daraus müssen die USA und ihre Verbündeten so etwas wie relative Stabilität zimmern. Das ist die letzte verbliebene Option für diejenigen, die wie Barack Obama eine Exit-Strategie haben wollen. Wer in Afghanistan mehr will, für den werden auch weitere zehn Jahre nicht reichen. (Christoph Prantner/DER STANDARD, Printausgabe, 21.10.2010)
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