Mirko Kovats' Misch­konzern A-Tec insolvent

20. Oktober 2010, 21:56

Unternehmenschef versucht zu retten, was zu retten ist

Die A-Tec des "Sanierers" Mirko Kovats schlittert in die Insolvenz. Allein die nun betroffene Holding hat Verbindlichkeiten von 350 Millionen Euro. Anlegerschützer Rasinger fordert Kovats' Abgang.

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Wien - Vom Sanierer zum Pleitier: Mirko Kovats, der aus angeschlagenen Betrieben wie Emco, ATBund Austrian Energy die A-Tec Industries mit rund 12.000 Mitarbeitern weltweit formte, steht vor einem Scherbenhaufen. Die börsennotierte Konzern-Holding musste am Dienstag Insolvenz anmelden, nachdem die Banken wegen Problemen bei australischen Kraftwerksbauten eine Kreditlinie von knapp 800 Mio. Euro nicht verlängert hatten und in Folge auch die Emission einer dringend benötigten Anleihe geplatzt war.

Nun versucht Kovats mit einem Aderlass der Gläubiger im Rahmen eines Sanierungsverfahrens zu retten, was zu retten ist. Der Konzernchef gab sich Dienstagabend vor der Presse überzeugt, dass die Fortführung ohne Abverkauf von Sparten gelingen und er am Ruder bleiben werde. Die Insolvenz bleibe auf die Holding mit Verbindlichkeiten von 350 Mio. Euro und ebenso hohen Bürgschaften beschränkt. Ob das Unterfangen aufgeht, ist fraglich, jedenfalls gibt es bereits Zweifel."Eine Lösung kann es nur ohne Herrn Kovats geben" , meint jedenfalls Anlegervertreter Wilhelm Rasinger zum Standard.

Auch Analysten geben zu bedenken, dass die akuten Probleme im Kraftwerksbau des Teilkonzerns Austrian Energy & Environment (AE&E) andere Bereiche erfassen könnten. Insgesamt weist die Gruppe 2,2 Mrd. Euro an Schulden aus. Kovats betont, dass es keine wechselseitigen Probleme gebe und die Rettung mit der Sanierung der AE&Egelingen müsse. Sie hat in "Down Under" bis zu 130 Mio. Euro in den Sand gesetzt, nachdem ein Auftrag von einer staatlichen chinesischen Stahlgesellschaft storniert worden war und sich ein zweitesProjekt infolge höherer Sicherheitsauflagen massiv verteuert hatte.

Von den Gläubigern werden in erster Linie die Anleiheninhaber der A-Tec betroffen sein, weil die Papiere von der insolventen Holding ausgegeben wurden. Rein rechtlich muss die Gesellschaft nach der neuen Insolvenzordnung mindestens eine Quote von 30 in zwei Jahren erbringen. Zudem hofft Kovats auf Beiträge der Banken. Zu den Financiers sollen fast alle großen österreichischen Banken, insbesondere die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, zählen. Auch die Deutsche Bank gilt als wichtiger Partner.

Die Kovats-Gruppe gilt seit Jahren als schwach finanziert und lebte von hohen Firmenwerten, wie Rasinger erläutert. Kovats habe die zwei Großbaustellen - den Motorenhersteller ATB und die AE & E - nie wirklich in den Griff bekommen. Bei der Energiesparte hätten die im Anlagenbau üblichen hohen Anzahlungen und die gute Auftragslage vor der Krise die Mängel überdeckt. Besser sieht die Lage bei den im Kupferbereich tätigen Montanwerken Brixlegg sowie bei den Werkzeugmaschinen (u.a. Emco) aus.

Kovats, der sich zuletzt auch als Buchautor versuchte (Die Sowjets hatten Recht), hat bereits Erfahrung mit Pleiten, strauchelte er doch schon vor Jahrzehnten mit dem Betrieb von Diskotheken. Umstritten war dann auch die rasante Expansion. Auf heftige Kritik gestoßen war bereits beim Börsengang im November 2006, dass A-Tec mit Kovats' Privatstiftung M.U.S.T Geschäfte machen musste. A-Tec zahlte damals für 75 Prozent an Emco 70 Mio. Euro an die Stiftung. Ob der Zwei-Drittel-Eigner jetzt Geld nachschießen wird, ließ Kovats am Dienstag offen. Jedenfalls wird es bei AE&E mit 5000 Mitarbeitern - je 300 in Graz und Wien - zu Einschnitten kommen. Die Gläubiger sollen bis Jahresende über das Schicksal der A-Tec entscheiden. (as/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.10.2010)

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fahrlässige Krida?

Man hat halt Kovats schon länger mit
gemischten Gefühlen zugeschaut,
ohne dass man sagen konnte ob er
wirklich eine nachhaltige Wirtschaft
aufbauen kann.

Ein Konzern muss natürlich
Profit machen um zu wachsen und zu
überleben, aber blinde Gier hat schon
in vielen Firmen zu Fehlentscheidungen
geführt. In den Interviews die man von Kovats
gehört hat, hatte man einen gewissen Eindruck,
dass ihn letzlich nur der Nettogewinn
interessiert und er andere qualitative
Informationen als eher nebensächlich abtut.

Das Unternehmer-Bashing, das hier teilweise praktiziert

wird, halte ich für unangebracht.

Kriminelle und Asoziale wie Herrn Kovats gibt es auch unter Unselbständigen.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Ich seh hier kein Unternehmerbashing (auch nicht wenn ich runterscrolle keine Ahnung wo sie das her haben) sondern nur ein Kovacs-Bashing und das hat er sich mit seinen Aktionen, seiner Einstellung und seiner Arroganz wohl ganz und gar selbst zuzuschreiben

Dann steckt erstens Ihr Scrollbar und zweitens müssen Sie

eine so große Schrift eingestellt haben, dass Sie nur wenige Zeilen am Bildschirm haben, denn eigentlich muss man gar nicht scrollen.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Nach so vielen Post weis der blödeste schon das KH unschuldig ist. Was hat das übrigends mit Herrn K. zu tun.

Also, ich weiß noch immer nicht, dass KHG unschuldig ist,

sondern lediglich, dass für ihn die Unschuldsvermutung gilt, bzw. aus rechtlichen Gründen gelten muß.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Haben Sie noch nie seine Radonweiße Wäsche gesehen? ;-)

Nichts.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die

Der Karl Heinzi war aber schon immer mehr Unternehmer wie Unselbständiger

Siehe Firmenbuch! Also bitte

P.S.: Wieder einer der nicht weiß dass Spekulanten und Banken ein und das selbe sind

Es wird nicht richtiger nur wenn man öfter postet. Artikel lesen (in dem Erklärt wird das hier nicht Banken die Hauptgläubiger sind) statt unsinn posten. Dass sie mit Ihrem Niveau und Ausdruck allerdings ein Problem mit Banken haben wundert mich nicht.

Der Unsinn ,von dem Sie selbst sprechen,

steht nur in Ihrem Post. Ich kann dem Post von "Ich rauch auch" nicht entnehmen, dass dort stünde, dass die Banken die Hauptgläubiger wären. Aus dem Artikel geht übrigens auch nicht wie Sie behaupten hervor, dass nicht Banken die Hauptgläubiger wären. Wer die hauptbetroffenen Anleihenbesitzer sind bleibt offen.

Artikel und Posts lesen und verstehen hilft, bevor man auf sie antwortet.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Naja - die Forderungen von Anleiheninhabern sind so nachrangig, dass man die gar nicht wirklich rechnen kann. ;-)

Wieder einer der die Posts, auf die er antwortet nicht liest.

Oder können Sie zumindest nachträglich einen Zusammenhang zwischen dem, was Sie schreiben und ich geschrieben haben, herstellen?

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Der Amerikanische Traum im Beamtenstaat

Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist das Niveau der Postings zu diesem Thema erschreckend.

Da ist ein Unternehmer, jemand der Risiko trägt, und keiner, der "einen sicheren Job" will. Und dieser macht Fehler, wächst zu schnell, will zuviel, entscheidet ein- zweimal in wichtigen Fragen falsch und -- patsch -- schon ist`s passiert.

Die weit verbreitete Schadenfreude zeigt mir, wie skeptisch viele ÖsterreicherInnen, selbst LeserInnen des Qualitätsblattes Standard sind, wenn mal wer aufsteht, um seinen Traum zu verwirklichen, anstatt seinen Geist ab 16 Uhr, beginnend mit der Barbara-Karlich Show, abzutöten.

Im Sport werden solche Typen bewundert. Insbesondere dann, wenn sie wieder aufstehen, nachdem sie niedergefallen sind.

Das ist ein Unternehmer, der seine Schäfchen im Trockenen hat und keinen sicheren Job braucht.

Er muss auf seinen privaten Luxus auch dann nicht verzichten, wenn er seine Schulden nicht bezahlt. Er macht pausenlos Fehler, bereichert sich auf Kosten der Ärmsten und patsch, wenn er dann mal in Konkurs geht, trifft es vor allem die die vorher eh schon wenig hatten und daher nicht viel verlieren konnten. Kovats wird auch weiterhin auf ein Leben in unvorstellbarem Luxus nicht verzichten müssen.

Im alten Rom wurden Sportler, die andere beim Zweikampf töten allgemein bewundert. Im 21. Jhdt bewundert eine verschwindende Minderheit Durchgeknallter Typen wie Kovats.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Ja, ich gehöre auch zu den Schadenfrohen

Ceterum Censeo2, ihre Bewunderung für Unternehmer und deren Treiben ist einfach naiv.

Ja, ja die armen Unternehmer

da macht man zweimal pleite und steigt dabei unbeschadet aus und schon ist man das Feindbild #1. Armer, armer Kovats, das Leben ist wirklich ungerecht.

Wenn Kovac Mindestsicherung bekommt

dann hat er Risiko getragen.

Vorher nicht.

Das...

... stimmt in weiten Bereichen. Das Problem bei diesem "Konzern" ist aber, daß alles auf sehr schnell wachsend und fremdfinanziert aufgebaut ist. Per se ein grober Fehler und auch zu verurteilen. Wachstum soll sein, jedoch nicht auf Kosten und Risiko der Gläubiger sondern zum großen Teil aus Eigenmitteln (und wenn diese nur die Kredite besichern).

Wir haben seit 10 Jahren nicht einen Kredit und wachsen trotzdem im Schnitt um 25% pro Jahr. Nicht so schnell wie die Holding des Herrn Kovats, dafür geht es uns aber bestens.

Glauben Sie mir der Herr Kovats lacht Sie aus

wenn Sie behaupten ihm ginge es nicht so gut wie Ihnen. Der Mann muss auf nichts verzichten.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Steht...

... ja nicht da. Seiner Holding geht es augenscheinlich nicht gut.

Steht schon da.

Vielleicht lesen Sie Ihr eigenes Post nochmal.

Sie schreiben von "uns" - also einer Gruppe von Personen, der Sie angehören -, die gut dastehen und stellen dem die A-Tec des Herrn Kovats gegenüber. Das ist wörtlich genommen Unsinn, da die Gegenüberstellung von einer Personengruppe und einer Firma keinen Sinn macht. Daher kann man es nicht wörtlich nehmen und es bleibt der Vergleich zwischen Ihnen als Personen und Herrn Kovats.

Und da ist der Unterschied, dass es Ihnen besser gehe als Kovats eine noch riskantere Spekulation, die selbst Kovats nicht wagen würde, weil die Eintrittswahrscheinlichkeit zu gering ist.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Hmm...

... steht nicht da. Wir, also unsere Firma... haben seit 10 Jahren...

Wenn es eine Gruppe von Personen wäre, würde die Aussage des 25%igen Wachstums eher in Zentimetern gemessen werden :D

Ok, Ihr Problem ist also ein Grammatikalisches.

Wir ist 1. Person PLURAL und steht für eine Personegruppe, der man selbst angehört.
Sie meinten also es ginge Ihrer Firma gut und der Firma Kovatsens nicht. Geschrieben haben Sie allerdings etwas anderes.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Ein Unternehmer, der ein Risiko trägt

Ich lach mich schief.
Das Risiko tragen ausschließlich jene Menschen, die ihren Job verlieren.
Mein lieber Herr, in welchem abgehobenen Paralleluniversum sind denn Sie zu Hause...

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