Einheitliche Pädagogenbildung

20. Oktober 2010, 17:28

Neue "Induktionsphase" mit Mentor für Junglehrer - Ausbildugnsmodell für Pädagogen in drei Phasen

Wien - Bei der Bildungsreform gibt es Übereinstimmung für die neue Lehrerausbildung. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) demonstrierten am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz Einigkeit für die Weichenstellung in Richtung einer gemeinsamen Ausbildung aller Pädagogen. Im März reichte eine Expertenkommission den Endbericht zur "LehrerInnenbildung neu" mit ihren Empfehlungen ein. Diese wurden in den letzten Monaten in mehr als 50 Gesprächsrunden diskutiert, alle Beteiligten und Interessengruppen sollen eingebunden gewesen sein.

Was nun steht, ist die Idee eines Ausbildungsmodells in drei Phasen, das alle Lehrer, Kindergarten- und Sozialpädagogen umfasst.

Aktuell gibt es in Österreich für die verschiedenen Bildungsstätten unterschiedliche Ausbildungen. Das soll sich nun ändern: Die Grundstufe umfasst in der Regel ein Bachelorstudium, das die fachdidaktische und pädagogische Vorbildung gewährleistet. Danach sollen alle Pädagogen in einer Induktionsphase auf den Berufseinstieg vorbereitet werden. Den angehenden Lehrern wird dabei ein erfahrener Kollege als Mentor zur Seite gestellt, das soll die Teamorientierung stärken.

In der dritten Phase stehen lebenslanges Lernen und Weiterbildung im Zentrum. Für bestimmte Funktionen und Aufgaben sind Spezialisierungen über Masterprogramme vorgesehen, die berufsbegleitend absolviert werden.

Um die Eignung und Neigung der angehenden Pädagoginnen und Pädagogen zu überprüfen, sollen diese zukünftig eine entsprechende Prüfung sowie ein Aufnahmeverfahren durchlaufen. Schmied betonte, dass es sich dabei um ein breites, mehrstufiges Verfahren handeln werde, nicht um eine punktuelle Prüfung.

Im November und Dezember werden "Stakeholderkonferenzen" in Linz, Graz, Innsbruck und Wien abgehalten, im Zuge deren die Details der neuen Ausbildung diskutiert werden. Schulpartner, Behörden und Bildungssprecher sind eingeladen, das Zusammenspiel zwischen den Pädagogischen Hochschulen und den Universitäten festzulegen. Die neue Lehrerbildung könnte noch in dieser Legislaturperiode starten.

Wie von der Expertengruppe empfohlen, sollen die Einstiegsgehälter der Lehrer angehoben werden, "auch, um den Beruf für Männer attraktiv zu machen", sagte Schmied. Für diese Reformen braucht es allerdings Geld, worum beide Ressorts in diesen Tagen bei den Budgetgesprächen kämpfen. "Wir verhandeln noch", sagte die Unterrichtsministerin, "ich bin noch nicht zufrieden."

"Opernhafte Zuspitzung"

Am Dienstag gab es zudem ein erneutes Treffen der Arbeitsgruppe Bildung, der beide Ministerinnen und Vertreter der Landeshauptleute angehören. Bei der Diskussion, ob die Schulkompetenzen zur Gänze zum Bund oder zu den Ländern wandern sollen, will Schmied "weg von der opernhaften Zuspitzung". Das sei kein persönliches Match zwischen ihr und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), sondern eine grundlegende Systemfrage. (Julia Herrnböc, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.10.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
Alfred Moosbrugger
00
15.12.2010, 19:16
Hurra, zurück auf die Bäume!

Alfred Moosbrugger
00
15.12.2010, 19:06
Jaja...

jaja, die Gesamtschule - andere nennen es "Wiedereinführung der achtjährigen Volksschule"

jaja, die "Lehrerausbildung neu" - andere nennen es die Wiedereinführung von Ober- und Unterlehrern (Turnus, Bachelor)

jaja, die "Lehrerausbildung neu" - andere nennen es PH-Politbürotraining

jaja, das "zeitgemäße, flexible oder auch Gehaltsschema mit Anreizen" - andere nennen es Senkung der Lebensverdienstsumme

die Lehrerausbildung neu ist eine Totgeburt - denn ein solcher Bachelor kann nirgendwo sonst arbeiten außer im Staatsdienst, der Staat kann ihn dann besser gängeln!

Die Lehrerausbildung gehört an die Universität!
Der einzig akzeptable Abschluss ist der Magister/Master.

G. Lavant
00
4.12.2010, 18:38
"auch, um den Beruf für Männer attraktiv zu machen", sagte Schmied.

Versteh ich nicht.
Bei dieser zukünftig exzellenten Ausbildung, dem tollen Ambiente des Arbeitsplatzes, den Aufstiegschancen und dem herzlichen Wohlwollen der Ministerin den Lehrern gegenüber müssten Männer die PHs geradezu überrennen.

ride my pimp
11
17.11.2010, 08:59
ad) "exzellenz"

Heute hat man an der hak in fünf jahren (!) drei oder vier wochenstunden geschichte, in der siebten klasse des gymnasiums hat man z. B. gar keine geschichte.
Aber egal: mit der neuen Lehrerausbildung wird es dann bald keine Lehrer mehr geben, die in der Lage sind, das Fach ernsthaft zu unterrichten.
Es sieht so aus, als wolle man unangenehme vergangenheit vergessen machen, damit man umso leichter neue unbill über das land bringen kann.

nieder mit schmied, pröll, karl und co.!
nieder mit der geplanten wischi-waschi-lehrer-politbüro-ausbildung!

Thomas Felder1
00
1.12.2010, 14:28

dafür sinds dann endlich mal pädagogen

schwarzelanguste
00
24.1.2011, 16:31

nur nominell.

ride my pimp
01
17.11.2010, 08:55

zukunft österreichs: in zwanzig jahren wird unsere "bildungselite" aus leuten bestehen, die an der neuen mittelschule kaum geschichte gehabt haben, keine anständigen texte zuwege bringen, latein für unnützes gewäsch halten und die an der verlängerten schulbank pädouni die grammatik der deutschen sprache lernen und sich dann nach dem abschluss für wissenschaftler halten. die koriphäen unserer zeit werden dann lange vergessen sein.

aber dafür haben sie anwenderkenntnisse am i-pod der zukunft und wählen via handy die politiker, die man ihnen vorher empfohlen hat.

Thomas Felder1
10
1.12.2010, 14:28

latein für unnützes gewäsch halten

was es auch is

G. Lavant
00
4.12.2010, 18:24

Willkommen im Kreis der Bildungsbürger!

wilma
12
6.11.2010, 18:19
es geht eh nur ums liebe geld

Den Bachelor hams erfunden/angewendet, damit sie die zukünftige LehrerInnen-Generation auch im Sekundarstufe-II-Bereich nur wie früher die MaturantInnen zahlen brauchen (heute L2a2). Lohnpolitisches Downgrading, das jeden Monat gewaltig viel Geld erspart. Bis der LehrerInnenmangel wieder so akut wird wie Ende 60-er, Anfang 70-er-Jahre. Nichts dazugelernt.

nemo sander
20
13.11.2010, 15:25
sorry, das ist absoluter nonsens!

natürlich werden die BA-Absolventen nicht wie Maturanten eingestuft, die gibt es zudem nur im Bereich der kirchlich bestellten ReligionslehrerInnen, wie mir ein serbisch-orthodoxer Religionslehrer ohne pädagogische Ausbildung mitteilte.

Sche
02
14.11.2010, 17:48
Tatsache ist aber auch...

...dass die BA-Absolventen nicht einen Cent mehr verdienen als ihre nicht-akademischen KollegInnen mit "nur" PädAk-Abschluss.

Mag sein, dass der eine oder andere sich darüber freut, sich nun "Akademiker" schimpfen zu lassen dürfen, vielleicht bestehen ja sogar manche darauf, in Zukunft in der Bäckerei mit Herr oder Frau Bachelor angesprochen zu werden, letztlich war es einfach ein - genialer - Schachzug der Politik, die Akademikerquote in Österreich anzuheben, ohne auch nur einen Euro dafür ausgeben zu müssen (wenn wir mal die paar Euros außer acht lassen, die notwendig waren, um die Türschilder in den PädAks auszutauschen).

suboptimal
 
04
30.10.2010, 23:47

Es wird alles immer primitiver, nach außen hin mit modernen Floskeln versehen, innen ist aber nichts dahinter. Ein 2-Stufen-Lehrer, wozu soll das gut sein? Der Junglehrer, der Bachelor ist, erinnert eher an einen Gepäckträger als an einen selbständigen, jungen Lehrer, wie es die Generationen vorher sein mussten und auch waren.

ValieImport
10
1.11.2010, 09:25

Bachelor-Ausgebildete und Master(Magister)-Ausgebildete die miteinander unterrichten (jeweils dort wo die eigenen Schwerpunkte sind) leben die innere Differenzierung des Schulsystems vor. Kann nur hoffen, dass die Bezahlung gleich ist, wenn doch auch die Wertigkeit der SchülerInnen gleich sein soll:)

ride my pimp
10
17.11.2010, 08:51

lächerlich: wozu dann den master in zwei jahren mühevollen nebenberuflichen (sic!, denn das wollen die tatsächlich) lernens erwerben, wenn er dann eh null komma josef bringt?

ValieImport
00
18.11.2010, 16:21

ach ja für den pimpreiter: ironie off gehörte am ende meines postings.

sam duke
02
30.10.2010, 05:41
da wird sinnlos zeit in konferenzen

über schulentwicklung, nachhaltigkeit, standards, individualisierung (das gegenteil von standards), integration von integrationsunfähigen, usw. verplempert, aber 5 rabauken, die eine ganze schule terrorisieren, briingt man nicht unter kontrolle.
bei dem führungspersonal und solchen wählern kein wunder.

sam duke
02
30.10.2010, 16:18
und noch etwas

kein lehrer oder keine lehrerin hat den mut, gegen diese parteiemporkömmlinge das maul aufzureißen.

aber über unsere eltern schimpfen, dass sie in einer adolfdiktatur nicht taten, den mut haben dies a. löcher.

ValieImport
00
1.11.2010, 09:27

Ich kenne genug Lehrpersonen die "das Maul aufreissen" gegen die Parteiabkömmlinge. Werden dann ziemlich gemobbt von der Überanzahl dieser Parteiabkömmlinge, oder bekommen keine Aufstiegsmöglichkeiten, egal wie toll sie am neuesten Stand von Wissenschaft und Lehre sind. Schon mal was von unausgesprochenen Gesetzen einer Gruppe gehört?:(

ride my pimp
13
29.10.2010, 18:05
weg mit schmied, pröll, karl, strache uvm.!

es ist ja sowas von logisch, dass kindergartenpädagoginnen, sozialarbeiter und gymnasiallehrer an den gleichen anstalten von den gleichen vortragenden ausgebildet werden - ironie aus.

aber ja doch! --> wenn man spart, dann entbehrt es nicht einer gewissen logik - pädagogischer schnellsiedekurs, fachlicher schnellsiedekurs - fertig ist der angepasste, unkritische pädagoge nach schmiedschem und karlschem wunschdenken!

ride my pimp
02
29.10.2010, 18:00
totgeburt

dieses "ausbildugnsmodell" [sic!] ist eine totgeburt!

es sichert nur den parteipolitischen proporz und die pseudowissenschaftlichkeit der ausbildung, wodurch wieder unfähige apparatschicks, die nie eine uni von innen gesehen haben, fragwürdige kurse halten können

Labtec80
30
28.10.2010, 23:37

In Zukunft gibts eben wohl nicht mehr nur den Bachelor für die Lehrer, sondern auch den Master.

Auch für Lehrer gilt dann: Weiterbildung erwünscht.

Irgendwann wird auch die Zeit kommen, in der sich die Schulen ihre Lehrer selbst aussuchen werden.

ride my pimp
04
29.10.2010, 18:46
erratum!

schon bald wird die zeit kommen, in der staatliche schulen händeringend nach qualifiziertem lehrpersonal suchen werden,
weil sich die wenigen noch gut (ausschließlich universitär und nicht an wischiwaschipolitbüros) ausgebildeten lehrer nach deutschland und südtirol sowie an privatschulen begeben werden, wo sie normal verdienen und geachtet (in österreich dagegen leider: geächtet) werden.

natural born runner
02
29.10.2010, 17:41

"Auch für Lehrer gilt dann: Weiterbildung erwünscht."

Tut mir Leid, aber Sie sind nicht auf dem Laufenden, es wird fleißig fortgebildet!"

ich gebs zu
01
29.10.2010, 15:47
Das tun sie jetzt schon:

Rote Schulen bekommen rote Lehrer, schwarze Schulen schwarze Lehrer...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.