Steve Wozniak: "Android frustriert mich"

20. Oktober 2010, 12:05
183 Postings

Apples Mitgründer über die Zukunft von Smartphones, was er an Android nicht mag und seine liebsten iPhone Apps - mit Video

In seinem Auto hat er nicht weniger als sechs Navi-Geräte, er ist bei jedem Mitternachtsstart eines neuen iPhones dabei und trat schon in TV-Shows wie The Big Bang Theory oder Dancing With The Stars auf. Steve Wozniak gründete 1976 gemeinsam mit Steve Jobs Apple und machte die Geek-Kultur salonfähig. Obwohl bereits 1987 aus dem Unternehmen ausgeschieden, ist er auch heute noch untrennbar mit Apple verbunden. Birgit Riegler und Helmut Spudich trafen "The Woz" im Vorfeld des future.talks, zu dem er als Gastredner eingeladen war. Hier können Sie das Interview im Original auf Englisch nachlesen.

derStandard.at: Scott Adams, der Autor der Dilbert-Comics, nennt Handys "Exobrains", auf denen wir unsere Erinnerungen speichern können. Wohin wird uns diese Entwicklung Ihrer Meinung nach führen? Gehen Sie davon aus, dass wir eines Tages vielleicht Implantate wie im Film "Die Matrix" haben werden, über die wir uns in Netzwerke verbinden und neue Fähigkeiten downloaden können? 

Steve Wozniak: Das ist lustig, wir versuchen Intelligenz mit Computern zu schaffen, in mechanischen Geräten und Robotern. Aber wir bestreiten, dass wir selbst geschaffen wurden. Wir wissen nicht, wie das Gehirn arbeitet, das ist ein Problem. Die Menge an Gedanken, die vermutlich im Gehirn Platz hat - hier haben wir noch immer keinen vernünftigeren Weg gefunden um dorthin zu gelangen, als alle Computer der Welt miteinander zu verbinden. Zuerst müssen wir herausfinden wie das Gehirn arbeitet. Wir haben geraten, wir haben es studiert und wir haben passende Formeln, aber wir wissen nicht wohin die Signale gehen - wie bei einem elektronischen Schaltkreis. Außerdem wissen wir nicht wo das Gedächtnis im Gehirn sitzt. Das beste Konzept, das wir haben, ist die Holographische Theorie. Wir sagen, dass es überall sitzt. Aber das bedeutet nur, dass wir es nicht wissen. Man verliert zwei Dinge im Alter zwischen sechs und zehn Jahren: die autobiografischen Kindheitserinnerungen und die Zähne. Es gibt keinen eindeutigeren Hinweis, wo das Gedächtnis sitzt und das ist blöd, das ist einfach lächerlich. Wir müssen also erst verstehen, was Erinnerungen sind, bevor wir Geräte verwenden können um es zu verbessern. Möglicherweise müssen wir herausfinden, dass wir nie dazu in der Lage sein werden mit unserer Technologie. Allerdings weiß ich wie man etwas so intelligentes wie eine Person schafft - das dauert neun Monate.

derStandard.at: Smartphones und Tablets sind jetzt der große Trend, wir wissen wohin uns das jetzt führt. Aber was kommt danach? Welche Art von Technologie wird den meisten Einfluss in der näheren Zukunft haben?

Wozniak: Nahezu jede Technologie, die einen großen Einfluss auf uns hat, wird zu einem Teil unseres persönlichen Lebens und eine Art Freund, den wir um uns haben wollen, und nicht nur ein Werkzeug, um etwas zu erledigen. In diesem Zusammenhang haben uns Touchscreens einen großen Schritt weiter gebracht. Wenn ich etwas auf diesem Tisch bewegen will, greife ich hin und bewege es. Ich verwende keine ferngesteuerte Maus, um Dinge herumzuschieben. Wir sind der menschlichen Welt einen Schritt näher. Und je näher man den menschlichen Vorbildern kommt, desto eher wird sich etwas durchsetzen. Im Moment macht Spracherkennung große Fortschritte. Das hat lange gebraucht, aber in den letzten 20 bis 30 Jahren wurde es immer ein bisschen besser. Nun kann ich in ein Handy mit dem richtigen Prozessor sprechen, auch in einem lauten Konzert, und es versteht nahezu perfekt, was ich sage. Die Art wie Menschen sprechen ist nicht perfekt, nicht vorhersagbar. Bei einem Computer-Programm darf man nicht einen einzigen Buchstaben auslassen. Aber die Art wie wir Sprechen ist voller Vereinfachungen und Fehler, die wir verstehen können. Im Gehirn finden eine Menge verschiedener Dinge gleichzeitig statt. Wir kommen Maschinen immer näher, die natürliche Sprache wirklich verstehen. Wenn ich etwas in einen Kalender eintrage, will ich keinen vorgefertigten Prozeduren folgen müssen. Ich will nicht nur mit der linken Gehirnhälfte denken, ich will mehr mit der rechten Hälfte denken. Ich sage einfach "Sarah, Zahnarzt, Dienstag, zwei Uhr Nachmittag" - welche Worte ich auch immer verwende, in welcher Reihenfolge auch immer, das (System) sollte es einfach als Kalendereintrag erkennen und in den Kalender schreiben. Man sollte dazu nicht einmal eine Kalender-Anwendung starten müssen.

Diese Geräte werden näher an natürlichen Gestiken und Sprache sein, sogar am Gesichtsausdruck. Sie werden letztendlich wissen, ob man müde ist und Fragen wie eine richtige Person stellen. Erinnern Sie sich an das alte Programm ELIZA? Es wirkte bis zu einem gewissen Grad wie eine echte Person. Soetwas wird stark weiterentwickelt. Ray Kurzweil arbeitet an vielen solchen Dingen. Ich glaube, es wird hier einen großen Vorstoß bei dieser Technologie geben. Derzeit sind es die Eingabe- und Ausgabemethoden, die die meiste Veränderung hervorbringen. Also die Displays. Wir haben die organischen Displays, die sehr hell sind; wir haben Touchdisplays, faltbare und biegsame Displays für Eingaben. Wir haben Touch-Gestiken. Viele Systeme kommen jetzt mit Kameras heraus, die erkennen ob man mit den Händen winkt, hier kommen wir direkt zu den Wii-Spielen. Die Größe und Kompaktheit (der Geräte) haben wir bereits auf ein gewaltiges Level gebracht. Die Leute wollen ja immer mehr auf kleinerem Raum. Allerdings kann man nicht jeden HD-Film auf der Welt auf einem iPhone speichern. Das können wir also noch etwas verbessern, Moores Gesetz hat diese Anforderungen bislang erfüllt.

derStandard.at: Das iPhone ist ja schon zu einem täglichen Begleiter für viele Menschen geworden. Ich würde sagen es ist jene Art von "nutzbarer Technologie", von der Sie in Ihrer Autobiographie geschrieben haben. Mich würde interessieren, was Sie von Android und Windows Phone 7 halten.

Wozniak: Ich habe bislang kein Windows 7 Phone genutzt. Ich habe mehrere Android- und Palm- Handys und mehrere andere Handys im Lauf der Zeit verwendet. Ich habe auch einige mit dem Symbian-Betriebssystem genutzt. Jedes Mal war ich am Ende frustriert, mochte es nicht, wollte nicht damit umgehen. Auch wenn ich viele Dinge an meinem ersten Android-Handy mochte, habe ich es nach einiger Zeit nicht mehr verwendet. Mein iPhone mag ich wie einen Freund, eine Person und so war das bei mir mit allen Apple-Produkten. Ich versuche aufgeschlossen zu sein, es passiert viel Gutes, während das Android-System heranreift. Ich würde so ein Handy jenen Personen empfehlen, die nicht bei dem Provider in den USA sein wollen, der das iPhone exklusiv hat (Anm. d. Red: AT&T), oder Personen, die es sich nicht leisten können oder wollen und etwas Billigeres möchten.

derStandard.at: Was gefällt Ihnen an Android nicht?

Wozniak: Ich habe eine eigene Vorstellung davon, was ich tun möchte und welche Schritte ich machen muss. Hier gibt es zu wenig Konsistenz, wo die Einstellungen für jedes Programm sind und wie die verschiedenen Anwendungen aussehen. Obwohl das bei den Drittanbietern liegt und ich nicht darüber sprechen sollte, weil das letztendlich so wie beim iPhone werden könnte. Es ist nur ein wenig auf jedem Screen, das Schöne daran - es ist einfach noch nicht soweit. Es wird noch einige Zeit brauchen, bis sie aufgeholt haben. Ich glaube, Android sollte auch toll sein. Man muss jemanden nicht erst beibringen, wie man ein Apple-Handy bedient. Bei Android gibt es viele Shortcuts, die einem zusätzliche Möglichkeiten geben. Aber da das nicht für alles gilt verwirrt es die Leute, die keine echten Technik-Geeks sein wollen. Ich bewundere Android und kenne auch den Entwickler (Anm. d. Red: Andy Rubin) sehr gut. Aber es ist nicht mein Favorit.

derStandard.at: Als Ingenieur haben Sie den Apple II sehr offen gestaltet. Man konnte viel damit herumbasteln und Dinge damit machen. Wenn wir uns heute das iPhone und das iPad ansehen, ist daraus eine geschlossene Welt geworden. Wir öffnen es nicht einmal, um den Akku herauszunehmen. Was hat sich geändert, missfällt ihnen die Entwicklung?

Wozniak: Ich denke, das ist von Steve Jobs' Persönlichkeit und seiner Einstellungen zu diesen Produkten aus den frühesten Tagen geprägt. Wie man ein gutes Produkt macht, das sind seine Ideen. Eine geschlossene Welt ist ein besserer Weg. Aber manchmal frage ich mich, wie geschlossen das wirklich ist. Es hängt davon ab, wo man die Grenze zieht. Man wird immer etwas gschlossen halten. Niemand geht raus und sagt 'Hey, jeder da draußen in der Welt ist willkommen das zu nehmen, was wir haben" - das wäre offen. So wie Microsoft sagt, dass sie offen sind. Aber niemand legt seine eigenen Dinge wirklich ganz offen, das ist immer nur bei den anderen so. Der Apple II war sehr offen. Ich schätze, das half beim Aufbau des Unternehmens. Es brachte viele Leute in die Computer-Gemeinde, das sind heute die CEOs der Technologie-Unternehmen. Das hatte seine Zeit, aber diese Dinge sind nicht mehr so notwendig, nun da Computer so weit verbreitet sind wie Fernseher.

derStandard.at: Sie glauben also, dass wir Technologie nun anders nutzen und nicht mehr so häufig unter die Haube schauen müssen?

Wozniak: In den Vereinigten Staaten gibt es große Sorgen, wo künftig Innovation herkommt, woher die Leute kommen, die Interesse an Technologie, Naturwissenschaften und Mathematik haben. Das Komische daran ist, das sind die Menschen, die liebend gern in ein Produkt hineinschauen und einem Programm etwas hinzufügen und experimentieren wollen. Die werden von solchen Produkten zurückgehalten. Damit fühle ich mich nicht wohl, denn das sind mir die liebsten Menschen. Sie schaffen es auch, das iPhone zu hacken, was ihnen etwas mehr Zugang gibt. Das tut ja niemandem weh, nicht einmal Apple.

derStandard.at: Haben Sie Ihr iPhone geknackt?

Wozniak: Ich habe drei aktivierte iPhones und eines davon ist geknackt. Ich muss ja herum experimentieren. Und es ist legal.

derStandard.at: Welche Gadgets und Apps nutzen Sie denn ständig?

Wozniak: Für lange Internet-Sessions bevorzuge ich noch immer Computer - ich nutze das Internet am Tag so um die acht Stunden. Am iPhone verwende ich die integrierten Apps, die sind sehr gut. Ich habe eine etwas bessere Wetter-Anwendung heruntergeladen. Ich verwende Slingbox, um mir TV-Sendungen anzusehen. Immer wenn ich in eine andere Stadt komme sehe ich nach, ob meine Lieblingskünstler in der Nähe ein Konzert geben. Ich habe auch ein Programm, das ich gleich verwendet habe als ich hier ins Hotel kam, um nachzusehen wieviel Trinkgeld man hier im Land gibt. Ich habe unser Satelliten-Radio in den USA, um Musik oder eine interessante Talkshow hören zu können, wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe. Ich verwende Netflix - damit kann man Filme direkt auf das iPhone oder den Computer laden. Ein paar Spiele, ich mag Kartenspiele sehr gerne. Ich habe auch Navigations-Anwendungen. In meinem Auto habe ich sechs Navi-Systeme und manchmal schalte ich sie alle gleichzeitig ein. Aber mein liebstes ist am iPhone.

derStandard.at: Und die haben Sie nie in die falsche Richtung geführt?

Wozniak: Doch, andauernd. Aber es gibt einige, die ich im Vergleich mit den anderen bevorzuge. Ich weiß, welche mir die passenden Anweisungen am Display anzeigen. Ich habe ein paar VOIP-Apps, mit denen ich über WLAN telefonieren kann. Das iPhone ist bekannt dafür, dass in den USA in einigen Städten oft Anrufe abgebrochen werden. Bei einem VOIP-Anruf im WLAN kann das nicht passieren. Bei Interviews bevorzuge ich VOIP-Anrufe manchmal, um sowas zu verhindern. Ich habe die Google-App, der ich Suchanfragen ansagen kann. In einem ruhigen Raum funktioniert das ziemlich gut. Ich habe auch Apps, die anzeigen welche Filme es in der Umgebung gerade spielt. Das Web nutze ich nicht mehr für so viele Dinge. Ich habe Programme, mit denen ich die Kamera auf einen Barcode halten kann und sie zeigen mir direkt im Geschäft, ob andere Shops dieses Produkt haben und um welchen Preis sie es verkaufen. So kann ich schnell den besten Preis herausfinden. Eine Anwendung kann ich fragen "welcher ist der größte See in Kalifornien" und sie liefert mit die richtige Information. Ich verwende auch gerne den Button am iPhone, um "ruf Janet am Handy an" anzusagen, vor allem wenn ich im Auto bin. Eine meiner Apps versendet richtige Postkarten. Ich nehme ein Foto auf und verschicke es als echte Postkarte per Post an meine Frau, mit einem Bild und einer Nachricht von mir. Ich habe alle gängigen Social Apps, inclusive Foursquare. Eine, die Comics anzeigt, eine zum Stimmen der Gitarre und solche Dinge. Ich habe auch den Kindle drauf, das ist sehr wichtig für mich. Ich habe einige Apps, die ich nicht verwende, aber die miste ich regelmäßig aus. Und CNN News habe ich auch.

derStandard.at: Ich würde Sie gerne noch etwas anderes fragen, ihre philantropischen Bemühungen drehen sich ja stark um Schulen ...

Wozniak: ... und Museen in San Jose, das Children's Discovery Museum, das Technology Center, das Ballet von San Jose. In der Stadt wurde ich geboren.

derStandard.at: Warum zieht es Sie so zu Schulen hin? Glauben Sie, dass Technologie in den Schulen richtig eingesetzt wird?

Wozniak: Ich habe mich zu Schulen schon lange hingezogen gefühlt, bevor ich von digitaler Technologie überhaupt wusste. Als ich noch sehr jung war, etwa zehn Jahre alt, bedeuteten mir die Schulen, in denen ich war, schon sehr viel und ich entschied mich, dass ich Ingenieur wie mein Vater werden wollte. Aber ich wollte auch Lehrer sein. Ich habe das mein ganzes Leben mitgetragen und beobachte immer, wie sich das Denken eines Kindes entwickelt. Unterrichten ist wichtig, also fing ich an zu unterrichten. Es ist ungewöhnlich, in Volksschulen zu unterrichten, nachdem man einen so großen Erfolg wie bei Apple hatte. Acht Jahre lang hab ich das geheim gemacht - ohne die Presse - weil ich es so wollte. Apple wollte, dass ich Bücher schreibe und CDs für das Unternehmen mache. Aber ich wollte persönliche Gespräche führen wie ein richtiger Lehrer. Was den Technologie-Einsatz in Schulen angeht, glaube ich, dass das sehr gut umgesetzt wird in den Schulen, die ich kenne und besuche. Das heißt aber nicht, dass es den Umfang oder die Qualität der Ausbildung ändert. Ich wünsche mir, dass Computer hier ein bisschen mehr zum Einsatz kommen. Aber dazu müssten sie mehr wie Menschen sein. Sie müssten z.B. erkennen, wenn ich müde bin.

derStandard.at: Um auf eine frühere Frage zu iPhone und Android zurückzukommen: das erinnert uns doch ein bisschen an die Frage, ob Apple sein Betriebssystem lizenzieren sollte. Wenn wir uns die heutigen Handys anschauen, erleben wir hier eine Wiederholung?

Wozniak: Wie schon gesagt, es wiederholt sich in gewisser Weise. Aber ich glaube nicht, dass es da eine klare Antwort gibt - ja wir hätten lizenzieren sollen oder nein. Wenn wir uns Windows ansehen, das ja lizenziert wird, gibt es viel Müll und Sicherheitslücken, weil Microsoft das wegen der Altlasten nicht beheben will. Sie müssen mit allen Produkten kompatibel sein, mit allen Herstellern. Das ist nicht nur schwierig, es hält die Plattform auch davon ab, über sich hinauszuwachsen. Apple umgeht das mit einem strafferen Ökosystem. Die Produkte von Apple haben sich für mich immer gut angefühlt, die von Microsoft generell nicht. Wo auch immer man auf der Welt ist, erzählen die Menschen, die immer schon einen Macintosh-Computer hatten, wie sehr sie die Maschine lieben und nicht zurückkehren wollen. Das hört man von Windows-Nutzern im Allgemeinen nicht. Da heißt es nur "das funktioniert". Also kann man damit Dinge erledigen, aber man verliebt sich nicht. Mir ist ein Produkt lieber, das diese Ebene von Menschlichkeit und Qualität wahrt. Ich glaube das trifft auch für das iPhone zu. Das iPhone hat allerdings einen weitaus größeren Markt und der Macintosh hat sich nur in einigen Städten in den USA verkauft. An einigen Orten gab es überhaupt keine Macintoshs. Wir kamen da nie hin und haben sie dort auch nie vermarketet. Vielleicht würde das Betriebssystem auf mehr Hardware laufen, wenn wir es lizenziert hätten. Aber jetzt können wir nicht mehr aufholen, was wir schon verloren haben. Einige dieser Schlachten sind geschlagen. Wir haben diese Fehler beim iPhone nicht gemacht. Es war wahrscheinlich ein Fehler, dass der Macintosh so teuer war, als er erstmals auf den Markt kam. Das iPhone ist bei den Verkäufen nicht so eingeschränkt. Der Macintosh war es wert, aber es war schwer ihn neben den billigeren Computern zu verkaufen, die das selbe konnten.

derStandard.at: Sie waren auch ja auch einmal im Vorstand von Danger ...

Wozniak: Ja, wie ich schon sagte, ich kenne den Typ, der Android entwickelt hat.

derStandard.at: Wann war das circa?

Wozniak: Ich glaube so 2001 oder 2002, irgendwann bevor an Microsoft verkauft wurde.

derStandard.at: Dann wurde an Microsoft verkauft und Andy Rubin ging zu Android. Gibt es bei den Fundamenten von Danger Gemeinsamkeit mit Android?

Wozniak: Es gibt ein paar. Das ist alles, was ich dazu sagen kann.

derStandard.at: Paul McCartney hat einmal in einem Interview gesagt, wenn er an die Beatles zurück denkt, ist das heute für ihn wie eine andere Welt. Geht es Ihnen da ähnlichen, wenn Sie an die Anfänge von Apple zurückdenken?

Wozniak: Es war eine sehr spannende Zeit und ich kann nicht erwarten, dass sich soetwas nocheinmal in meinem Leben wiederholt. Es gab dieses neue Produkt, das den Leuten so viel bedeutete. Wir wussten das und wir waren die Anführer. So wenige haben damals gesehen, wohin das alles führen wird und alle waren aufgeregt. Die Verkäufe waren großartig, die Firma war gerade am Entstehen. Niemand verließ Apple, niemand ließ sich von irgendwelchen Dingen entmutigen. Jedes Projekt, an dem wir arbeiteten, war Gold. Es war sehr aufregend, das alles aus dem Nichts aufzubauen. Steve (Jobs) und ich gründeten Apple in unseren frühen Zwanzigern ohne Geschäftserfahrung, ohne Geld und ohne Freunde oder Verwandte, die uns Geld borgen konnten. Das war eine sehr besondere Zeit. Das veränderte sich, als die Welt im Begriff war, auch in diese Richtung zu gehen. Es ist für eine große, etablierte Firma ungewöhnlich Produkte zu bringen, die die Welt auf einen völlig neuen Kurs führen. Wie beim iPhone - auch wenn es Handys gab, die alles schon vorher konnten, hatten sie kein Rezept für ein Smartphone, das dir das Internet in die Hand gibt. Auch das iPad und die Geschäfte bieten so eine großartige Erfahrung. Der iTunes Store mit seiner vertikalen Ausrichtung - man kauft ein Lied, indem man auf einen Button klickt, man bezahlt, das Lied wird auf den Computer geladen und auf den iPod. Man muss nicht an alle die einzelnen Schritte denken. All diese Dinge, die Apple entwickelt hat, sind so wichtig wie der Computer, mit dem alles begann.

derStandard.at: Hatten Sie in den 90ern nicht Angst, dass Apple irgendwann verkauft oder eingestellt wird?

Wozniak: Von dem, was ich gelesen habe, wurde das in Betracht gezogen. Aber dem Unternehmen ging nie das Geld aus. Es war eher eine Frage, die Ausgaben zurückzufahren. In dem Zeitraum wurde Jonathan Ive eingestellt, einer der am meisten respektierten Designer der Welt, von dem die besten Apple-Produkte stammen. (Birgit Riegler und Helmut Spudich/derStandard.at, 20. Oktober 2010)

Der WebStandard auf Facebook

  • Steve Wozniak, Apple-Mitgründer und einer der größten Geeks (am rechten Handgelenk trägt er einen iPod nano) könnte sich ein neues iPhone zwar auch direkt von Steve Jobs holen, er stellt sich dennoch jedes Jahr wieder gerne beim Mitternachtsverkauf an. Warum? Weil es ihm Spaß macht. "Das ist als würde man sich eine ganze Nacht lang um Konzert-Tickets anstellen. Es ist eine schöne Erinnerung."
    foto: regine hendrich

    Steve Wozniak, Apple-Mitgründer und einer der größten Geeks (am rechten Handgelenk trägt er einen iPod nano) könnte sich ein neues iPhone zwar auch direkt von Steve Jobs holen, er stellt sich dennoch jedes Jahr wieder gerne beim Mitternachtsverkauf an. Warum? Weil es ihm Spaß macht. "Das ist als würde man sich eine ganze Nacht lang um Konzert-Tickets anstellen. Es ist eine schöne Erinnerung."

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Steve Wozniak (links) und Steve Jobs in den Anfangszeiten von Apple.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "The Woz" bei einem seiner Lieblings-Hobbys - Segway-Polo.

Share if you care.