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Wien - Aus internationaler Sicht genießt Österreichs Provenienzforschung und Restitutionspraxis einen guten Ruf, wie renommierte Experten anlässlich eines am Montag im Mumok-Auditorium von Sotheby's veranstalteten Symposiums zum Thema mehrheitlich betonten.
Als erstes der weltweit agierenden Auktionshäuser gründete Sotheby's bereits 1997 eine eigene Abteilung, die Provenienzen von zur Versteigerung gelangenden Kunstwerken prüft. Nach 2007 lud man jetzt zur zweiten Restitutionskonferenz, anlässlich derer Fachleute zu aktuellen Rückgabeforderungen und zum Umgang mit Ansprüchen in anderen Ländern informierten. Knapp zwölf Jahre nach der Washingtoner Erklärung zu ehemals von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Kunstwerken, so das Resümee, stößt man auf Hindernisse unterschiedlicher Art.
Fehlende Inventarlisten oder andere Dokumente, die nach wie vor eine zweifelsfreie Identifikation von Kunstwerken ermöglicht, zählen noch zu den kleineren Übeln. Zu den großen Plagen gehören trotz deren Erklärung zur Selbstverpflichtung 1998 vielmehr mangelnde Kooperationsbereitschaft der Regierungen, etwa in der Tschechischen Republik oder in Ungarn. Da ("Lex Schwarzenberg" ) wie dort (Sammlung Herzog) führen Georg von Pezold und Agnes Peresztegi, europäische Direktorin der Commission for Art Recovery, seit Jahren einen vergeblichen Kampf.
Während Russland beispielsweise über ein Kunstrückgabegesetz verfüge, dies aber nicht exekutiere, wäre ein System nach österreichischem Vorbild wünschenswert. Hier würden, wie auch in Großbritannien oder den Niederlanden, nicht nur Anfragen bearbeitet, sondern auch proaktiv geforscht. (Olga Kronsteiner/DER STANDARD, Printausgabe, 20.10. 2010)
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