Reuben sieht Friedensgespräche noch nicht als gescheitert an
New York - Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Meron Reuben, hat eine Erneuerung des Siedlungsbaustopps im besetzten Westjordanland nicht ausgeschlossen. Zugleich wies er Einschätzungen zurück, wonach die am 26. September ausgesetzte neue Phase der Friedensgespräche mit den Palästinensern definitiv gescheitert sei. "Ich bin mir nicht so sicher, ob der Patient bereits wirklich tot ist", sagte er am Montag in New York der Nachrichtenagentur Reuters. Es könne durchaus eine Fortsetzung oder Verlängerung des Moratoriums geben.
Reuben lehnte es jedoch ab, einen möglichen Zeitpunkt oder Bedingungen zu nennen. "Diese Entscheidung muss das israelische Kabinett fällen." Die Regierung prüfe derzeit mehrere Optionen, in welche Richtung der Friedensprozess getragen werden könne.
Der Diplomat äußerte sich nach einer Nahost-Debatte im UN-Sicherheitsrat, in der mehrere Länder, darunter die USA, Israel wegen der Beendigung des Baustopps kritisierten. Die Palästinenser hatten die erst am 2. September mit großer Hoffnung begonnenen direkten Friedensgespräche abgebrochen, nachdem Israel das Moratorium nicht verlängert hatte. Reuben sagte, es handle sich um ein völliges Missverständnis, da der Baustopp von Haus aus lediglich für zehn Monate angesetzt worden war. "Auf einmal ging es um nichts anderes mehr als unser selbst auferlegtes Moratorium als Voraussetzung für die Fortsetzung der Gespräche, obwohl die Gespräche ohne Vorbedingungen begonnen wurden." (APA/Reuters)