These erschüttert

30.000 Jahre altes Mehl

18. Oktober 2010, 21:13

Aktuelle Funde in Italien, Russland und Tschechien zeigen: Europäer sind viel länger Körndlfresser als bisher gedacht

Washington - Homo sapiens, der moderne Mensch, ist "von Natur aus" ein sogenannter Omnivore oder Allesfresser. Umstritten ist in der Wissenschaft allerdings, welcher Anteil der Nahrungsaufnahme bei unseren Vorfahren auf Fleisch und auf Pflanzenkost entfiel - und wann was bevorzugt wurde.

Bisher gingen Fachleute davon aus, dass die Menschen in Mitteleuropa zumindest bis zur Jungsteinzeit, also bei uns vor rund 7500 Jahren, vor allem als Jäger lebten und so hauptsächlich Fleisch auf ihrem Speiseplan hatten. Erst mit der Sesshaftwerdung sei aus den Carnivoren durch Landwirtschaft Auch-Herbivoren geworden und mehr pflanzliche Kost verspeist worden.

Spuren an Steinwerkzeugen

Diese These wird nun durch ein internationales Forscherteam erschüttert, das bei Untersuchungen in drei archäologischen Fundstätten in Italien, Russland und der Tschechischen Republik 30.000 Jahre Stärkekörner an Mahlsteinen sowie spezifische Abnutzungsspuren an den Werkzeugen entdeckte. Mit anderen Worten: Menschen in Europa stellten vor mindestens 30.000 Jahren Mehl her, wie die Forscher um Anna Revedin vom Italienische Institut für Vor- und Frühgeschichte in Florenz im Wissenschaftsmagazin PNAS schreiben.

Die Steinwerkzeuge, die die Forscher mikroskopisch untersucht hatten, wurden ähnlich wie Mörser und Stößel genutzt, berichten die Forscher. Die Abnutzungsspuren zeigten, dass damit Pflanzen zerstampft und gemahlen wurden. Die Stärkekörner, welche die Wissenschafter noch nach 30.000 Jahren an der Oberfläche der Werkzeuge nachweisen konnten, stammten vermutlich aus der Verarbeitung von Rohrkolben und Farnpflanzen. Beide Pflanzengruppen hätten unterirdische Speicherorgane, die sehr viel Stärke enthielten und somit eine gute Energie- und Kohlenhydratquelle darstellten.

Für die Herstellung des Mehls müssen die Menschen die Wurzeln der Pflanzen zunächst geschält und getrocknet und sie dann zermahlen haben. Schließlich müsse das Mehl noch weiter gekocht oder gebacken worden sein, da es nur so gut verdaulich sei. Hauptgrund für die Nutzung von Mehl sei laut den Forschern gewesen, dass es die Menschen unabhängiger von ihrer Umwelt und saisonalen Schwankungen gemacht habe. (tasch, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 19.10.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
Der groBe Mann
00
19.10.2010, 18:23
Gewisse Menschen werden das jetzt wohl

zum Aschenbecher umdeuten.

divis
 
02
19.10.2010, 17:42
Und drinnen stand

"Uggu, Penisverlängerungen sind möglich! Schick einfach zehn Wildschweinhälften an..."

Doktor Leid
00
19.10.2010, 17:15
Nicht wie im Mörser,

sondern so wie in der (modernen) Reibschale. (man vergleiche den aztekischen metate). Sonst hätte man wohl Steinsplitter im Futter.

Renquist
00
19.10.2010, 13:01

mit dem macht der billa dann wohl sein brot =)

Julian Casablancas
010
19.10.2010, 10:10

europa 1 - atlantis 0!

Don Flamenco
00
19.10.2010, 13:33

danke!

A Voice
03
19.10.2010, 08:30
Wer hätte bitte postuliert, dass

keinerlei Grünzeugs bzw Körndln vor Einführung des Ackerbaus gegessen wurde? Getreide wächst auch so und anderes Stärkehältiges auch. Mann kann es ja auch zerstampfen, wenn man es findet und nicht nur, wenn man es angebaut und geerntet hat. Also nach revolution schaut das nur insofern aus, als dass das Essen offensichtlich vor Verzehr ziemlich bearbeitet wurde.

KuKi Basser
01
19.10.2010, 08:26
Körndlfresser?

Also bitte...

Dirty Sanchez
 
137
19.10.2010, 08:07
Hauptgrund für die Nutzung von Mehl sei laut den Forschern gewesen, dass es die Menschen unabhängiger von ihrer Umwelt und saisonalen Schwankungen gemacht habe.

Falsch!

Hauptgrund war der Wunsch nach Paniertem.

werwolfi
00
20.10.2010, 19:05

und da soll noch einer behaupten, das panierte schnitzel kam erst mit Marco Polo aus China... ;o)

Sperber
 
11
19.10.2010, 14:14
Das Schnitzel ist die Mutter aller Dinge

powerpack
246
19.10.2010, 08:06

tja damit fällt auch das letzte ewige argument der fleischfresser. die haben sich ja immer mal gerne darauf berufen, dass die höhere entwicklung des menschen vor allem durch seinen fleischverzehr möglich war - so in die richtung: pflanzenfresser sind dumm, fleischfresser sind intelligent (wobei wohl eher das gegenteil der fall sein dürfte). die jetzigen funde zeigen auf, dass die menschen 1. schon viel früher zu echten pionierleistungen fähig waren als gedacht und 2. ganz klar die strukturierte anwendung und konservierung pflanzlicher lebensmittel die eigentlich entwicklungstreiber waren. zumal die damaligen menschen offensichtlich eher von pflanzen gelebt haben denn von gejagten tieren.

werwolfi
00
20.10.2010, 19:07

"(wobei wohl eher das gegenteil der fall sein dürfte)"

die argumentation ist allerdings in beide richtungen dumm. wären wir überwiegend als pflanzenfresser konzipiert, hätten wir ein anderes gebiss und verdauungssystem.

daher auch "omnivore" - allesfresser.

Der Waehlerwille
 
18
19.10.2010, 14:56
Und Ihre Eckzähne

haben sie bestimmt bekommen um unkooperative Maiskolben an der Flucht zu hindern?

Sperber
 
11
19.10.2010, 14:12
Also, Ihr Posting war so lange und hat mich so erschöpft - jetzt brauche ich ein Schnitzerl zur Stärkung.

;-)

Im allgemeinen sind Allesfresser (die meisten Menschenaffen, aber auch Schweine, Ratten, Rabenvögel gelten alle als sehr clever) die intelligentesten, dann Fleischfresser und dann Pflanzenfresser.

kh g
14
19.10.2010, 13:56
Esoterisch angehauchte Ideologie ...

... verzapfen Sie da. Homo sapiens ist kein Fleischfresser, sondern Omnivore.
Es gilt als Fakt, dass unsere höhere Gehirnentwicklung belesen Sie sich - nur möglich war, weil die Nachfolger des Australopithecus vermehrt Fleisch konsumiert haben.
Wenn Sie selbst kein Fleisch konsumieren wollen, ist das Ihr gutes Recht. In unserer heutigen Zeit kann man sich das - aufgrund der guten Versorgung - wohl auch leisten. Das haben Sie unserer ach so viel geschmähten Zivilisation zu verdanken.
In unserer - auch jüngeren! - Geschichte war der Konsum von Fleisch aber unverzichtbar.
Zum Homo sapiens wurden wir sicher aufgrund des Fleischkonsums und wohl auch des Kochens.

Erich_1
04
19.10.2010, 13:22

Du tust dir anscheinend ganz schön schwer, dir einzugestehen, dass du als Allesfresser ausgelegt bist.
Und deswegen wird gleich mal versucht, die Geschichte "umzuschreiben".

Als ob man Intelligenzentwicklung auf Nahrungsaufnahme reduzieren könnte...

Bitte Bitte
01
26.10.2010, 23:42
unterschätzen Sie mir das 'mal nicht:

ohne Nahrungsaufnahme keine Intelligenzentwicklung ;-)

fauler Student
011
19.10.2010, 09:46
Es ist wirklich schön anzusehen,

was man sich aus einer Überschrift alles zusammen spinnen kann.

Cogito Ergo Dumm
02
19.10.2010, 09:14
Die neuesten Hypothesen

geben Fisch und Meeresfrüchten die "Schuld" an unserer Intelligenz.

Dagmar Rehak Wien
 
02
19.10.2010, 10:55

Und ich Salz und Schwimmen.

oblomow II
210
19.10.2010, 08:31
bitte

... weinen Sie nicht in Ihr müsli!

goatz
 
03
19.10.2010, 08:25

also sie sind nicht viel besser als die leute die sie beschuldigen einseitig zu sein, sie drehen das ganze einfach um.

Könnte es nicht sein das der Mensch die gute Mischung schon immer gut gefunden hat und sich deswegen so entwickelte wie er sich entwickelte ?.

hed
17
19.10.2010, 04:32
o.k.

jetzt geht es - nach den rauchern, den dicken und den doofen - auch den fleischessern an den kragen. es lebe der "gesunde volkskörper"...

Kein Begriff drückt Mich aus
01
19.10.2010, 04:10

Also es gibt schon länger die These, dass Jagd erst auf einer recht hohen Kulturstufe eine einträgliche und vor allem zuverlässige Nahrungsbeschaffung darstellt. Zuvor fehlen die richtigen Werkzeuge dafür. Zumindest Pfeil und Bogen müssen schon zu einem hohen Grad entwickelt sein, was eine Menge an anderen Erfindungen vorraussetzt. Feministische Forscherinnen (gut jetzt steigen 2/3 aus) haben festgestellt, dass bei heutigen Naturvölkern die von den männern praktizierte jagd nur einen kleinen Teil der beschafften nahrungsmittel einbringt. Jagd hat ja auch ganz andere Funktionen, die über die Nahrungsbeschaffung hinausgehen (Kultur, Übung im Waffengebrauch)

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