Transparenz für Regierungswerbung

18. Oktober 2010, 17:02
25 Postings

"Krone", "Heute", "Österreich": An drei Boulevardblätter sieht der Zeitungsverband den Großteil öffentlicher Werbegelder fließen

Alle guten Dinge für drei? Das soll eine monatliche, öffentliche Statistik über Werbeschaltungen von Regierung, Ministerien und anderen Bundesstellen zeigen, die Medien und tatsächliche bezahlte Beträge beinhaltet. Wenn es nach der Forderung geht, die der Zeitungsverband VÖZ Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SP) vorlegte: Eine Novelle des Bundesvergabegesetzes soll für Transparenz sorgen. Die Statistik soll das Wirtschaftsministerium führen.

"Genehme Berichte erkaufen"

Die Position des Zeitungsverbands ist nicht neu: Aufträge an Medien seien "besonders sensibel", da die Kontrolle öffentlicher Institutionen zu ihren wesentlichsten Aufgaben in Demokratien zählten. Öffentliche Schaltungen hätten für Medien "nicht unerhebliche" wirtschaftliche Bedeutung. Der Verband sieht "die Gefahr", diese Institutionen könnten versuchen, mit Werbebuchungen "genehme Berichte zu erkaufen".

VP-Klubchef Karlheinz Kopf unterstützte umgehend die Forderung des VÖZ. "Sämtliche Aufträge von öffentlichen Auftraggebern an Medien und Medienagenturen" müssten zentral gemeldet und veröffentlicht werden.

Der Sprecher von Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SP) rief auf Standard-Anfrage dazu bis Redaktionsschluss nicht zurück.

Die Ministerien buchten laut Werbebeobachtung Focus von Jänner bis August 2010 von insgesamt 8,9 Millionen Euro Bruttowerbewert in Tageszeitungen gut drei Millionen in der Krone und fast 1,3 in Österreich. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 19.10.2010)

  • Rote Werber und eines ihrer Lieblingsmedien: Bürgermeister Michael Häupl (li.) und Kanzler Werner Faymann nehmen die "Heute"-Manager Wolfgang Jansky und Eva Dichand in die Mitte.
    foto: standard/fischer

    Rote Werber und eines ihrer Lieblingsmedien: Bürgermeister Michael Häupl (li.) und Kanzler Werner Faymann nehmen die "Heute"-Manager Wolfgang Jansky und Eva Dichand in die Mitte.

Share if you care.